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01. 07. 2009
Hexe
Weibliches Wissen, Denken und Erkennen
Stationen eines "eigen-willigen" Erkenntnisweges
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Küchenzettel
 


Das alte Klatschweib - Geschreibsel
Küchenzettel

Vor Jahren, wenn mir bei den üblichen Hausarbeiten irgendwelche Gedanken durch den Kopf gingen, schrieb ich sie - um sie nicht zu vergessen - auf Zettel, später dann auf Klebezettel, die ich an die Türen der Küchenschränke klebte. Irgendwann  übertrug ich diese Notizen in eine Computerdatei, die den Namen "Küchenzettel" erhielt.   Hier gebe ich eine kleine Auswahl dieser klugen und dummen, bissigen und netten Sprüchen von mir :

  1. Lernen und Lehren
  2. arm und reich
  3. "Alser"
  4. Mann und Frau
  5. Menschen
  6. Arbeiten
  7.  Denken
8.  Zeitfragen
  9. Verschiedenes
   
Wenn ich das Datum und den Anlaß der Entstehung noch weiß, füge ich eine kleine Notiz an.
1. Lernen und Lehren  
 
Wenn Hänschen  nur das Lernen lernt,
lernt Hans ein Leben lang.
Gute Lehrer sind auch gute Verlierer.
Der Lehrer muß ein guter Verlierer sein können, wenn er der beste Lehrer sein will:
Ein Schachlehrer ist erst dann richtig gut, wenn seine Schüler ihn besiegen.
 
Die Gedanken sind frei.
So jemand eigene Gedanken hat.
Fragen lernen
Lernen heißt, hinterher mit mehr Fragen zu gehen.
Wissen vermitteln heißt, neue Fragen mitzugeben.
1983
Stolpern lernen, ohne zu fallen
Erziehung besteht auch darin, gelegentlich seinen Kindern Knüppel zwischen die Beine zu werfen.
2005
Richter oder Lehrer? Die Kinder gehen in die Schule, sie erhalten Unterricht. Der Mensch, der das macht, heißt Lehrer, nicht etwa „Unter-Richter“.
Mitte der 90er Jahre
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2. arm und reich
 
Die Geizigen sind nicht lange arm und die Großzügigen nicht lange reich.
 
Ein armer Dieb bleibt sicher, wenn er geschickt ist, nicht lange arm. Ich vermute daher, daß es unter den Reichen mehr Diebe gibt als unter den Armen.
 
Kann ein Armer einem Reichen in die Augen sehen?
Nein - der Reiche sieht schnell weg.
Genug bekommen
Die ganz Armen haben nicht genug und die ganz Reichen kriegen nie genug.
Die armen Reichen Sie fressen alles in sich rein
Und lieber kotzen sie ganz fein,
Als daß sie ihre wertvollen Bissen
Den hungrigen Schweinen hinschmissen.
13. 12. 1999
Dressur-Leistung Die arme Witwe war zu stolz, die milden Gaben der reichen Nachbarin anzunehmen.
Genial !
Ich meine, wie Reiche das hinkriegen, Arme so zu dressieren, daß die auch noch Hemmungen haben, etwas anzunehmen.
23. 2. 2001
Hartz-IV-Dressur

Mit dem widerwillig  verteilten Geld geht   die Forderung einher, sich schämen zu müssen fürs Betteln.  Wehe denen, die da keine Scham kennen!
Der letzte Satz ist durchaus doppeldeutig gemeint.

 
  Wenn Geld alt wird, setzt es Zinsen an.
Oder Rost?
Oder Patina?
Oder
    -     stirbt es?
Mitte 90er Jahre
Armut Nichts (mehr) zu lachen haben
Anfang 90er Jahre
Der Erfolgreiche Stempeln wir ihn nicht zum Angeklagten. Aber verdächtig ist er schon. Mitte 90er Jahre
Relativitätstheorie von arm und reich

Nicht der ist arm, der nichts hat, sondern der, der mehr haben will als er hat.
Ergo: Die Reichen sind noch viel, viel ärmer als die Armen.

Er war ein reicher Mann.  Es heißt, viele hätten ihn trotzdem geliebt.

