| Angriff |
| Der Text |
COMPUTER
Google bläst zum Angriff auf Microsoft |
Überschrift auf S. 1 der MZ vom 9. 7. 2009
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| Kommentar |
Merke: Marktwirtschaft verlangt Konkurrenz, Konkurrenz ist Kampf, Angriff und Verteidigung, also Krieg. Also schließt Marktwirtschaft das "Prinzip Krieg", das "Prinzip Gewalt" sozusagen in ihr Ideal ein. |
"MZ" siehe Quellen |
| Attacke |
| Der Text |
Streichel-Attacke
Popstar Justin Timberkale beklagt sich, daß seine früheren Freundinnen Probleme mit ihm hatten,"weil ich sie ständig mit Streichel-Attacken überfallen habe". |
MZ 2. 12. 2006, S. V 11
"MZ" siehe Quellen |
| Kommentar |
Attacke ist ein Angriff. Wer beim Streicheln angreift, hat das "Prinzip Streicheln" nicht verstanden: zuerst dem anderen etwas gutes tun. Justin sollte es mal zur Abwechslung mit einer Katze versuchen. |
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| Bahnbrecher |
| Der Text |
Das Wort "Bahnbrecher" ist entnommen dem Titel eines in der DDR in den 60er Jahren erschienen Buches: "Bahnbrecher des Atomzeitalters - Große Naturforscher von Maxwell bis Heisenberg" |
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| Kommentar |
Bahnbrecher - das suggeriert Gewalt, mit der man einen eingeschlagenen Weg fortsetzt, egal, welcher (auch begründeter und berechtigter) Widerstand sich dem entgegenstellt - Wissenschaftler, so suggeriert also der Titel, nehmen keine Rücksicht, ihre Interessen durchzusetzen. |
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| Blutbad |
| Der Text |
Menschen richten "ein Blutbad" an - egal ob in Amokläufen, Terroranschlägen oder in Kriegen.
Ich weiß nicht mehr, wer einmal gesagt hat, der Krieg sei ihm bekommen "wie eine Badekur". |
immer wieder und überall zu finden - wie lange noch? |
| Kommentar |
Was ist das für eine Sichtweise? Was sind das für Menschen, die so etwas tun, denken und solche Worte und Sätze erfinden können?
Offenbar ist deren Arterhaltungstrieb völlig verkümmert. |
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| Bomben- |
| Der Text |
Viele Worte werden mit diesem Kriegswort verbunden, z. B.:
- Bombenwetter
- Bombenstimmung
- Bombenerfolg
- Eisbombe
- Sexbombe.
"Bombardieren" hat heute die Bedeutung "mit Wucht schießen".
Der "Bums-Bomber nach Bangkok" war - so habe ich in einer TV-Sendung über Komik und Sex in Deutschland erfahren - ein Flugzeug, das deutsche Männer zum Ficken nach Thailand flog. Was kann man daran sehen: eine Vorliebe für Stabreime ist dem Deutschen nicht abhanden gekommen. |
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| Kommentar |
Gut, die "Sexbombe" ist inzwischen ein wenig aus der Mode gekommen, doch die "Bombenstimmung" hält an und "Bombenwetter" ist immer noch beliebt.
Das Wort "Bombe" ist übers Französische aus dem Lateinischen bzw. Griechischen übernommen*, "bombus" (lat.) , "bómbos" (griech.) bedeutet demnach "dumpfes Geräusch" und ist also von der Herkunft her noch gar nicht so kriegerisch.
Es ist verwandt mit unseren "Schallwörtern" bim, bam, bum bzw. den zugehörigen Verben bimmeln, bummeln, baumeln.
Besonders beeindruckend ist diese Information aus dem Fremdwörterbuch:
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*aus dem Duden-Fremdwörterbuch "Du7", Quellenangaben siehe Quellen |
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"Als Inbegriff des »Wirkungsvollen und Gewaltigen« erscheint »Bombe« auch in den Ableitungen und Zusammensetzungen bombig, bombensicher, bombenfest, Bombenerfolg, Bombenstimmung, Sexbombe, die alle im 20. Jh. entstanden sind." |
Die fette Hervorhebung des "Wirkungsvollen und Gewaltigen" ist von mir - B.K. |
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Eine weitere Ableitung ergibt sich mit "bombardieren" von franz. "bombarder" bzw. "bombarde", was so viel wie "Steinschleudermaschine" bedeutet.
