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SPRACHLIEBE - MIT LUST UND LIEBE SPRECHEN

VOLKSMUND UND VOLKSWEISHEIT


Volksweisheiten in Märchen, Mythen, Liedern, Erfahrungen, Sprüchen usw.
Hierzu gehören auch Humor-Weisheiten (Witze usw.) und Träume, Gedanken von Menschen, die sie in Briefen, Tagebüchern usw. festgehalten oder weiter erzählt haben, hierzu gehören die Wünsche, die Menschen „auf die Reise schicken”,  anderen mitgeben beim Abschied oder zu besonderen Anlässen u. v. a. m.

Der Volksmund ist ein Sprach-Spieler.
Mitunter finden sich in seinen – gelegentlich auch drastisch formulierten – Aussprüchen tiefe philosophische Weisheiten. Auch wenn er spottet, der Volksmund, ist immer noch ein Fünkchen Sympathie zu spüren für den, der da gerade „auf Korn genommen“ wurde. Von diesen lebensklugen, witzigen, hintersinnigen Sprüchen will ich hier einige notieren und kommentieren.

Da war doch mal ein kluger Mann, der sagte, man solle "dem Volk aufs Maul schauen"[A1]. Der wusste genau, warum er das sagte. Der hielt die Sprache und die Befindlichkeit des Volkes noch für wichtig und beachtenswert. Vielleicht kannte er aber auch den Dünkel gut, mit dem die Herrschenden schon damals über dieses "Volk" redeten.

Doch das Volk revanchierte sich bei den Oberen, gabe ihnen seltener Gruppennamen, benannte lieber einzelne dieser Figuren: z. B. den "Großkotz"; - und es pflegte einem solchen "Lackaffen" hinterher zu rufen: "Scheiß dir nich'  in nen Frack!"

Die einzelnen Texte auf dieser Seite:
      Das Miljöh
      Der "Miljöh"-Zeichner Heinrich Zille
      Fachsprache und Volkssprache
      Rettet den Volksmund!
      Beispiele - ohne oder nur mit kurzen Kommentaren
      Einige kurze Beispiele mit langen Kommentaren

Die Originalworte und Sätze des Volksmundes sind farbig und fett hervorgehoben
.

 

Das Miljöh

Für den Volksmund selbst hat der Volksmund natürlich auch Worte gefunden, z. B.: "Volksschnauze", darunter besonders berühmt ist die sogenannte "Berliner Schnauze".

Das "Miljöh", in dem der Volksmund besonders gern gesprochen wurde und wird, das sind die "einfachen Menschen"[A2], die "Unterschicht"[A2], die "sozial Schwachen"[A2], die "Benachteiligten"[A2]. Zu ihnen gehören die "Randgruppen"[A2] wie Huren und Kleinkriminelle, Marktweiber, Arbeitslose, Säufer, eben das "Lumpenproletariat"[A2].


Der "Miljöh"-Zeichner Heinrich Zille

Heinrich Hille hat sie, die Menschen aus dem "Miljöh" gezeichnet, ihnen liebevolle Denkmale gesetzt. Ich habe den Eindruck, dass auch er - wie der Volksmund - langsam vergessen wird. Deshalb will ich mit zwei seiner Zeichnungen [Quelle Flügge G.] hier  an ihn erinnern:

 
  Zille-Miljöh      Zille-Bilder, Titel
  Die linke Zeichnung trägt diese Unterschrift:
Patzkopps Mariechen:
"Jott nee - wat der Maxe schon for ne kesse Sohle tanzt!"



Fachsprache und Volkssprache

Doch die Wissenschaft (die „Fachsprache“) hält nicht viel vom Volksmund.
„Wie das Volk spricht“, (Volksmund) ist ein mehrdeutiger Begriff, der heute in den Fachsprachen nicht mehr benutzt wird. Er steht für:

- Die „im Volk lebendige mündliche Überlieferung“;[1] J. G. Herder prägte dafür auch den Ausdruck Volkspoesie als Gesamtheit der volkstümlichen literarischen und mündlichen Überlieferungen, und rechnet dazu das Volkslied, Erzählungen, Volksmärchen, aber auch Sprichwörter, Kinderreime, Bauernregeln und ähnliches.

