"In Angst vor dem Wähler"
überschrieb die hiesige Tageszeitung (Sachsen-Anhalt Süd, "Mitteldeutsche Zeitung", kurz "MZ") einen Beitrag auf S. 4:
Die kleine Überschrift darüber sagte:
"UNION - Ein Jahr vor der Bundestagswahl verheißen aktuelle Umfragen für die Union nichts Gutes. Zudem scheint die Lage der CDU im Osten besonders prekär."
Prof. Böhmer, Sachsen-Anhalts Landesvater, CDU-Mitglied und ehemaliger Frauenarzt, wird befragt.
Er weiß, was dem Osten fehlt und was er zu viel hat: Dem Osten fehlt noch Wirtschaftskraft.
Im Osten fehlt auch der CDU-Wähler: 31 Prozent wollen lieber die LINKE wählen, 22 Prozent hätten gern die SPD - das wäre zusammen die absolute Mehrheit. Dagegen wirken die Umfragen für die CDU kläglich: 29 Prozent. Der Artikel wurde vor den Wahlen in Bayern geschrieben und die Sorge um den CSU-"Absturz" dort ist Tenor des Textes.
Ist das folgende nun eine sinngemäß wiedergegebene Aussage von Prof. Böhmer oder ist es die Meinung des Artikel-Schreibers Markus Decker? - :
"Ein weiterer Krisenherd ist Ostdeutschland."
(Hervorhebung von mir - B. K. Es stand eigentlich ganz normal-unauffällig mitten im Text.)
An dieser Stelle des Textes angekommen, zucke ich zusammen: Krisenherd - das ist doch aus dem Wortschatz der Kriegsberichterstattung? - Haben wir hier im Osten schon Krieg?
Ich lese weiter: es wird erinnert, daß vor Jahren Herr Stoiber (damals CSU-Vorsitzender und Kämpfer für den Erhalt der Biergartenkultur Bayerns) "unkte, es können doch nicht den Ostdeutschen überlassen bleiben, wer Kanzler werde". Auch von einem Zukunftskongreß der CDU im Oktober in Dresden ist die Rede. Die Informationen darüber habe ich wohl in der Oktober-Medienflut über die Finanzkrise verpaßt.
Prof. Böhmer meint:
"Die Situation der CDU in den neuen Bundesländern ist ein erst zu nehmendes Problem und für den Ausgang der Bundestagswahl sicherlich bedeutender als der Ausgang der Landtagswahl in Bayern." und "Es gibt hier für die CDU-Politik Erklärungsbedarf." und "Denn die Menschen, die ich kenne, die wollen nicht nur getröstet werden. Die wollen auch ganz konkrete Lösungen für ihre Probleme. Das bedeutete, dass wir in unseren Aussagen möglichst konkret werden müssen, auch im Wahlprogramm."
Ich möchte einwerfen: "Herr Professor Bömer: das erste können Sie ruhig lassen, mir genügt das zweite ganz allein." - Doch ob er das hört, hören will? Trostsuchende geben doch ein viel schöneres Bild ab als Leute, die von den Politikern fordern, politische Probleme zu lösen.
Doch der Artikel ist noch lang, und was jetzt kommt, das schlägt - wie man bei uns so schön sagt - dem Faß die Krone ins Gesicht: |