In diesem Wort "Bombe" ist also männlicher Hang zu Gewalttätigkeit und Zerstörung besonders anschaulich
erkennbar. |
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| Dolchstoß |
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Es geht wieder einmal um die Frage, bis zu welchem Alkoholspiegel Autofahren noch erlaubt ist. Dieses Mal steht die 0,3-Promille-Grenze auf der Tagesordnung und - so der Untertitel des Beitrages in der Zeitung -
"Koalition streitet über neuen Alkoholwert"
Das Ziel ist Null Prozent und jeder normale Bürger fragt sich wohl, warum es nicht einfach gemacht wird. Doch da macht die CDU nicht mit, wie der "Verkehrspolitiker" Georg Brunnhuber versichert. Er will lieber verstärkte Kontrollen. Das nur als Einleitung, nun kommt der eigentliche Text, eine Äußerung des FDP-Generalsekretärs Dirk Niebel über die Forderung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Frau Sabine Bätzing (SPD): |
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| Der Text |
"Nach der Mehrwertsteuererhöhung und dem Rauchverbotschaos setzt Frau Bätzing mit dem Drehen an der Promillegrenze erneut zum Dolchstoß gegen die Arbeitsplätze in der Gastronomie an." |
MZ 02. 01. 2009, S. 5
"MZ" siehe Quellen |
| Kommentar |
Mal abgesehen von dem hübschen Wortspiel mit dem "Drehen an der Promillegrenze" und abgesehen von der Frage, welche Arbeitsplätze zu rechtfertigen sind und ob es nicht eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Tabak- und Spirituosenindustrie sowie Gastronomie geben sollte nach dieser Bemerkung, (vielleicht mit Hilfe einer Saufprämie für Politiker in Analogie zur Abwrackprämie für Autos zum Ankurbeln der Autoindustrie?) -
das eigentlich kriegerische ist das Wort "Dolchstoß", das in meinem Kopf die "Dolchstoß-Legende" assoziiert. Die Brockhaus-Enzyklopädie (Kürzel für Quellenangaben: "BDE") widmet diesem Stichwort neben einem 22zeiligen Text eine Abbildung von einem Wahlplakat, das mit der Dolchstoßlegende Propaganda macht für "deutschnational".
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| aus der BDE über die "Dolchstroß-Legende" |
"... die nach dem Ersten Weltkrieg verbreitete These, dass Teile der dt. Heimatbevölkerung, ... durch ihre revolutionäre Tätigkeit das »im Felde unbesiegte« dt. Frontheer »von hinten erdolcht« und dadurch den Zusammenbruch Dtl.s verschuldet hätten.
...
Die D. knüpft eine sachlich unzutreffende Verbindung zw. der militär. Niederlage und den revolutionären Bestrebungen in Dtl. bei Kriegsende; sie entwickelte sich zu einer Kampfparole der polit. Rechten gegen die Linke. Die Nationalsozialisten gebrauchten sie gegen die Weimarer Rep. und ihre Regierungen. ..." |
In dem stark gekürzten Zitat sind die Hervorhebungen von mir - B. K..
genauere Angaben zur "BDE" - siehe Quellen |
| Erobern |
| Der Text |
Das Internet erobert die Kinderzimmer
Immer mehr Sieben- bis Zehnjährige surfen.
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Überschrift in der MZ vom 11. 07. 2009, S. 10 |
| Kommentar |
Eindeutig klar dürfte sein, daß "erobern" ein typisches Wort aus der Sprache der Krieger ist. Erobert wird z. B. Land, das einem eigentlich nicht gehört. Bodenschätze oder auch Menschen als billige Arbeitskräfte sind das Ziel. Meist übernehmen die Eroberer auch die geistige Herrschaft, bestimmen den Alltag der Bürger mit Gesetzen und Regeln - und mit Geld. Absatzmärkte werden auch "erobert". Selbst bei der Partnerwahl ist es gelegentlich üblich, in der Kriegersprache von "erobern" zu reden.