 
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3. Alser 
Was ein "Alser" ist
Alsers sind Verse, die mit "Als (er) ..." beginnen:
Es sind teilweise böse Sprüche - und beim ersten Feedback, in dem jemand meint, der Spruch taugt nichts, er sei eine Zumutung, oder ähnliches, wird der Spruch unwiderruflich gelöscht. Versprochen!
Gottes Irrtum 1. Alser
Als Gott den Menschen hat gemacht,
da irrte er, ich weiß.
Vielleicht hielt er das Zeug für Lehm,
doch leider nahm er Sch...
Der Satiriker schreibt aber ekliges Zeug 2. Alser
Als er an der Welt bald wäre erstickt,
erbrach er ein eklig Geschmiere.
Doch die Welt, sie schlürfte es lachend sich ein
und nannte das Ganze Satire.
Als Adam ... 3. Alser
Als Adam grub und Eva spann,
da waren glücklich Frau und Mann
Eva vergräbt ihr totes Kind.
weil Adam heute "spinnt"!
August 2001
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4. Mann und Frau
Alte Frau Ich möchte aber keine alte Frau sein,
die lieber eine junge Frau wäre.

Ich möchte eine alte Frau werden,
die gern eine alte Frau ist.
Mitte der 90er Jahre
Denken  Frauen anders?
Nein, nein, die Männer müssen überhaupt nicht "weiblich" denken lernen. Es genügt völlig, wenn die Frauen es (wieder) lernen!
auf der Physikerinnen-tagung 2007 begriffen
Ohne dich ...
Ohne dich bin ich nur halb.
Macht es mich ärmer, das zu wissen?
Nein, denn ich weiß nun mehr über die Vollkommenheit.
Die Rechte der Männer sind in Gefahr!
Erst wurde den Männern das Züchtigungsrecht gegenüber ihren Frauen weggenommen. (1896 ?)
Das Recht, für gleiche Arbeit mehr Lohn zu bekommen, verloren sie.
Dann wurde den Männern das Recht weggenommen, das Arbeitsverhältnis ihrer Frau zu bestimmen. (1956)
Ab 1975 hatten die Männer nicht mehr das Recht, das Arbeitsverhältnis ihrer Frau zu kündigen.
Jetzt wollen Frauen den Männern sogar das Vergewaltigungsrecht in der Ehe nehmen.
Ja, wo soll denn das noch hinführen?
Männer, wehret den Anfängen!
90er Jahre
 
Nachtrag - eine Rechts(um)frage:
Wer ist dagegen, daß den Männern das Recht, in der Ehe zu vergewaltigen, genommen wird?
Wer ist dafür, daß Frauen das gleiche Recht wie Männer erhalten, in der Ehe vergewaltigen zu dürfen?
Standpunkt und Blickwinkel
Kommt ein Wessi nach Ostdeutschland und bedauert die Männer:
„Wie habt ihr das die ganzen Jahre ohne Puff ausgehalten?“
Das ist tatsächlich in Wittenberg passiert, Anfang der 90er Jahre
 
Arbeiten Prostituierte oder verkaufen sie etwas?
Anfang der 90er Jahre
 
Die Gewalt sein gegeben dem gemeinen Mann.
- nicht dem intelligenten,
- nicht den Frauen.
1997
Gleich-berechtigung
Wenn ein Mann von Gerechtigkeit spricht. . .
Männer sprechen oft von Gerechtigkeit. Gleichberechtigung (als ein Aspekt der Gerechtigkeit - meint "gleiches Recht für Mann und Frau") geht sie nichts an.
Für mich ist das Heuchelei.
Man(n) kann nicht für Gerechtigkeit sein, wenn man(n) die Rechtlosigeit der Frauen* auch nur einen einzigen Tag ertragen kann ohne laut zu protestieren.
Es hat so den Anschein von Eigennutz: ich bin nur dort für Gerechtigkeit, wo sie mir nutzt.