- Den „volkstümlichen Sprachgebrauch“,[1] die Alltagssprache oder Umgangssprache im Gegensatz zum fachwissenschaftlichen Sprachgebrauch, veraltet auch für die Mundart, ein Wort, das aber auch für Dialekt stehen kann.
 
  Dieses Zitat habe entnommen der Wikipedia über "Volksmund", gefunden am 12. 12. 2011.
Die Quellenangabe[1] in dem Wikipedia-Artikel meint das Digitale Wörterbuch der Deutschen Sprache des 20. Jahrhunderts. Dort steht über Volksmund:
„im Volk lebendige mündliche Überlieferung, volkstümlicher Sprachgebrauch“.
(Hervorhebungen im Text von mir - B. K.)


Natürlich gehören Überlieferung und Sprachgebrauch untrennbar zusammen, aber das sei nur am Rande erwähnt.

Merke:
Die da oben  - die  "eingebildeten Fatzken", "Sesselfurzer" usw. - nehmen nicht einmal mehr das Wort "Volksmund" gern in den Mund.


Rettet den Volksmund!

Angesichts der Ignoranz des Volksmundes von oben und der galoppierenden Verarmung der Alltagssprache (wesentlich von den Massenmedien beschleunigt) steht zu befürchten, dass der Volksmund mit seinen Redewendungen, Schnoddrigkeiten, hintersinnigen Sprüchen und Derbheiten aussterben wird.
Ich sammle weiter und hoffe, mithelfen zu können, ihn zu retten.

Diese Verarmung der Alltagssprache ist nicht Teil, nicht Wesen des Volksmundes, sondern Teil seiner gezielten Zerstörung. 
Hiermit rufe ich Sie auf:
Pflegen Sie den Volksmund, verwenden Sie die alten Sprüche, geben Sie sie an Ihre Kinder weiter.  Sprechen Sie den Dialekt Ihrer Region mit ihnen. Auch wenn diese es sich nicht anmerken lassen – es bleibt vieles hängen und eines Tages erkennen sie vielleicht die Kunst, die Weisheit und die Schönheit dieser Sprachform.



Beispiele - ohne oder mit kurzen Kommentaren


Die Kleinen hängt man - die Großen lässt man laufen.
(alte Erfahrung aus der Rechtsprechung, wie es scheint immer noch aktuell)


Einige Beispiele mit - man verzeihe mir - ausschweifend langen Kommentaren


Wenn jemand  Kummer oder  Ärger hat:
Na, welche Laus ist dir denn wieder über die Leber gelaufen?

oder
Was hat dir denn die Petersilie verhagelt?


Ahnungen,  Vermutungen,  Gerüchte
Bei solchen Sprüchen bewundere ich immer die wunderschöne, anschauliche und letztlich auch mit Situationskomik verbundene Bildsprache. Auch die folgenden Beispiele sind von ausgesuchter Komik und höchst anschaulicher Bildsprache:

Nachtigall, ich (ick) hör dir trapsen.
"Trapsen" (auch "trappen") meint, dass jemand so derb auftritt, dass seine Schritte laut zu hören sind. Natürlich weiß jeder, dass  die Tritte einer Nachtigall das genaue Gegenteil davon sind - leise, geradezu unhörbar bewegt sich dieser Vogel auf seinen Füßen. Wer also etwas wahrnehmen (ahnen, vermuten) kann, das andere nicht wahrnehmen, der hört - bildlich, im übertragenen Sinne - das leiseste Geräusch.
In diesem Fall bezieht sich der Spruch allerdings auf einen geradezu überdeutlich erkennbaren Sachverhalt bzw. die  fast sichere Annahme eines solchen.