Erobern ist fast synonym mit "besiegen", weil der, der erobert wird, meist das Mitspracherecht verliert und sich dem Sieger oder Eroberer in allem unterordnen muß.
Was mir an dieser Überschrift besonders zu denken gibt - wenn man schon unbedingt das Wort "erobern" verwenden will, warum heißt sie eigentlich nicht:
"Immer mehr Sieben- bis Zehnjährige erobern das Internet" - ? |
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| Jäger und Gejagte |
| Der Text |
Die Jagd auf Temposünder |
n-tv 23. 6. 2009,
ca 18.49 Uhr |
| Kommentar |
Die Polizei macht Jagd auf Menschen, auf Menschen, die "Sünder" sind. Da hilft jahrhundertealte christliche Sprachgewohnheit gleich, diese Menschen, diese Gejagten, in ein bestimmte Denk-Schubfach zu stecken: Sünder gehören in die Hölle.
Das aus meiner Sicht interessanteste an dieser Jagd ist, daß die echt stattfindet: Polizeiautos fahren den Autos hinterher. Wollen sie sie einholen und anhalten, müssen sie etwas eigenartiges tun: sie müssen noch schneller fahren als die Sünder. Mit anderen Worten: die "Guten" dürfen hier etwas tun, was den "Bösen" verboten ist - Linzenz zum Übertreten der Straßenverkehrsordnung. |
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| Kampf |
| Armuts-Bekämpfung - der Text |
Armuts-Bekämpfung
Dieses Wort ist ständig zu hören. Es gehört in engen Zusammenhang zum Wort "Unterschicht": da ich selbst betroffen bin, kann ich die Empfindungen wiedergeben, wenn ich dieses Wort höre: Angst!
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| Kommentar |
Die Armut wird in dieser Terminologie wie eine Krankeit, eine Gefahr dargestellt. Wer aber ist Schuld daran? Die Träger der Armut sind es selbst. So wird es in parallenen Darstellungen immer wieder gezeigt - Schmarotzer, Faule, die auf Kosten der Gemeinschaft leben.
Die Angst rührt aus folgender Überlegung: Aus ökonomischer Sicht ist es kostengünstiger, Armut dadurch zu bekämpfen, daß man Arme bekämpft, sie aushungert, ihre Lebensspanne durch diverse Maßnahmen verkürzt. Viele Arme gehen nicht mehr zum Arzt. Viele verfallen in Lethargie, sehen keinen Sinn mehr im Leben.
Andererseits sehe ich kein wirkliches Konzept, Armut zu verhindern, indem man sie gar nicht erst entstehen läßt, indem man allen Menschen, die das wollen, eine Perspektive jenseits der Armut gibt.
Doch immer wieder wird betont, daß die Armut wächst, also gefährlicher wird - und das, obwohl man vorgibt, sie nun schon so lange zu bekämpfen.
Meine Anfrage vor Jahren an Bundeskanzler Schröder, ob es Statistiken gibt über die Selbstmordquoten bei Arbeitslosen im Vergleich zu gleichaltrigen
Arbeitenden wurde freundlich beantwortet: nein, darüber habe man keine Zahlen, aber sie wären dankbar, wenn ich ihnen welche liefern könnte.
Das Problem hinter der Armuts-"Bekämpfung": Die Armen werden nur als Kostenfaktor, als Belastung für die Gesellschaft gesehen.
Wenn Menschenleben für die Gesellschaft aber zur Kostenfrage wird, ist der Tod eines Armen von Staatswegen eine Kostenreduzierung, ökonomisch also vorteilhaft.
