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MÄRCHENHAFTES


"MÄRCHENHAFTES" enthält zum einen Verknüpfungen  von Fragen aus dem aktuellen Geschehen mit bekannten Märchen, Sagen und Legenden, zum anderen auch fiktive Geschichten, erfundene, unwirkliche Ereignisse, die mit dem einen oder anderen Hintergedanken  erzählt werden.

Angefangen habe ich in diesem Kapitel MÄRCHENHAFTES mit Märchen, die mit dem Thema Arbeit zu tun haben.
Inzwischen sind auch zwei Märchen hinzugekommen, die erkenntnistheoretische Fragen anschaulich darstellen: DIE KLUGE ELSE (neu 31.12.2019 - der "Zukunftssinn der Frauen" wird ein wenig verspottet) und DIE BREMER STADTMUSIKANTEN (neu 31.12.2020 - wie man etwas beschreibt, wenn man nur einen Teil des ganzen Geschehens verstanden hat und einem die Worte fehlen).

Besonders auffällig ist, wie mit Hilfe von Märchen eine Einstellung zur Arbeit vermittelt wird, die gute Arbeit belohnt und Faulheit und schlechte Arbeit bestraft. Doch ist das wirklich so? Finden sich hinter dem ersten Eindruck nicht noch weitergehende Einsichten? Wie ist dasz. B. bei dem Märchen von Frau Holle? Wird da die "fleißige Marie" belohnt oder wird da nicht eher das Mädchen bestraft, das nur das Geld,  nur den "Lohn" der Arbeit sieht, die aber nicht erkennt, welche Arbeiten nötig sind, z. B. das Brot aus dem Backofen zu ziehen? Die "Goldmarie" hatte erkannt, dass es wichtig ist,  Dinge zu tun, die einfach getan werden müssen  - unabhängig davon, ob sie Lohn bringen oder nicht.
Es gibt sogar Arbeiten, die - wie im Märchen von den wilden Schwänen - nötig sein können, auch dann getan werden müssen, wenn sie einem das Leben kosten können.

Ein Gleichnis aus den Konfuzius-Überlieferungen mag diese Arbeits-Lehre veranschaulichen:
Ein Mönch kam zu seinem Lehrer und fragte ihn: Meister, ich habe alle verlangten Übungen absolviert, was muß ich noch tun, um Erleuchtung zu finden? Der Meister fragte zurück: Hast du fertig gegessen? Als der Mönch das bejahte, erwiderte der Meister: Dann geh und wasch deine Schüssel. Der Mönch tat es und verstand.


Hier nun die Übersicht der bisherigen Märchen-Betrachtungen:

ASCHENPUTTEL Das "Aschenputtel-Prinzip" ist bis heute aktuell: wer die Drecksarbeit macht, bekommt auch den geringsten Lohn.
Üüber ungerechte Aufteilung der vorhandenen Arbeit,
Demütigung des Arbeitenden und
über einen "märchenhaften" Lohn für fleißige Arbeit

FRAU HOLLE Frau Holle
Über den Unterschied zwischen dem Interesse an der Arbeit, die notwendigerweise zu tun ist, und dem Interesse an einem Lohn, bei dem die Arbeit völlig gleichgültig ist.
Die Gegenüberstellung von zwei Einstellungen zur Arbeit.

HÄNSEL UND GRETEL Hänsel und Gretel
Die Geschichte vom Mindestlohn
- oder: wenn der Arbeitslohn nicht genügt, eine Familie zu ernähren.
Das immer noch aktuelle Phänomen, dass Menschen von ihrer (Lohn-)Arbeit nicht leben können, ihre Familie nicht ernähren können.
Heute setzt man Kinder (fast) nicht mehr aus - man bekommt erst gar keine.

HÜHNCHEN, MAUS UND BIRKHUHN Hühnchen, Maus und Birkhuhn
"Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen"  heißt es. Doch was machen die, die arbeiten wollen, aber keine Arbeit bekommen?
Ein Arbeitserziehungsmärchen wird etwas umgeschrieben.

DIE WILDEN SCHWÄNE Die wilden Schwäne
Über eine Arbeit, die man auch dann tut, tun muss, wenn als "Lohn" der Scheiterhaufen droht - die Arbeit aus Liebe.

RUMPELSTILZCHEN Rumpelstilzchen
Über die Frage, welcher Lohn für eine Arbeit angemessen ist und ob man gar einen ganzen Menschen als Lohn verlangen darf.

DIE KLUGE ELSE Die kluge Else
Dies ist eher kein Märchen, sondern eine Parabel, eine Geschichte, in der ein Problem anhand einer Beispielhandlung erklärt werden soll. Sie verspottet einen übertriebenen ängstlichen "Zukunftssinn der Frauen". Der ängstlich-dummen Frau wird der vernünftig-logisch denkende Mann gegenübergestellt.
(neu 31.12.2019)

DIE BREMER STADTMUSIKANTEN Die  Bremer Stadtmusikanten
Dieses Märchen fragt natürlich zuerst und vor allen Dingen, was mit Tieren (Menschen) geschieht, die nicht mehr arbeitsfähig sind: bekommen sie ein  "Gnadenbrot"  oder lässt man sie verhungern?
Doch darüber hinaus geht es auch um die Frage nach der Erkennbarkeit der Welt. Haben wir nicht alle als Kinder über den dummen Räuber gelacht, über dessen so komisch falsche Erzählung von dem, was er in dem Haus erlebt hat, nachdem die Tiere es erobert haben?  
Ich versuche eine Rechtfertigung für den Räuber. Dabei spielen die "Henkel des Saturn" ein wichtige Rolle.
(neu 31.12.2020)


Seitenversion: erg. 31.12.2020
URL: www.brunhild-krueger.de/emi/emi3-maerchen/emi30_maerchenhaftes.html

Bearbeitungsnotizen:
• erg. 31.12.2020: DIE BREMER STADTMUSIKANTEN
- erg. 31.12.2019: DIE KLUGE ELSE
- neu auf dieser Website 22.02.2016 (Übernahme aus alter Website)