Das wirft die Frage auf, ob Gerechtigkeit wirklich Nachteile verschafft oder nur ungerechtfertigte Privilegien abschafft, und dann muß es ein Extra-Artikel werden und kein Küchenzettel.
15. 8. 2001
P.S. Heute  spricht man nicht mehr über "Gerechtigkeit", sondern   über "Unrechts-Bewußtsein"

* bitte auch über den deutschen Tellerrand schauen
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5. Menschen
 
Manche merken gar nicht, wie uniform ihr Individualismus ist.
1994
 
Eure Ratschläge zeigen mir eure Hilflosigkeit.
1995
 
Schadenfreude ist besser als gar kein Mitgefühl.
1999
 
Wer durch die Hölle gegangen ist, hat keine Angst mehr vor kalten Füßen.
1993
Der Spatz in der Hand
Besser ein Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach.
Und was macht man dann mit dem Spatzen?
1999
Menschen wollen gelobt werden
Wenn ein Ossi sagt: „Der ist eigentlich gar kein richtiger Wessi – dann ist das ein Lob !
1999
 
Am besten erkennt man einen Menschen daran, wie er worüber lacht!
1997
 
Am besten erkennt man einen Menschen daran, woran er sich angepaßt hat.
1998
Der Neid
Die Häßlichen beneiden die Schönen.
Die Armen beneiden die Reichen.
Die Kranken beneiden die Gesunden.
Die Dummen beneiden die Klugen?
1. Hj. 1999
Der Beweis
Die Geburtsurkunde beweist, daß ich lebe.
Ohne sie kann ich meine Existenz gar nicht beweisen!
1999
Keine Angst vor großen Tieren
Einen Menschen kann man leicht daran erkennen, wie er mit Tieren umgeht.
Manche kompensieren ihre Angst vor großen Tieren dadurch, daß sie die kleinen quälen.
1. 12. 1999
 
Wenn mein Kind Durst hat, gebe ich ihm zu trinken, schmeiße es aber nicht in den Teich.
1997
 
Macht hat Grenzen, das Menschliche ist grenzenlos.
1998
(wohl geklaut)
Tierisch gut gelebt
Schuften, kaufen,
konsumieren.
Fressen, saufen –
und krepieren.
Tierisch gut gelebt!
 
Der Mensch stammt von den Kriechtieren ab.
Beweise dafür? Kenne ich genug!
25. 10. 1998
Selbst-spiegelung
Auch das ist eine Form des Selbst-Bewußtseins, wenn sich der Abschaum für die "creme" der Gesellschaft hält.
2000
 
Wer schützt das Böse vor dem Guten?
90er Jahre
 
Moral muß Spaß machen.
Pardon:
Moral kann Spaß machen.
1995
 
Wie nennt man Menschen, die nicht marktwirtschaftstauglich sind ? - Versager.
Wie nennt man Porzellan, das nicht spülmaschinentauglich ist ? - Meißner Porzellan.
kürzer:
„Versager !“ sagte die Geschirrspülmaschine zum Teller aus Meißner Porzellan.
Anfang der 90er Jahre
Manchmal regnet es so stark,
daß die Menschen dreckig und die Schweine sauber werden.
Ich glaube, den Spruch habe ich geklaut.
  Die Menschen sind doch wie Hund und Katze:
die einen lassen sich dressieren, die anderen nicht .
90er Jahre
Die heitere Leichtigkeit des  Seins
Hat Gott wirklich die Welt geschaffen in ihrer vollendeten Harmonie, in ihrem unendlich feinen Zusammenspiel,  in ihrer Schönheit – damit Herr Meier seine Frau betrügen kann und Gerhard Schröder Bundeskanzler werden darf?   Ist das schon   ALLES ?
Anfang des neuen Jahrtausends
Klassen-unterschiede Unterschied zwischen Adel und Bourgeoisie: wie der zwischen Galgen und Guillotine  
Täter - Opfer - Richter Ich sehe viele  sich als Richter aufspielen, die  - hätten sie in der DDR gelebt - vielleicht zu den übelsten Tätern gehört hätten!
Das macht das ganze Spielchen so süffisant.
Mitte der 90er Jahre
Das Auslaufmodell In der MZ vom 15. 6. 1994 war das "Zitat des Tages"  auf S. 2 eine Antwort des damaligen  Bundeskanzlers Helmut Kohl auf Behauptungen aus den Reihen der SPD, er sei ein "Auslaufmodell":
„Es gibt in allen Serien auslaufende Modelle.
Das sagt aber noch nichts über das Chassis, die PS-Zahl
und: Auslaufende Modelle können noch viele Jahre  fahren.“

Meine Bemerkung dazu:
Aber, aber Herr Kohl ! PS und Chassis allein sind heute kein Maßstab  mehr für Autos und Kanzler:  Wie sieht es denn bei Ihnen mit dem Benzinverbrauch, mit Sicherheit und Ausstattung aus?
 