Schon die Formulierung:
"Wir müssen alles daran setzen, Armut in unserer Gesellschaft zu überwinden, allen Menschen ein lebenswürdiges Leben zu ermöglichen, ohnen Not und Angst." - würde eine andere Sicht auf Armut bringen. |
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| Wahl-Kampf |
"CDU setzt auf Blitzwahlkampf"
Und
"Die CDU will eine monatelange Parteienschlacht vor der nächsten Bundestagswahl offenbar vermeiden und strebt eine Art Blitzwahlkampf an." |
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| Kommentar |
Da ist der "Blitz-Krieg" wohl nicht mehr weit? |
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| Kampf gegen Altersarmut |
Im aktuellen Wahlkampf für die Bundestagswahl am 27. September 2009 wurde er wieder mal aus dem Zauberhut geholt: dieses Mal vom "Sozialverband Deutschland", der das Thema Rente für wahlkampftauglich hält. Dabei wird erwähnt, daß vom Niedriglohnsektor - dem Hauptfaktor für spätere Altersarmut - bereits mehr als 22 Prozent der Arbeitnehmer betroffen sind.
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Dieses schon bis zum Geht-Nicht-Mehr wiedergekaute Thema habe ich dieses Mal gefunden in der MZ vom 8. 8. 2009
auf Seite 1 |
| Kommentar: |
Ich möchte ergänzen: von diesen 22 Prozent sind garantiert mehr als die Hälfte Frauen.
Und ich möchte fragen: welche "Waffen" bieten sich in diesem Kampf denn so an? Und - wann geht denn die Schlacht nun endlich mal los? Erlebe ich noch den Sieg? |
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| Ein wohltuendes Gegenbeispiel - der Text: |
Frau Merkel:
"Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Menschen unseren argumentativen Wahlkampf mehr schätzen als ein Einschlagen auf andere."
wird sie unter der Überschrift:
"Wahlkampf - Kritik an Kampagne der CDU nimmt zu"
zitiert |
gefunden in der MZ vom 3. 09. 2009,
S. 1 |
| Kommentar: |
Das freut mich, daß Frau Merkel doch eher "weiblich" denkt und ihr offenbar all diese Schlammschlachten auch zuwider sind.
Es ist anzunehmen, daß ihr viele dieser "Wahl-Kampf-Mittel" auch einfach nur zu unintelligent sind. |
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| Killer |
| Der Text |
Am liebsten ist dem deutschen Journalisten augenblicklich die Unterspezies "Klima-Killer" (gemeint ist das CO2), aber da das nicht genügt, gibt es nun auch gleich noch den "CO2- Killer"nachgereicht. |
Den "CO2- Killer" fand ich in der MZ vom 27. 2. 2007,
S. 7 |
| Kommentar |
Angefangen hat die Killer-Seuche wohl mit dem "Tinten-Killer", der genausogut auch hätte "Tinten-Entferner" heißen können, so wie "Fleck-Entferner".
Ein Killer ist ein "böser Mensch" - ein "CO 2-Killer" - ist das ein "guter Killer"?
Es muß nicht noch auf das "Vögele es oder töte es" des Herrn Ken Wilber verwiesen werden: Gebären ist weibliches, Töten (Killen) ist männliches Denken und Tun. Bei Männern soll es einen Gebärneid geben, hoffentlich entwickeln die Frauen keinen "Tötungs-Neid". Ach nein, die singen ja lieber "Killing me softly". |
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| Krieg: Geschlechterkrieg, Kriegskunst usw. |
| Einleitung |
Krieg ist in einer kriegerischen Sprache natürlich ein "Lieblingswort" - es taucht im Alltag gegenwärtig wohl öfter auf als das Wort "Frieden". Ich will einmal sammeln, in welchen Zusammenhängen es gern verwendet wird. Hier erste Beispiele: |
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| 1. Beispiel - Der Text |
