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01. 05. 2009
Hexe
Weibliches Wissen, Denken und Erkennen
Stationen eines "eigen-willigen" Erkenntnisweges
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Kreuter, M.-L.
 


Namen  und einzelne Quellen
Marie-Luise Kreuter - Der Bio-Garten
Der Bio-Garten
Der praktische Ratgeber für den naturgemäßen Anbau von Gemüse, Obst und Blumen

Dieser Ratgeber erschien erstmals im Jahr 1981. Mein Exemplar ist aus der
19., durchgesehenen Auflage von 1997
Erschienen ist das Buch in der
BLV Verlagsgesellschaft mbH
München Wien Zürich
ISBN 3-405-14499-X

Das Buch wurde mit dem Buchpreis der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft ausgezeichnet.
Der Bio-Garten

Neben vielen schönen, anregenden Gartentips schreibt Frau Kreuter in Vorwort und Einleitung auch ihre Meinung über den heute üblichen zerstörerischen Umgang mit der Natur und den möglichen Ausweg.  Tiefstes weibliches Denken  der Verantwortung für das Leben in seiner Gesamtheit, Liebe und Verantwortung sprechen aus ihren Worten.

Einige ihrer Gedanken will ich hier übernehmen:
Gesundes Leben
"Es wurde mir immer klarer, daß die Zahl derjenigen Freizeitgärtner, die bereit und guten Willens sind, nach den Regeln der Natur zu arbeiten, unaufhörlich anschwillt. Es handelt sich nicht mehr nur um eine weltfremde Minderheit. Der Wunsch, gesundes Leben wenigstens im eigenen Garten zu verwirklichen, ist so weit verbreitet ..."
Aus dem Vorwort, S. 8
Verantwortungs-bewußtes Handeln
"... daß informierte Bio-Gärtner nicht im sektiererischen Abseits stehen, sondern daß sie sich innerhalb einer Entwicklung bewegen, die alte  Erfahrungen und modernste  wissenschaftliche Erkenntnisse umsetzt in verantwortungsbewußtes Handeln."
Umwelt retten
"Dieses Buch wurde für Hunderttausende von Gärtnern zum Wegbegleiter in einen gesunden Garten ohne »Ängste«. Gleichzeitig entwickelte sich die Methode des naturgemäßgen Gärtnerns zu einem wichtigen Bestandteil des allgemeinen Bemühens, unsere Umwelt zu retten und die Erde zu regenerieren."
aus dem Vorwort zur 10. Auflage, S. 8f
Die wachsende Bedrohung für unsere Erde
"Die Umweltsituation auf unserem Planeten wird immer bedrohlicher. Wir alle müssen mithelfen, noch Schlimmeres zu verhüten.  Fangen wir im eigenen Umfeld an. ..."
aus dem Vorwort zur 18. Auflage, acht Jahre nach der 10. Auflage, S. 9
Liebe und Verständnis
"Sie finden in diesem Buch eine Fülle von praktischen Ratschlägen und Rezepten. Aber meine wichtigste Empfehlung lautet: Schauen Sie alles, was in Ihrem Garten wächst und lebt, mit Liebe und Verständnis an. Alles Lebendige ist eine Einheit. ... Wer lernt, alles Lebendige zu lieben und zu achten, der wird immer richtig handeln; er braucht keine Rezepte mehr."
ebenda,
Hervorhebung von mir - B. K.
Der Paradies-Garten  und die vielfältigen Möglichkeiten, die ein Garten heute bietet
Der Garten Eden oder das Paradies gelten allgemein als Orte höchster Vollkommenheit und Harmonie, als Orte, in denen es friedlich zugeht.
Der Garten heute bietet nicht nur die Möglichkeit, den menschlichen Traum vom Einklang mit der Natur wenigstens auf kleinstem Raum zu realisieren, er ist auch ein Ort, an dem der Mensch seinem Spieltrieb freien Lauf lassen kann, sein Bedürfnis nach Schönheit befriedigen kann.

