»GESTATTEN, FRIDOLIN« - EINE KLEINE EINFÜHRUNG
DIE THEOLOGIE
Gottes Atem und das Prinzip der kleinsten Wirkung
"Wenn Gott aufhört zu atmen,
hört die Welt auf zu existieren."
(Quelle unbekannt)
• Creatio continua - die ständige Schöpfung
• Sind Zielgerichtetheit und Physik unvereinbar?
• Causa efficiens UND causa finalis? -Max Planck und das Prinzip der kleinsten Wirkung
• Kann man irgendwo im Kosmos Zielgerichtetheit beobachten?
• Das Wirken mehrerer Ursachen in einem Ereignis
Creatio continua - die ständige Schöpfung
Ein Bild sagt:
"Wenn Gott aufhört zu atmen, hört die Welt auf zu existieren."
Diese Vorstellung ist in meinen Augen wunderschön.
Ein weiteres Bild ist die
"creatio continua", die "ständige Schöpfung".
In verschiedenen Vorstellungen von der Weltentstehung ist die Existenz von realer, wirklicher Welt und transzendenter, jenseitiger Welt elementarer Bestandteil. In der Schöpfungsgeschichte der Bibel heißt es zum Beispiel:
"Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde." (1. Buch Mose, 1,1)
Die
"Erde" steht hier als Bild für die "irdische, wirkliche" Welt, der
"Himmel" als Bild für die "himmlische, transzendente Welt". Offensichtlich spiegelt sich in diesem einen Satz uraltes Wissen über diese beiden Welten.
In der materialistisch-physikalischen Sprache heißen diese beiden Welten: reale Welt bzw. vierdimensionale Raumzeit und Informationswelt bzw. "höhere Dimensionen".
Evolutionstheorien sagen: nichts bleibt sich gleich, alles Bestehende ist in ständiger Änderung.
Sofort ergibt sich die Frage:
Wohin führen diese Änderungen?
Sind sie zufällig oder zielgerichtet?
Hier scheiden sich die Geister.
Sind Zielgerichtetheit und Physik unvereinbar?
Zielgerichtetheit und Sinnhaftigkeit allen Seins war ein wesentliches Dogma der Theologen. Dieses zu hinterfragen, war eine Zeitlang lebensgefährlich.
Nachdem die Theologen ihren Kampf gegen die Wissenschaftler verloren hatten, rächten sich letztere, indem sie
das "Dogma" der Zielgerichtetheit und Sinnhaftigkeit generell ablehnten. Das kam der "Abschaffung Gottes" gleich. Das Ergebnis: Ein Wissenschafter darf „privat“ an Gott glauben,
will er jedoch Zielgerichtetheit (Teleologie) in wissenschaftlichen Arbeiten für möglich halten, wird ihm von vornherein Unwissenschaftlichkeit unterstellt.
Im übrigen lieben es Physiker und Mathematiker, sich über Gott, Himmel, Jenseits und Unsterblichkeit Gedanken zu machen.
Causa efficiens UND causa finalis?
Max Planck und das Prinzip der kleinsten Wirkung
Ein (das?) Grundprinzip der Physik ist das Prinzip der kleinsten Wirkung.
Diese Erkenntnis ist so peinlich, dass sie meist gar nicht oder nur am Rande erwähnt wird.
In vielen schulischen Lehrbüchern für Physik sucht man es meist vergeblich. Nur wenn das Plancksche Wirkungsquantum gelehrt wird,
kommt man nicht ganz um die Erwähnung der physikalischen Größe „Wirkung“ herum. Wer kennt "Wirkung als (z.B.) Produkt von Energie und Zeit"?
Man bedenke:
Physik untersucht "Wirkungen", "Wechselwirkungen" – und dann verschweigt sie die dazugehörige physikalische Größe!
Max Planck bejubelte sie, diese Erkenntnis:
"Es ist gewiss nicht verwunderlich, dass die Entdeckung dieses Gesetzes, des sogenannten Prinzips der kleinsten Wirkung, nach welchem später auch das elementare Wirkungsquantum seinen Namen bekommen hat, seinen Urheber Leibnitz, ebenso wie bald darauf dessen Nachfolger Maupertius, in helle Begeisterung versetzt hat, da diese Forscher darin das greifbare Walten einer höheren, die Natur allmächtig beherrschenden Vernunft gefunden zu haben glaubten.
In der Tat, durch das Wirkungsprinzip wird in den Begriff der Ursächlichkeit ein ganz neuer Gedanke eingeführt: zu der Causa efficiens, der Ursache, welche aus der Gegenwart in die Zukunft wirkt und die späteren Zustände als bedingt durch die früheren erscheinen läßt, gesellt sich die Causa finalis, welche umgekehrt die Zukunft, nämlich ein bestimmt angestrebtes Ziel, zur Voraussetzung macht und daraus den Verlauf der Vorgänge ableitet, welche zu diesem Ziele hinführen.
Solange man sich auf das Gebiet der Physik beschränkt, sind diese beiden Arten der Betrachtungsweise nur verschiedene mathematische Formen für ein und denselben Sachverhalt, und es wäre müßig zu fragen, welche von beiden der Wahrheit näherkommt."(siehe Quellen und Planck, M. (1) - Zitate:
dort gibt es obiges Zitat ausführlicher.
Fette Hervorhebungen im Text von mir - B. K.
)
Anders gesagt:
Die Physik selbst kann das Wirken einer "Zielursache" nicht ausschließen.
Kann man irgendwo im Kosmos Zielgerichtetheit beobachten?
Die Frage, ob die Entwicklung des Kosmos ein Ziel hat, ist viel einfacher zu beantworten, als man glaubt. Voraussetzung ist lediglich, man akzeptiert die Erkenntnis, dass "das Teil das Ganze spiegelt", "das Ganze sich im Teil spiegelt".
Wenn also in irgendeinem Teil des Kosmos zielgerichtetes Handeln zu beobachten ist, dann handelt der Kosmos "in diesem Teil seiner Selbst" zielgerichtet.
Zum Vergleich: Wenn "ich sehen kann", sieht auch nur "ein Teil von mir", ich sehe mit den Augen und nicht mit den Füßen. Wenn ich mit dem Ziel in die Küche gehe, mir eine Tasse Kaffee zu kochen, handele ich zielgerichtet. Wenn ich Teil des Kosmos bin, handelt der Kosmos in mir zielgerichtet. Die Frage oben ist übrigens auch schon die Antwort:
Beobachten ist eine zielgerichtete Aktion. Indem der Physiker beobachtet, verursacht er einen zielgerichteten Prozess.
Das Wirken mehrerer Ursachen in einem Ereignis
In meinem Modell sehe ich die alte philosophische Lehre von der Causa efficiens und der Causa finalis (die Annahme der Wirkung mehrerer Ursachen auf verschiedenen Ebenen), in folgender Weise vorstellbar:
Causa efficiens als Energiedruck der Quelle,
der Sog der Senke als Causa finalis.
→ Fortsetzung: DIE SYMBOLIK