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08. 05. 2009
Hexe
Weibliches Wissen, Denken und Erkennen
Stationen eines "eigen-willigen" Erkenntnisweges
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Die Physikerin Selbst denken männl. + weibl. Fridolin Die weise Alte Das Klatschweib
Estés,  Clarissa P.
 


Namen  und einzelne Quellen
Clarissa Pinkola Estés und "Die Wolfsfrau"

Kennen Sie die Göttin Baubo? Sie haben noch nichts von der "Göttin der Obszönität" gehört und wissen auch nicht, was das Wort "obszön" ursprünglich bedeutete? Dann werden Sie in diesem Buch fündig. Aber natürlich gibt es darin noch viel, viel mehr spannendes und interessantes, nie zuvor gehörtes "weibliches Wissen":

Clarissa Pinkola Estés
Die Wolfsfrau
Die Kraft der weiblichen Urinstinkte
Aus dem Amerikanischen von Mascha Rabben
Erschienen im
Wilhelm Heyne Verlag München.
Ich beziehe mich auf die 24. Auflage der überarbeiteten  und erweiterten Ausgabe  von 1995
ISBN 3 - 453 - 13226 - 2

Dieses Buch wurde beim Erscheinen sehr gelobt, nun ist es wieder ziemlich still darum geworden.

Im folgenden will ich etwas über die Autorin schreiben, einige Pressestimmen wiedergeben und einen ganz kleinen Einblick in dieses  immerhin 560 Seiten umfangreiche Buch geben.
Titelbild von "Die Wolfsfrau"
1. Die Autorin
von der Rückseite des Buches
Clarissa Pinkola Estés hat den Weg bereitet für ein neues Frauenbewußtsein: In Märchen und Mythen zeigt sie uns jene schlummernde weibliche Kraftquelle, die jede Frau in sich trägt. Haben wir die  Wolfsfrau wider in uns entdeckt, so finden wir zurück zu Leidenschaft, Kreativität, Instinkt und Selbstbewußtsein.
 
Das kurze Vorwort der Autorin in vollem Wortlaut
Wir alle sind von einer Sehnsucht nach wilder Ursprünglichkeit erfüllt. Aber es gibt kaum ein kulturell akzeptiertes Mittel, das diese Art von Heißhunger stillt. Man hat uns Scham vor diesem Verlangen anerzogen, und so haben wir gelernt, unserer Gefühle hinter langen Haarmähnen zu verbergen. Aber ein Schatten der Wilden Frau verfolgt uns bei Tag und auch bei Nacht. Wo wir auch hingehen, ein Schatten trottet hinter uns her - und immer einer auf  vier Beinen.
 
spärliche Lebensdaten
Von ihr erfährt man im Buch nur, daß sie die Tochter mexikanischer Eltern ist, im Bereich multikultureller Studien und klinischer Psychologie promovierte, der Lehre C. G. Jungs anhängt und als Psychoanalytikerin arbeitet. Sie erhielt den Titel "Cantadora" aufgrund ihrer erzählerischen Begabung.
 
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2. Pressestimmen  
von der Rückseite des Buches 
»Ein Buch zum Lachen, Zornigwerden und Wiedererkennen: poetisch, klug - und völlig anders als die üblichen Psychoschmöker! «
Journal für die Frau

»Dr. Clarissa Pinkola Estés ist das Kunststück gelungen, gleichhzeitig ein fundiertes Fachbuch von hohem Niveau und ein Buch voller Geschichten und Gesänge zu schreiben. «
Süddeutsche Zeitung

»Eine Hommage an die weibliche Intuition .. Das Buch avancierte ... zum Kultbuch. «
Brigitte
 