Nach der Vertreibung aus dem Garten Eden:
singemäß aus der Einfühung, S. 10
Wie der Krieg in die Gärten getragen wurde
"züngelten überall auf der Erde die Flammen von Mißgunst und Feindschaft hoch. Aus dem ursprünglichen Miteinander wurde erbittertes Gegeneinander.
Es blieb unserem Jahrhundert vorbehalten, diesen unaufhörlichen Krieg bis in die Gärten zu tragen. Der allgemeine Sprachgebrauch macht deutlich, was geschieht: Pflanzen und Tiere werden eingeteilt in »nützlich« und »schädlich«. Unkraut und Läuse müssen »bekämpft« und »ausgerottet« werden. Kohlweißlinge im Gemüsegarten und Gänseblümchen im Rasen werden »vernichtet«, Pilze radikal »abgetötet«. Man nennt das Pflanzenschutz. Aber es ist ein ungeheures Gemetzel, eine Mordmaschinerie ohnegleichen, die Schädlinge und Unschuldige gleichermaßen trifft.  Nur: die milliardenfachen Opfer von Insektiziden, Fungiziden und Herbiziden sind meist so winzig, daß niemand ihren Todeskampf sieht - oder mit ansehen muß."
aus der Einfühung, S. 10
Die Folgen dieses Krieges
"... zerstörte Böden, verschmutztes Grundwasser, anfällige Kulturpflanzen, minderwertige Früchte und neue Schädlingsrassen, die stärker und resistenter sind als je zuvor."
ebenda
Ein Garten ohne Giftkrieg ist möglich
"Wie dieses Unternehmen in der Theorie und in der Praxis  aussieht, soll in diesem Buch gezeigt werden."
ebenda
Die Ernüchterung
"Eine neue Zeit des Umbruchs [in der Landwirtschaft und Gärtnerei] ist gekommen. Die Begeisterung für die Errungenschaften der Moderne ist Ernüchterung und Furcht gewichen, weil die Nachteile mit weltweiten Folgen sichtbar wurden. Dies  bedeutet nicht - wie viele im Übereifer meinen - , daß Chemie und Technik Erfindungen des Teufels sind. Im Gegenteil: beide sind großartige Beispiele für die Möglichkeiten, die menschlicher Geist zu erschließen vermag.
aus der Einfühung, S. 11
Die Maßlosigkeit der Vertreter der "Natur"-Wissenschaften
Der Fehler lag in der Maßlosigkeit, mit der die Vertreter der Naturwissenschaften sich weite Bereiche des Lebens rigoros untertan machten.  In vernünftigen Grenzen bedeuten Chemie und Technik sicher einen Segen für die Menschheit ..."
 
Die Umwelt ist aus dem Gleichgewicht geraten
"Die Umwelt ist - nicht nur durch die Landwirtschaft -  bedrohlich aus dem Gleichgewicht geraten. Im Gegensatz zu früheren Epochen haben wir aber weder Zeit noch Raum, um die Regenerierung  der Natur überlassen zu können.  Diesmal ist die Natur auf die wachsende Vernunft der Menschen angewiesen.
ebenda
Einheit von Natur und Kultur
"Nach natürlichen Methoden gärtnern bedeutet nicht, der Natur einfach ihren Lauf zu lassen. Seit Jahrtausenden haben die Menschen in ihren Gärten Pflanzen in »Kultur« genommen. Sie versuchten auf verschiedene Weise, höhere Erträge zu gewinnen. Nur so konnte die wachsende Menschheit ernährt werden.  Wer dicke Kohlköpfe ernten will, der muß »künstlich« eingreifen mit Pflanzennahrung aus Menschenhand. Was die Natur wild wachsen läßt, wird ihm nie genügen. Auch der biologische Gärtner ist in diesem Sinne ein »kultivierter« Gärtner. Er bemüht sich allerdings, seine Eingriffe ins natürliche Gefüge so zu gestalten, daß keine Störungen entstehen. Er versucht in der künstlichen Welt seines Gartens ein neues Gleichgewicht zu schaffen  - in Übereinstimmung mit der Natur."
 
Das System Leben
Alles Leben auf der Welt ist in komplizierten Kreisläufen miteinander verbunden.  Das am höchsten entwickelte Wesen ist deshalb abhängig davon, daß die einfachsten Lebensformen funktionieren. Wenn die winzigen Bakterien im Boden zugrunde gehen, so läuten sie auch den Untergang für Pflanzen, Tiere und Menschen ein.
Schon 350 v. Chr. erkannt er taoistische Philosoph Dschung Dsi:»Nun ist das, was man die Welt nennt, die Einheit aller Geschöpfe. « ..."

"Was heißt also biologisch gärtnern? Es bedeutet, ganz einfach gesagt: mit der Natur arbeiten, nie gegen sie. Dies setzt voraus, daß ein Gärtner die wichtigsten Gesetze dieser Natur kennt und daß er ständig selbst mit wachem Auge beobachtet, was in seinem Garten geschieht. ... Biologische Methoden sind - auf uralter Grundlage - Entwicklungen, die in die Zukunft weisen. Auch sie bedienen sich der wissenschaftlichen und technischen Errungenschaften unserer Zeit. Aber sie tun es behutsam."
aus dem ersten Kapitel "Die Grundlagen",
S. 13f
Freude an der Arbeit und Leistungsprinzip
Eine Erfahrung vermittelt Gartenarbeit neben all den anderen positiven Nebeneffekten, die sie hat, auch noch: der Freizeitgärtner steht in keiner äußeren Pflicht, er wird nicht durch einen Arbeitgeber gehetzt, muß keine Leistung abrechnen, von der der Lohn abhängt. Marie-Luise Kreuter beschreibt es so:
"Es kommt ihm, da Hobby und Arbeit sich im Garten verbinden, nicht auf eine Stunde mehr oder weniger an."

Wer Gartenarbeit kennt, weiß, daß die Stunden verfliegen und es schwer fällt, aufhören zu müssen, vor allem dann, wenn man seine eigenen Ideen in die Gestaltung des Gartens einbringt.
S. 10
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