Nun behaupte ich:
Die Mathematik kann mit genau der gleichen Aussagekraft, mit der sie andere Dinge "beweisen" kann, die "Creatio ex nihilo" beweisen. Das, was ich jetzt schreibe, wird einige Mathematiker zwar ärgern, aber leugnen können sie es trotzdem nicht:
Wie schon in dem Beispiel
x2 = 4
(siehe in: Die Physikerin /
Mathematik, Punkt 13),
in dem es
zwei richtige Antworten gibt, jede einzelne Artwort also nur die "halbe" Wahrheit ist, gibt es für die Gleichung
0 · a = 0
nicht nur eine Antwort. Das Problem für die Mathematik ist jedoch, daß die Anzahl der Antworten "unendlich groß" ist. Diese Gleichung gilt für "alle möglichen" a, sie hat "unendlich viele" Lösungsmöglichkeiten.
Mit anderen Worten:
wenn nur ein einziges mögliches "a" fehlt, ist die Gleichung nicht vollständig gelöst. Das macht den Mathematikern Angst, deshalb reden sie nicht gern über dieses Aussage der Mathematik.
Normalerweise kann man eine Multiplikationsgleichung umkehren.
Das ist im Fall der Null nicht erlaubt, aber wenn man es einmal versucht, ergibt sich mit
0 : 0 = a
eine überraschende Interpretation:
Null "geteilt durch" Null ist gleich irgendetwas ganz beliebiges."
oder:
Aus Nichts wird "durch" Nichts alles mögliche.
Das ist - streng logisch zu Ende geführt - der mathematische Beweis dafür,
daß die Aussage "Aus nichts kommt nichts" in dem Sinne "falsch" ist, daß sie nur eine Antwort von vielen ist. Sie ist nur eine der vielen möglichen Lösungen der Gleichung:
0 · a = 0
Diese Gleichung gilt natürlich auch für
a = 0.
0 · 0 = 0
Sorry, das war natürlich ein Scherz, denn
mit dieser logischen Kette habe ich nichts "bewiesen", ich habe nur einen allgemeinen philosophischen Gedanken in der Sprache der Mathematik ausgedrückt. Mathematik kann nichts beweisen: nicht einmal, daß zwei halbe Äpfel das gleiche sind wie ein ganzer Apfel.
Doch das obige Beispiel ist trotzdem spannend, denn es zeigt,
daß die Mathematik etwas aussagen kann, das von den Mathematikern gar nicht gesehen oder einfach ignoriert wird ...