Ein ähnliches, ebenso anschauliches Bild vermittelt der Spruch
Da hört wohl einer das Gras wachsen.
Der erste Spruch ist  ein Eigenbekenntnis, der zweite eine spöttische Aussage anderer über denjenigen, der angeblich mit einem so besonderen Gehör begabt ist.


Philosophisches
1) Was nicht ist, kann noch werden.

Was haben sich Philosophen abgeplagt, die Dialektik von Sein und Werden zu durchschauen. Dieser Satz sagt "alles": Es "gibt" neben dem realen Sein, dem, was ist oder war, auch ein "potentielles", ein "mögliches" Sein, das - das liegt in der Natur der Potentialität - erst in der Zukunft in ein reales Sein überführt werden kann.
Die Mathematik hat dieses Wissen in die Regeln von Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik gepackt. Damit umgeht sie gekonnt den eigentlichen Inhalt der Aussage: die Möglichkeit, dass irgendwann irgendetwas geschehen kann, das es noch nie gegeben hat, etwas völlig Neues.
Dieser Möglichkeit stehen Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik hilflos gegenüber.

2a) Ein Berg kreißte und gebar ein Mäuschen.
oder:
2b) Die haben mal wieder mit Kanonen auf Spatzen geschossen.
Die Disharmonie  (die Störung des Verhältnisses) zwischen Aufwand und Nutzen bzw.  angestrebtem Ergebnis  wird hier in einprägsamen Bildern anschaulich gemacht  und - darauf möchte ich wieder ausdrücklich hinweisen - diese Bilder haben immer auch diesen leichten, nicht wirklich verletzenden komisch-heiter-spöttischen Unterton.

 3) Der sieht ja den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Das ist ein Bild zu einem geradezu klassischen erkenntnistheoretischen Problem: wenn ich etwas nur analytisch (atomistisch) betrachte und nicht auch das ganze System (die Ganzheit, die Einheit) erkenne, kann ich im wahrsten Sinne des Wortes "das Ganze nicht erkennen". Wenn man nichts von der Spezifik des Funktionierens von Systemen weiß (ein Wald ist ein System, er ist "mehr" als nur die Summe seiner Bäume: dazu gehören auch die Tiere, Pilze, sonstigen Pflanzen - und nicht zu vergessen heutzutage - der Heger), kann man es auch nicht zielgerichtet-sinnvoll beeinflussen, sondern nur stören.

Vor Jahren gab es den Disney-Zeichentrickfilm "Pocahontas":
John Smith aus Europa und Pocahontas, die Tochter eines Indianerhäuptlings (Pocahontas ist historisch verbürgt, hat wirklich gelebt) treffen in der ersten Phase der Eroberung Amerikas aufeinander. Irgendwann sagt Pocahontas, die den Geist der Bäume hören kann, zu John, der sich ausrechnet, was man an dem Holz verdienen kann:
"Du siehst nur das Holz, nicht die Bäume, nicht den Wald. ..."

Wer nicht weiß, wie Systeme funktionieren, für den wird z. B. die Aussage über die Beziehung von "Teil und Ganzem"  immer unverständliches Geschwafel bleiben.

Hier noch eine Abwandlung zu obigem Spruch 3:
Der guckt wie ein Schwein ins Uhrwerk.

4) Der Morgen ist klüger als der Abend.
Baba Jaga, die Hexe aus dem russ. Volksmärchen sagt das zu Iwan, der sich bei ihr Rat holen will. Man weiß es ja aus eigener Erfahrung. Einmal "drüber schlafen" hilft schon, dass der Kopf wieder klar ist und man ein Problem nun aus ganz anderem Blickwinkel sehen kann. Oft ist dann auch die Lösung nicht mehr weit.

5) Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

6a) Gottes Mühlen mahlen langsam.
und
6b) Gut Ding will Weile haben.
Was es mit diesen beiden Sprüchen auf sich hat, will ich Ihnen an dieser Stelle nicht zumuten, das geht weit in die Physik - ich nenne nur ein Stichwort: das Prinzip der kleinsten Wirkung.
Auch "Eile mit Weile" meint dieses Phänomen: Wer einen Prozess künstlich beschleunigen will, wird sein Ziel nicht erreichen. Heutige Alltagshektik (Die Worte "Hektik" bzw. "hektisch" stammen übrigens aus der medizinischen Fachsprache und bedeuten "krankhafte Betriebsamkeit", "sprunghaft", "gehetzt" ) zeigt mit ihren katastrophalen "Nebenwirkungen", was passiert, wenn man diese Grundweisheit, diese Urwissen der Menschen nicht beachtet. Was das  Wort "Weile" meint, wissen heute die wenigsten: "an einem Ort verweilen" (innehalten) ist ein Beispiel für seine Bedeutung. Doch heute kennt man Weile höchstens als "Langeweile" - das emotionale Gegenteil von "Weile" in seiner Bedeutung von "Ruhe, Rast, Pause". Später erfolgte eine Bedeutungserweiterung hin zu "Zeitraum": "Lass uns noch eine Weile (ein Weilchen)  sitzen bleiben."

Und hier kommt mein absoluter Liebling unter den philosophischen Weisheiten des Volkes:
7) Das dauert ja wieder eine halbe Ewigkeit.
(auch in der Version: Das dauert ja wieder ewig und drei Tage.)
Der Volksmund hat ein hübsches Beispiel geschaffen für etwas "Unteilbares": die  Paradoxie der "halbe Ewigkeit".  
"Das dauert ja wieder eine halbe Ewigkeit."- wird gern gesagt, wenn man auf jemanden warten muss, der (die)  einfach nicht fertig wird. Doch meist denkt man nicht weiter darüber nach: Was besagt das, eine "halbe Ewigkeit"? Vielleicht spielen Sie erst einmal  selbst ein wenig mit diesem Begriff, ehe Sie weiterlesen?

Ewigkeit als unendlich vorgestellte Zeit ist nicht teilbar. Alles unbegrenzte ist unteilbar. Es gibt vielleicht die Ewigkeit, die halbe Ewigkeit gibt es  ganz bestimmt nicht. Das ist schon eigenartig. Teilbarkeit ist ein Phänomen räumlicher und zeitlicher Begrenztheit.
Zu einer "Ewigkeit" (unendlich langen Zeit) lässt sich auch nichts mehr addieren - sie bleibt trotzdem "eine Ewigkeit". 

In der Mathematik spiegelt sich dieses Phänomen in der Unmöglichkeit des Rechnens mit "unendlich" bzw. der Division durch Null wider:

"Zwei mal unendlich" geht nicht, denn es ergäbe auch "nur" unendlich.
Eine solche "Rechnung" würde die  Rechenregeln verletzten, ist also "verboten".

Der Volksmund SPIELT (!) mit diesem - den Philosophen und Mathematikern so unheimlichen - Widerspruch von Endlichkeit und Unendlichkeit!
Köstlich!


Eine Zugabe habe ich noch:
"Das ist ein Ding der Unmöglichkeit." - aber den Kommentar zu diesem Wortspiel erspare ich Ihnen.

Auf einer anderen Seite dieser Website wird diese Rechnung aufgemacht: 
                  Null mal Unendlich ist eins

(Welche Bewandnis es mit dieser seltsamen Formel hat, dazu gibt es mehr in GOTTESFORMEL - in DIE BESTEN GEDANKEN » PHILOSOPHIE + ETHIK )

Ermahnungen  und Belehrungen,  vorwiegend für  Kinder

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.
Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
Früh krümmt sich, was ein Häkchen werden will.
Ehe der Faule zweimal geht, trägt er sich bucklig.


Noch ein paar  Wort-Beispiele:
Kummer-Speck
Affentheater

Rasier-Loge
- für die erste Reihe im Kino, weil man dort früher schräg nach oben sah, das Kinn also reckte wie beim Frisör zum Rasieren

Zollstock - unausrottbare Bezeichnung des offiziell "Gliedermaßstab" genannten Längenmessgerätes, das schon lange keine "Zoll" sondern "Zentimeter" misst

Glühbirne - da konnte man noch so oft gesagt bekommen, dieser Leuchtkörper sei eine "Glühlampe" und die "Lampe" sei eine "Leuchte", es blieb bei der "Glühbirne." Bis vor kurzem, denn nun wird das Wort wohl wie der damit bezeichnete Leuchtkörper selbst aus unserem Alltag und Sprachgebrauch verschwinden.

