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31. 12. 2008
Hexe
Weibliches Wissen, Denken und Erkennen
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Wilber, K.
 


Namen und einzelne Quellen
Ken Wilber - Eine kurze Geschichte des Kosmos

Ken Wilber
„Eine kurze Geschichte des Kosmos“,
Fischer Taschenbuch Verlag Frankf. / Main, 2000

Vorerst zitiere ich auf dieser Seite nur einige Textstellen von ihm ausführlicher, die im Zusammenhang mit seiner Einschätzung männlicher Denkweise in der Kurzform

"Vögele es oder töte es"
stehen.

Die sehr gute sachliche  Analyse der Beziehungen der Geschlechter, die auch in diesem Buch zu finden ist, werde ich irgendwann ergänzen.
 
S. 22:
„aber es scheint, daß Testosteron zwei und nur zwei Antriebe hervorruft: Vögele es oder töte es.“
 
Fortsetzung des Zitats auf S. 23:
„Männer haben praktisch von Beginn an die Last dieses biologischen Alptraums zu tragen, den sich Frauen kaum vorstellen können.... Schlimmer ist, daß Männer diese beiden Antriebe manchmal miteinander verschmelzen und verwechseln, so daß Vögeln und Töten eine gefährliche Verbindung eingehen.”

Das Analogon bei Frauen - so Ken Wilber - ist das Hormon Ocytocin,

„ein Hormon, das Frauen zu überschwemmen scheint, wenn bloß ihre Haut gestreichelt wird. Ocytocin wurde schon als „Beziehungsdroge” bezeichnet; es erzeugt einen unglaublich starken Drang nach Verbundenheit, Beziehung, Fürsorge, Halten, Berühren.
Es ist leicht einzusehen, daß sowohl Testosteron als auch Ocytocin Notwendigkeiten der biologischen Entwicklung waren, wobei ersteres Fortpflanzung und Überlebe, letzteres die mütterliche Fürsorge sicherstellte....”

In "Analogie" zu den Wirkungen des Testosterons hat also Ocytocin die Wirkung
„schaffe und pflege eine fürsorgliche, umfassende, aufmerksame greifbare Beziehung.”
 
S. 72
„Mit der Familisierung des Mannes beginnt aber die einzigartige, schwere, langwierige und alptraumhafte Aufgabe aller späteren Zivilisationen: die Zähmung des Testosterons”
 
Kommentar
Zivilisationsgeschichte ist also aus Ken Wilbers Sicht gleichbedeutend mit Zähmung männlicher Triebe.
Das ist in jeder Beziehung eine recht einseitige Sicht auf Geschichte:

1. wird Geschichte damit auf die Rolle bzw. das Verhalten der Männer reduziert.

2. geht es eigentlich nicht so sehr um "Zähmung". Die Natur hat sich ganz sicher mehr dabei "gedacht", diese Triebe auszuprägen, so daß es nicht Sinn sein kann, sie zu "zähmen" oder gar zu unterdrücken.
Es geht vielmehr darum, in welcher Form sie zivilisiert ausagiert werden können. Wenn es um das "Vögeln" geht, wäre es durchaus vorstellbar, daß die Kinder in der Schule ein Pflichtfach "Liebeskunst" bekämen: die Fähigkeit lernen, den Sexualtrieb mit höchstem Genuß und höchster Kunstfertigkeit zu befriedigen - vergleichbar mit dem Fünf-Sterne-Restaurant der feinen Küche. 
Huch nein, wie kann man so was denken ?

3. Ich stelle in Frage, daß der Tötungstrieb beim heutigen Mann derartig ausgeprägt ist. Die Traumata der Soldaten, die aus Afghanistan zurückkommen, sprechen eine andere Sprache.
Mit anderen Worten:  Es geht darum, den einen Trieb zu entfalten und zu "verfeinern", den  anderen (da er nicht  mehr benötigt wird!) zu dämpfen, umzuprogrammieren, in spielerischen Formen abzureagieren usw.

4. Wer - bitteschön - soll denn diese Zähmung leisten? Die Frauen? Oder ist es eine Aufgabe der "Selbstbeherrschung" und "Selbstkontrolle" der Männer? - Und dann wäre es wünschenswert, diese Frage einmal in aller Offenheit und Öffentlichkeit zu diskutieren.
 
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