Geschlechterkrieg |
siehe hierzu die Seite Hexe + Teufel im Thema männl. + weibl. |
| 2. Beispiel - Der Text |
Über die Taktik des Hannibal wurde geschwärmt, sie sei ein
"Meisterwerk raffinierter Kriegskunst"
am Rande angemerkt - damals galt
Einen Sieger gibt es erst, wenn der Besiegte zugibt, besiegt zu sein. |
3Sat 26. 3. 2009, ca. 17.00 Uhr - es ging um die Kriege zwischen Karthago und Rom und den Anführer Hannibal |
| 3. Beispiel |
Preiskrieg
Der "Preiskrieg bei den Lebensmitteln" tobte im Sommer 2008 besondes sichtbar. Man sollte nicht hoffen, er sei heute beendet. Nach wie vor kämpfen Bauern ums Überleben, wird hochwertiges tierisches Eiweiß in Form des Viktoriabarsches zu Billigpreisen bei Edeka verschleudert, während die Leute rund um den Viktoriasee sich von Abfällen ernähren müssen. |
z. B. gehört im
mdr-Fernsehen am
5. 5. 2008 , wahrscheinlich in den Nachrichten |
| 4. Krieg in der Werbesprache: Attacke, gnadenlos und Hass |
Ich werde mir nicht die Mühe machen, alles Werbematerial auf kriegerische bzw. gewaltassoziierende Sprache zu analysieren. Diese drei Beispiele habe ich mehr oder weniger zufällig ausgewählt. Ich unterstelle damit den in diesen Beispielen erwähnten Firmen nicht, daß sie gewalttätiger oder kriegerischer in ihrer Werbung vorgehen als andere Firmen. Es hat sie halt nur "getroffen" - Schrotkugelprinzip:
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gefunden bei "Saturn" im Mai 2009 und bei OBI im Juli 2009 |
| Offensive |
| Der Text (1) |
"Die ARD startet eine Qualitätsoffensive für ARD Digital, ..." |
mdr am 29. 04. 2008, im Videotext, Tafel 610 |
| Der Text (2) |
"Nachmittag: RTL mit neuer Offensive" (Tafel 100*)
und
"RTL reformiert Nachmittagsprogramm." (Tafel 153*, damit sind neue Programme gemeint)
(RTL hat in seinem Videotext am gleichen Tag keine vergleichbare Information anzubieten.) |
*im Sender "Das Vierte" , die Videotexttafeln 100 und am 30. 04. 2008; |
| Kommentar |
Eine Offensive ist laut Duden-Fremdwörterbuch*
a)
ein (planmäßig vorbereiteter) Angriff (einer Heerestruppe)
b) eine auf Angriff (Stürmen) eingestellte Spielweise (Sport)
Dieses Kriegswort wird sehr gern in die zivile Sprache übernommen. Es ist gleichzeitig ein ausgeprägtes "Männerwort", das von Frauen im Alltag so gut wie nie übernommen wird. Ausnahmen sind vielleicht Journalistinnen, die sich den Vorgaben der Verlage anpassen müssen.
Am interessantesten sind die Begriffe, mit denen man die "Offensive" kombinieren kann. Ich werde gern weitere Beispiele für Offensiven ergänzen.
Was hat man sich bei einer "Qualitätsoffensive" - also einem Angriff in Sachen Qualität - vorzustellen? Will die ARD jetzt endgültig der Qualität ihrer Programme den Krieg erklären?
Beim Vierten ist die Verknüpfung von "Offensive" mit "Reform" besonders spannend. Reformen sind ja eigentlich eher nicht-offensive Veränderungen, im Gegensatz zu "Revolutionen". Und die haben nach Eigenverständnis vieler Revolutionäre und nach allgemeiner Erfahrung aus der Geschichte schon eher mit Krieg und Angriff zu tun. |
* Quellenangaben siehe Kürzel Du5 in Quellen |
| Ergänzungen |
"Für einen offensiven Dialog"
titelte unser regionales Sonntags-Anzeigenblatt einen Bericht über die guten Erfahrungen mit dem "Beschwerdemanagement" der Stadtverwaltung der Lutherstadt Wittenberg: einer zentralen EDV-gesteuerten Erfassungsstelle für Beschwerden, Hinweise, Anfragen, Anregungen und Ideen der Bürger.