Klunkern - respektlose Bezeichnung für wertvollen Schmuck aus Edelsteinen[A3].
Genau in diesem Sinne verwendete der DDR-Radrennfahrer "Täve" Schur diesen Begriff auf einer Veranstaltung im Wittenberger Theater "Phönix" im September 2012 - und das Publikum jubelte und bog sich vor Lachen.

Wie weit verbreitet ist eigentlich noch die Masse-Maßeinheit "Pfund"? Ich verwende sie noch immer gern und die jungen Verkäuferinnen wissen, was gemeint ist: 500 Gramm bzw. ein halbes Kilogramm.

Warum halten sich solche Begriffe  entgegen aller Logik und Rationalität so lange in der Alltagssprache? Ist es nur Gewohnheit, oder könnte es sein, dass das  Volk manche Wörte einfach zu sehr liebt, um sie so ohne weiteres aufzugeben?

 
 
Anmerkung A1
Einer seiner berühmtesten Aussprüche ging in den Volksmund über: "Ihr rülpset nicht, ihr ferzet nicht, hat es euch nicht geschmecket?". Prägend waren seine Arbeiten für die Entwicklung einer einheitlichen deutschen Schriftsprache. Dass er auch eine Kirchenspaltung auslöste, wird als die wichtigere Tat gesehen. Nun ist die auslösende Tat - als "Thesenanschlag" berühmt geworden - bald 500 Jahre her und wird im  Jahr 2017 groß gefeiert. Ich hoffe, dass nun schon klar ist, wen ich meine - Martin Luther.

 
Anmerkung A2
 Diese hier in Anführungszeichen gesetzten Worte sind nicht aus dem Volksmund, sind nicht aus der Sprache des Volkes. Das ist eindeutig "Herrschaftssprache": erniedrigend, herabsetzend, diskriminierend, beleidigend und - am allerschlimmsten - absolut humorlos, witzlos und bitterernst.


 
Anmerkung A3
Wer sich mit "Klunkern" behängt, will beneidet werden. Es geht nicht mehr um ästhetische Fragen, sondern darum, Reichtum (i. a. am Körper der Gattin) protzend zur Schau zu stellen. Doch "der Neid der Besitzlosen" hält sich in Grenzen, paart sich mit Spott.
So wie bereits die Fach- bzw. Wissenschaftssprache  den Ausdruck "Volksmund" lieber vermeidet, ist offenbar auch die Sprachforschung diesem nicht besonders hold. Ich halte die von den Schreibern des Duden-Herkunftswörterbuches  gegebene Erklärung für das Wort "Klunkern" für nicht ganz zutreffend, da sie diesen spöttischen Aspekt völlig unterschlägt, will sie hier gern zum Vergleich nennen:

 Der vorwiegend nordd. Ausdruck für "Klümpchen; Troddel, Quaste" ist mit der nord. Sippe von schwed. mdal. klunk "Klumpen" und weiterhin mit der unter -> Klüngel behandelten Wörtern verwandt. Ugs. wird 'Klunker' auch im Sinne von "[baumelndes] Schmuckstück" verwendet.


 

Seitenversion:
akt. am 31.05.2016
URL: www.brunhild-krueger.de/spr/spr3-volksmund/spr30_volksmund.html

 
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Bearbeitungsnotizen:
N20161021 - siehe Lene Voigt in der Wikipedia: das arme Sächsisch - zwischen "unheldisch" und "Ulbricht-Parodie" immer wieder geschmäht   - mit einbeziehen!! Denn Sächsisch ist neben dem Berlinerischen DIE Sprache des Volksmundes!