Dünkel

Warum wettern diese Leute aus der „guten Gesellschaft“  so gegen „Klassenbewußtsein“ ?
Das ist doch auch nur eine Spielart von Standesdünkel.

Mitte der 90er Jahre
Dialektik Wer  Widerspruch  verbietet,  kann  Schweigen nicht als  Zustimmung  nehmen.
Mitte der 90er Jahre
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6.  Arbeiten
Ökonomen
Die Ökonomen haben die Welt so verdreht, daß die Philosophen sie gar nicht mehr erklären können.

(frei nach Karl Marx:
Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt darauf an, sie zu verändern)
1985 - geklaut
Ärzte
Heilen
Behandeln
Verarzten
Verarschen
2000
 
Ich würde nie behaupten, daß ein Arzt „jemanden auf dem Gewissen hat“ – ich könnte nicht beweisen, daß er eines hat.
25. 1. 1997
 
„Es gilt noch immer, wer heilt , hat recht.“ - sagte die Gattin des bekannten Arztes zu mir. Dabei lächelte sie zynisch.
Mitte der 90er Jahre (erlebt)
 
sich nach oben dienen
1996
Schuldig
Als der Jäger Schneewittchen nicht tötete,
hatte er sich im rechtlichen Sinne
einer Arbeits-Pflicht-Verletzung schuldig gemacht.
Anfang
der 90er Jahre
Arbeit

Es gab  in den 70er Jahren in der Bundesrepublik ein Regierungsprogramm zur Humanisierung der Arbeitswelt. Das Ergebnis heute ist eine politisches Konzept zur Barbarisierung (Verwilderung) der Arbeitswelt.

Mitte der 90er Jahre
Ästhetik-Forschung Eher wird die Ästhetik der Arbeitslosigkeit erforscht als die Wurzel des Übels.
Mitte der 90er Jahre
Sozialhilfe kurbelt die Wirtschaft an

Wenn die Sozialhilfe gekürzt wird, kurbelt das natürlich die Wirtschaft an:
die Leute können dann keine Qualität mehr kaufen, sie kaufen „Billig“-Produkte. Die halten nicht lange, müssen vor der Zeit ersetzt werden oder sind sogar unmittelbar beim ersten Einsatz schon defekt.
Dann müssen die Leute wieder  neues kaufen: neue Duschköpfe, Sandalen, Haken, Bettlaken, Kugelschreiber, ....
Also wird mehr nachgefragt, also wird mehr produziert, die Wirtschaft wächst, es wird mehr verkauft, also nimmt der Staat mehr Mehrwertsteuer ein.

Da ist ein Denkfehler drin? 
Schweigen Sie! Oder wollen Sie die Regierung für dumm erklären?

Mitte der 90er Jahre
Kontrollierte Kontrolleure ? Wo Kontrolleure nötig sind, müssen irgendwann die Kontrolleure kontrolliert werden.  
Historie - eine Berufskrankheit?

Man sagt, Psychiater hätten oft selbst einen Tick, weil sie es  nur mit Verrückten zu tun haben.

Welche Krankheit bekommen Historiker, die  kranke Gesellschaften analysieren? Historie?
 
Barbarische Methoden

Im Mittelalter - sagt man - haben die Hebammen aus Fehl- und toten Frühgeburten Fett gewonnen, indem sie die Leichname ausgekocht haben. Das Fett brauchten sie für ihre Hexensalben. Wie gräßlich.

Da lob ich mir unsere moderne Zeit, die Arbeit der Ärzte heute:  alles ist hygienisch, steril, sauber. Die Arbeit mit embryonalen Stammzellen zum Beispiel.
 
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7. Denken
Das Glück des "Selbst-Denkens"
Wie war das doch gleich?
Ein theoretischer Physiker benötigt Papier, Bleistift und Papierkorb.
Ein Philosoph benötigt nur Papier und Bleistift.