Gut, es mag sich um einen Versprecher eines einzelnen Mitarbeiters der Stadtverwaltung gehandelt haben, vielleicht meinte er nur "offenen Dialog". Sigmund Freud läßt grüßen. |
Super-Sonntag 30. 8. 2009, S. 1 |
| Rüstung |
| Der Text - ein Beispiel |
Mit der neuen Bademode sind Sie gut gerüstet für diesen Sommer. |
Werbung in "www.1und1.de" am 16. 5. 08 |
| Kommentar |
Rüsten assoziiert immer zuerst die Vorbereitung auf einen Krieg: Rüstungsindustrie, Aufrüstung, für den Ernstfall rüsten. Im besten Fall sieht man noch einen mittelalterlichen Ritter in seiner Blechhülle vor sich, doch ich sehe auch Kanonen, Panzer, Kriegsgeschrei.
Da gerät die ursprüngliche, allgemeinere Bedeutung des Wortes "rüsten" im Sinne von "vorbereiten" ins Hintertreffen. Der Mißbrauch des Wortes für kriegerische Zwecke macht einen rein friedlichen Umgang mit diesem Wort zum Problem.
Friedlich wird dieses Wort z. B. benutzt in Glaubensgemeinschaften: die "Rüstzeit" ist die Vorbereitungszeit. Im Lied "rüstet" man sich für große Fahrt, für eine Reise: man packt Verpflegung ein, Regenbekleidung, Schutz eben vor den Gefahren, die drohen können.
Nun frage ich mich natürlich, in welchem Sinne die Bademode als "Rüstung" dient: als Vorbereitung für den Angriff oder als Vorbereitung für den Schutz vor Gefahren? Ich schätze, Männer sehen darin mehr einen Angriff von Frauen an ihrer schwächsten Stelle: der Badeanzug als Teil eines Feldzugese zur Eroberung des Mannes.
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Das Fremdwörterbuch* verrät es:
die Wortherkunft hat wahrscheinlich etwas mit "sich schmücken" zu tun, mit sich bereit machen, sich zurechtmachen, vorbereiten.
PS: Eine aktuelle Meldung besagt, daß die Rüstungsausgaben bei mehr als 1 Billiarde Dollar pro Jahr liegen und weltweit weiter steigen. In Deutschland liegen sie bei rund 25 Mrd. Euro pro Jahr, eine Summe, die als Rentenerhöhung verwendet, die junge Generation in den Rentenruin treiben soll.
Weltweilt könnten die gegenwärtigen Ausgaben für die Rüstung - friedlich verwendet - wahrscheinlich sämtliche Energie-, Hunger-, Wohnungs-, Gesundheits-, Bildungs-, Verkehrs-, Forschungs-, Katastrophenschutz-, Naturschutz- und Armutsprobleme lösen, nicht gerechnet den Aufschwung in Kultur und Kunst, den man mit diesem Geld herbeiführen könnte.
Ergo: Abrüstung als erster, vordringlichster Schritt für die friedliche Globalisierung sollte endlich auf der Tagesordnung der Verantwortlichen stehen. Was muß geschehen, damit die das auch wollen? |
* Quellenangaben siehe Kürzel Du7 in Quellen |
| Zum Frieden rüsten? |
Mit nicht übersehbarer Freude am Wortspiel - die Grenze zum Wortkitsch ist längst überschritten - bietet die "Mitteldeutsche Zeitung" dieses Mal die Überschrift an:
"Dresden rüstet zum Frieden"
Es geht - am Rande sei es erwähnt - um die Idee, in der Frauenkirche jährlich einen Friedensnobelpreisträger sprechen zu lassen. Auf der ersten Veranstaltung am 20. September spricht der Erzbischof von Kapstadt Desmond Tutu zum Thema
"Braucht der Frieden Versöhnung?" |
MZ vom 8. 8. 09,
S. 1
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| Streit |
| Der Text |
Ein Artikel über die Zukunft der Kindereinrichtungen und deren Finanzierung in Sachsen-Anhalt ist überschrieben:
"Koalition streitet über Kita-Ausbau" |
MZ vom 14. 09. 2007, S. 1 |
| Kommentar |
Es ist heutzutage einfach undenkbar, daß dort stünde:
Die Koalition
- "berät",
- "wägt Vor- und Nachteile verschiedener Versionen ab",
- "prüft eine allen Beteiligten am besten gerecht werdende Lösung", ... |
|
| Visier |
| Der Text |
Frauen über 50 im Visier
Unter der Hauptüberschrift "Jugendwahn kriegt Falten" heißt es im Unter-Titel:
»"Best Ager" werden sie genannt oder die "Jungen Alten". Bisher kaum beachtet, rückt die Altersgruppe 50+ ins Visier vieler Branchen. Denn es geht um einen rieisigen Markt.