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3. Ein paar Notizen über das Buch  
Aus dem Buchtext auf S. 2
Auf dem tiefsten, unerforschten Grund ihrer weiblichen Psyche kann jede Frau auf eine Urkraft stoßen, die dort verschüttet liegt: ihre naturgegebene  »Wildheit«, voller richtiger Instinkte, leidenschaftlicher Kraft und alterslosem Wissen. Diese Quelle weiblicher Urenergie gilt es für die moderne Frau wiederzufinden, die sich durch unsere Zivilisation und unsere Gesellschaft in starre Rollen gepreßt sieht, die sie ihrer Urkraft beraubt haben.
Clarissa Pinkola Estés glaubt, daß eine Frau nur stark, gesund, kreativ, »heil« und glücklich sein kann, wenns ie zu den Wurzeln ihrer instinktiven Natur zurückfindet  - zur »Wolfsfrau«, der wilden, ungezähmten Urfrau in ihr.
Nur wenn eine Frau die ihr angezogene Rolle des Lieb-, Nett- und Angepaßtseins, des Gehorchens, Fügsamseins, des Sichunterordnens und Stillseins aufgibt, kann sie aufwachen und wieder »sehend«   werden. Um Zugang zu den verschütteten Energiequellen ihres Unbewußten, Unterdrückten, Verdrängten zu bekommen, muß sie sozusagen archäologisch tätig werden. Dies kann sie mit Erfolg tun, indem sie sich zum Beispiel mit Mythen, Märchen,  Geschichten, Legenden - von denen es viele in abgewandelter Form in der ganzen Welt gibt - beschäftigt, in denen auf verschlüsselte Weise das Wissen über die wilde, archetypische Frau enthalten ist.   »Erzählungen sind Medizin«, sagt die Autorin.
Rund zwanzig Mythen, Märchen und Geschichten aus den verschiedensten Kulturkreisen dieser Welt erzählt und analysiert Clarissa Pinkola Estés in diesem Buch, um Frauen wichtige Aspekte ihres Charakters und ihrer Verhaltensmuster zu erhellen, damit diese an die im eigenen Ich schlummernden gesunden, instinkthaften Eigenschaften der  »Wolfsfrau«  wieder anknüpfen können.
 
schwarz-weiß-rot
Auch in diesem Buch tauchen - wie bei Heide Göttner-Abendroth - die "Schneewittchenfarben" auf: 
Die Geschichte von der weisen Vasalisa, die wir als russischen Märchen von der "Weisen Wassilissa" als Kinder kennengelernt haben, taucht hier auf: doch sie zeigt in diesem Buch viel mehr als das Kultur-ärchen verraten hat.  Ich will nicht auf alle Details der spannend zu lesenden Interpretation dieses Märchens eingehen, nur auf die Farbsymbolik. Vasalisa, die von ihrer leiblichen Mutter eine Puppe in den Farben schwarz, weiß und rot bekommen hat, wird von der bösen Stiefmutter und deren Tochter zur Menschenfresserin Baba Yaga geschickt, um Feuer zu holen.  Die Puppe ist Wegweiser und Ratgeber.  Baba Yaga gibt dem Mädchen mehrere schwere Aufgaben zu lösen. Es tauchen auch Reiter in diesen Farben auf, dann gibt es eine Erklärung der Farbsymbolik:
siehe auch Göttner-A. in Namen
 
Weiß, rot und schwarz sind Farben, die von alters her Geburt,  Leben und Tod repräsentiert haben. Auch die alten Vorstellungen vom Abstieg in die Unterwelt des Totenreichs und vom Aufstieg in das Reich der Wiedergeborenen sind in diesen Farben enthalten - das Schwarz für die Vernichtung alter Wertvorstellungen, das Rot für das Opferblut der verlorenen beziehungsweise durchschauten Illusionen und das Weiß als die Farbe des neuen Bewußtseins, das nach den Erfahrungen  mit den beiden ersten Farben um so heller leuchtet.
Jede der drei Farben in diesen Geschichten enthält zudem einen Todes- und einen Lebensaspekt. Schwarz ist die Farbe der tiefsten, fruchtbarsten Erdschichten, aus denen neue Keime emporschießen. Das Schwarze wird also auch mit jener Zwischenwelt assoziiert, in der La Loba, die Wolfsfrau, sich vollkommen zu Hause fühlt, denn Schwarz ist nicht nur die Farbe des Todes und den schmerzlichen Lichtverlusts, soondern birgt in sich auch schon die Verheißung, daß bald etwas Neues, vielleicht noch gänzlich Unbekanntes, keimen wird.
Rot ist nicht nur die Farbe des Opferbluts, der Zornesröte, der Qual und der Gewalttätigkeit, sondern zugleich auch ein Symbol für vitale Lebenskraft, für Erregung, sexuelle Begierde und Erotik. Rot ist die Verheißung, daß etwas in Kürze aufersteht.
Weiß ist nicht nur die Farbe der unbefleckten Reinheit, es kann auch die Bleiche des Todes repräsentieren und alle blutleeren Dinge, die ihre rosige Vitalität verloren haben. Das Weiß ist die Verheißung, daß jede blanke, leere Seite im Lebensbuch eines Tages beschrieben, daß die Leere gefüllt wird.
S. 125f 
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