Wie sehr ich dem Philosophen nachfühlen kann! - Aber auch dem Rest der Welt!
 
 
Wer nicht selbst denken kann, muß wenigstens ein gutes Gedächtnis haben.
Manchmal fährt man damit besser!
1983
 
Es gibt zwei Arten, eine Idee zu verfolgen. ...
1988
 
Früher steckten die Rosinen der Weisheit im Kuchen des Wissens.
Heute glauben die Leute, im Scheißhaufen der Information die Perlen des Wissens zu finden.
1996
Erkennen
Sie erzählte mir von alten Uhren.
Ich habe eine neue gebaut.
Sie erklärte mir: „Das ist eine Tick-Tack, verstehst du?“
1997
(wohl auf eine Historikerin bezogen)
NIETZSCHE
FRIEDRICH NIETZSCHE -
Den kennen Sie nicht ?
Das ist doch der, der
einmal ein Droschkenpferd
umarmt hat, um es vor
den Schlängen seines Besitzers
zu schützen.
Das hat man dann
später als eines der
ersten Anzeichen für
seinen beginnenden
Wahnsinn angesehen.
1998
„Fortsetzung folgt“ von Günter Grass
Die Hauptsünde der Schriftsteller heute -   ihre Vielschreiberei.
1999
 
Die einen glauben, daß es einen Gott gibt,
die anderen glauben zu wissen, daß es keinen Gott gibt.
26. 12. 2001
Gemeinsamkeit
Sie zeigte mir ihre neuen Möbel,
ich zeigte ihr meine neuen Gedanken.
Wir langweilten uns beide.
Mitte 90er Jahre (erlebt)
Gehirne
Schade, daß Gehirne nicht kotzen können !
Mitte 90er Jahre
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8. Zeitfragen
Kunst und Politik Der Politiker:
Weiter so!
Der Künstler:
Denkt um!
Mitte der 90er Jahre
Schöne bunte Welt Die Welt wird immer bunter.
Unser Blick reicht immer weiter.
Der Bilder werden immer mehr.
Und - wir sehen immer weniger.
Mitte der 90er Jahre
 
Nicht die Zeit versitzen, sondern verstehen!
80er Jahre
Demokratie
An demokratische Bürger
Manche glauben, weil der zum Tode Verurteilte die Wahl zwischen Strick, Kugel und Fallbeil hat, herrsche in ihrem Land schon Demokratie.


Demokratie ist, wenn im Bundestag die Möglichkeit des Volksentscheides MEHRHEITLICH   abgelehnt wird. So wie einst in der Schweiz die Mehrheit der Männer das Wahlrecht für Frauen ablehnte.
15. 2. 1983
Durchschnitt
Die Durchschnitts-Familie in der DDR hat ein Auto und kauft sich (bei drei Personen im Haushalt) 24 Bücher im Jahr. Ich putze zweimal mein Fahrrad und kaufe für zwei Personen 40 bis 50 Bücher pro Jahr. Liege ich nun über oder unter dem Durchschnitt?
18. 4. 1982
 
Seine Zeit totschlagen = Selbsttötung auf Raten
80er Jahre
 
Das Recht auf Leben hat das Unrecht zur Voraussetzung, daß man vorher nicht gefragt wird, ob man überhaupt leben möchte.
80er Jahre
 
Qualität statt Güte - denn unter den menschlichen Qualitäten ist „Güte“ aus der Mode
1989
 
Seine Art, mit der Vergangenheit abzurechnen: er verbrannte die Blätter des Abreißkalenders einzeln.
1988
Historiker
Wie es aussieht, haben gegenwärtig die Historiker die größten Probleme, die Zeichen der Zeit zu erkennen.

Historiker interpretieren die Welt nur verschieden -
hoffentlich versuchen sie nicht, sie zu verändern.