« |
MZ 10. 3. 2007, S. 25
(Hervorhebung im Zitat von mir. - B. K.)
Am Rande:
Im Text heißt es außerdem:
"Schön ist, wer jung ist - .... Wie sonst erklärt es sich,dass dem Betrachter fast ausschließlich Frauen bis Mitte 30 entgegenlächeln?" -
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| Kommentar |
Der Anlaß ist so wunderbar, in dem Artikel geht es um die "Best Age"- Aktion der Kosmetik-Firma "Dove", die ältere Frauen fotografieren ließ und das wirklich sehr, sehr schön. Doch warum dieses "böse" Wort? Hätte es nicht besser geklungen, so zu titeln:
"Die Altersgruppe 50+ bekommt mehr Aufmerksamkeit in vielen Branchen" - ?
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DER Betrachter ist nun einmal männlich. Was eine mögliche Betrachterin gern sehen möchte, ist gar nicht gefragt. |
| Der Text |
LKW-Fahrer gerät ins Visier
Das ist die große Überschrift auf der oberen Hälfte der Seite 1.
Es geht um das Busunglück am 19. 6. 2007 auf der A 14, bei dem 13 Menschen starben und mehr als 30 z. T. schwer verletzt wurden. |
MZ 20. 6. 2007,
S. 1 |
| Kommentar |
Wieder gerät jemand "ins Visier" - und das bedeutet eigentlich, daß jemand anderes ihn "abschießen" will: Jagdtrieb der Männer? Ich denke, der LKW-Fahrer, der Schuld sein soll an diesem schlimmen Unfall, ist auch ohne Strafe der Gesellschaft schon unglücklich genug. Diese Formulierung macht Straftäter, Rechtsbrecher und einfach Unglückliche, die fahrlässig gehandelt und schlimmen Schaden verursacht haben, zu Freiwild! Es ensteht eher der Eindruck, daß es um Rache geht ... |
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| weitere Dinge "im Visier" |
Nun will ich doch einmal sehen, was der Deutsche noch alles "im Visier" hat oder "ins Visier" nehmen kann. Hier beginne ich eine kleine Sammlung
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"Weiterbildung im Visier"
Es geht darum, daß die Kreisvolkshochschule Wittenbergs "neue Einnahmenquellen" erschließen will. |
MZ vom 3. 12. 2008, S. 7 |
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"UN-Gipfel nimmt Hunger ins Viser"
Es geht um den "UN-Welternährungsgipfel" in Rom, den Versuch, den Hunger in der Welt zu reduzieren. Bis zum Jahr 2015 sollte laut Zielstellung im Jahr 2000 der Hunger "halbiert" werden, inzwischen ist die Zahl (ver-)hungernder Menschen weiter angewachsen und hat die Milliardengrenze überschritten.
Vielleicht hatten einige gehofft, das wäre ein "sich-selbst-lösendes Problem"?
Ich habe überlegt, ob die Überschrift nicht in die Rubrik "zynisch" gehört
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eine ziemlich große Überschrift in der MZ vom 17. 11. 2009, S. 5 |
| Waffe |
| Der Text |
Die Waffe Zuhören
"Unsere Hauptwaffe ist das Zuhören." sagt ein Polizist, als es um die Betreuung der Opfer eines Amokläufers an einer Schule ging. |
ARD am 21. 11. 2001, kurz nach 9.00 Uhr morgens |
| Kommentar |
Das gleiche Prinzip wie oben mit der "Streichelattacke": ein logischer Widersinn wird erzeugt, der vielleicht Aufmerksamkeit erregen soll. Es hätte besser geklungen:
"Das beste, was wir tun können, ist, den Betroffenen zuzuhören." |
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