Worüber wird man wohl eines Tages mehr spotten – über die Geschichte des 20. Jahrhunderts oder über die Geschichtsschreibung dieser Zeit?
1998
Aus der Geschicht lernen
Die Historikerin sagte zu mir, man müsse schließlich „mit den Wölfen heulen“.
Ich erschrak: „Ist es schon wieder so weit?“
Mitte 90er Jahre
erlebt
Heimat-Vertriebene
1945 OSTDEUTSCHLAND GEHEN MÜSSEN
1961 DDR NICHT GEHEN DÜRFEN
BLEIBEN MÜSSEN
1989 DDR GEHEN DÜRFEN
2001 OSTDEUTSCHLAND NICHT BLEIBEN KÖNNEN
2001
 
Des Lebens Maß sind nicht die Jahre.
1998
Sachzwänge
1. Version:
Die Träume von heute sind die Sachzwänge von morgen.
Die Sachzwänge von heute sind die Alpträume von morgen.

2. Version:
Die Dummheiten von heute
sind die Sachzwänge von morgen.
Die Sachzwänge von morgen
sind die Ausreden der Idioten von übermorgen.
Die wertfreie Buchführung darüber nennt man Geschichte.
1996
Rechts-Frage
Eine Frau heiratet einen Mann, über den sie kurze Zeit später die Nachricht erhält, daß er verstorben sei. Sie heiratet erneut – dann taucht ihr erster Mann wieder auf. Die zweite Ehe wird annulliert. Sie ist rechtskräftig mit dem ersten verheiratet. Nun stirbt dieser tatsächlich. Da stellt sich plötzlich heraus, daß ihr erster Mann Bigamist war. Die erste Ehe wird annulliert. Ist nun die zweite Ehe gültig?
14. 1. 1993
Unschuld und Recht
Unschuldige haben das Recht, ihre Unschuld vor Gericht zu beweisen.
90er Jahre (?)
Gerechtigkeit
Erst wenn diejenigen, die aus Ungerechtigkeit einen Nutzen ziehen, sich gegen Ungerechtigkeit wehren, hat die Gerechtigkeit eine Chance.
 
Welchen Nutzen haben Strafen?

Dummheit schützt vor Strafe nicht.
Schaden macht klug.
Machen Strafen klüger?

80er Jahre
Die Rache ist mein ...
Da können weltliche Gerichte strafen, so viel sie wollen. Gott bzw. Jesus haben längst eine Generalamnestie verkündet.
2009
Eine gute Regierung

„Der Meister sagt: . . . wenn ein Staat gut regiert wird, so sind Armut und niederer Stand beschämend; wenn ein Staat schändlich regiert wird, so sind Reichtum und hohe Ehren beschämend.“

->  Daran, daß man die Armen beschämt, hat man noch nicht bewiesen, daß ein Staat gut regiert wird.
Braucht ein gut regierter Staat Reichtum und hohe Ehren?

aus dem Buch „So sprach der Weise“ (keine genaueren Angaben)

Mitte der 90er Jahre notiert
Lachen kann man nicht verbieten - heißt es .
Vielleicht braucht man es bald nicht mehr zu tun?
Mitte der 90er Jahre
 
Jesus ist tot,
es lebe Pilatus !
1990
Ideale
Eine Gesellschaft, die -  an ihren Idealen gemessen -  versagt, ist immer noch besser als eine, die gar keine Ideale hat.
Mitte der 90er Jahre
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9. Verschiedenes
 
Warum mögen wir die Schriftsteller, die ihre Zeitgenossen bissig-satirisch aufs Korn nehmen, am liebsten, wenn sie tot sind? (Twain, Kästner, Heine, Keller)
80er Jahre
 
Glaubst du, daß der Traktor etwas sündhaftes ist, weil er nicht in der Bibel erwähnt wurde?
80er Jahre,
geklaut
 
Wenn du die Erde wärst
und hättest dich mit Mühe an deiner Oberfläche zum Leben gebracht,
und würdest dann sehen,
daß du – wo du Leben bist –
dich selbst zerstörst.
Was würdest du tun?
1999
 
Wird die Luft erst besser, wenn sie Privateigentum ist?
16. 5. 1997
 
Heute fiel mir auf, daß ich in meinem Wasserglas noch nie eine tote Fliege habe schwimmen sehen. Nur in Milch, Wein, Saft, Bier, . .
Ei, ei, diese Fliegen.
16. 9. 2000
Frage Was ist der Unterschied zwischen Organtransplantation  und Kannibalismus?
Mitte der 90er Jahre
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