| 1. Die Onthogenese und die Phylogenese |
"Die Onthogenese ist die verkürzte Rekapitulation der Phylogenese."
Auf deutsch besagt dieser Basissatz der Evolutionstheorie in etwa:
Das Individuum macht in seiner biologischen Entwicklung vom Keim bis zum fertigen Exemplar verkürzt die stammesgeschichtliche Entwicklung seiner Art durch.
Anfänglich hatte ich diesen Satz nur auf die rein biologische, körperliche Entwicklung bis zum "fertigen" Menschen oder Huhn bezogen, bis ich bei meinen Kindern beobachtete, daß sie in einem bestimmten Alter die Schlafhaltung von Tieren annahmen: auf den Knien liegend und mit der Brust das Laken berührend. Dann waren da noch andere "Auffälligkeiten" in ganz bestimmten Altersphasen, wie das "instinktive" Verstecken von Lebensmitteln, das "Buden bauen" usw.
Schließlich wurde mir klar, daß auch die Entwicklung des individuellen Verhalten (nicht nur des Körperbaus) nach diesem obigen Satz abläuft:
das Kind macht in seiner psychischen und sozialen Entwicklung die Evolution des Verhaltens der Menschheit durch.
(Wer diesen Satz akzeptiert, wird auch keine Mühe haben, das oft sehr kritisch-abwertend-verurteilend dargestellte Verhalten junger Menschen, vor allem der pubertierenden Männer, anders einzuschätzen.) |
Unser Biologielehrer hat uns diesen Satz immer wieder gesagt, in allen möglichen Themen sich immer wieder darauf bezogen, uns regelrecht gequält damit.
Doch das war gut so. Denn er ist ein so wichtiger Basissatz biologischen Wissens,
daß er wirklich erst in einem längeren Prozeß angeeignet werden kann, ehe man ihn begreift, ihn wirklich versteht. |
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Den obigen Satz vom Zusammenhang zwischen Onthogenese und Phylogenese kann man verallgemeinern:
"Das Teil spiegelt das Ganze."
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| 2. Die Onthogenese des Geistes |
Eines Tages - angesichts der aufwendigen und oft wenig erfolgreichen Bemühungen der Lehrer, den Schülern das wichtigste Wissen beizubringen, kam mir der Gedanke, daß es vielleicht effektiver sei, auch das Wissen nach diesem Satz zu vermitteln: der individuelle Wissenserwerb ist eine "verkürzte Rekapitulation" des Wissenserwerbs der Menschheit - mit anderen Worten: das Wissen selbst wird in Analogie zum historisch erworbenen Wissen gelehrt und gelernt, sozusagen im Kurzdurchlauf. Mit diesem Satz stieß ich auf Desinteresse, Ablehnung und Skepsis. Ich hörte auf, ihn mit anderen diskutieren zu wollen.
Nun ist vielleicht die Zeit gekommen, diesen Gedanken wieder aufzugreifen:
Die individuelle geistige Entwicklung eines Menschen ist dann am effektivsten bzw. erfolgreichsten, wenn er die Möglichkeit hat, in den gleichen (Fort-) Schritten seinen Erkenntnisweg zu gehen wie es die Menschheit insgesamt tat. In Anlehnung an den obigen Satz könnte man es so formulieren:
"Die Onthogenese des Geistes (des Individuums) ist die verkürzte Rekapitulation der Phylogenese des Geistes (der Menschheit)."
Das Individuum entwickelt sich dann geistig am besten, wenn es die Evolution des menschlichen Geistes (im Sinne der Entwicklung der geistigen Fähigkeiten der Menschheit insgesamt), des Denkens und Erkennens in sich wiederholt, wenn es sich dieselben Fragen stellt wie sie sich die Menschheit bisher gestellt hat, und wenn es selbst, aktiv, durch eigenen Nachdenken nach Lösungen sucht, anstatt fertiges, vorgekautes, "atomisiertes" Wissen nur noch auswendig zu lernen.
Die Aufgabe des Lehrers wandelt sich mit dieser Herangehensweise: Er setzt den Kindern nicht mehr das fertige Wissen der Menschheit vor, sondern führt sich von einer Fragestellung zur nächsten und hilft ihnen, selbst Antworten zu finden - bis sie entweder dieselben Antworten gefunden haben wie die Menschen vor ihnen - oder sie finden bessere Antworten. Es ist davon auszugehen, daß sie sich mit "schlechteren Antworten" nicht zufriedengeben. Die Tendenz zur Verbesserung und Höherentwicklung zeigt sich auch hier (siehe unten: Evolution und Vollkommenheit).
Ohne diese Möglichkeit und Aufforderung, (neue) Antworten zu suchen, stagniert Erkenntnis, wie wir es gegenwärtig sehen können.
Hoffentlich zeigt diese kurze Betrachtung bereits, was das bedeutet: eine neue Qualität der geistigen Evolution der Menschheit erwartet uns. Die Evolution selbst entwickelt sich. |
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3. Evolution oder Schöpfung
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Der Evolutionsgedanke lag in der Luft, als Darwins Theorie in die Massen "gepowert" wurde. Die Schöpfungslehre(n) hatte(n) gesagt, daß alles so ist, wie es von Gott (Göttern, göttlichen Kräften) "am Anfang" erschaffen worden war: So war es und so blieb es bis auf den heutigen Tag - immer gleich. Dann zeigte sich, daß es in der Natur eine Entwicklung, eine Veränderung der Lebewesen gegeben hatte. Heute weiß man, daß auch das Universum eine Entwicklung durchläuft.
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| - Die Schöpfung ist evolutionär |
War die Evolution(slehre) anfangs den Kirchenkräften ein Dorn im Auge, haben etliche Theologen inzwischen einen Ausweg aus dem Widerspruch zwischen Kirchenlehre und naturwissenschaftlichem Tatsachenmaterial gefunden. Zum einen nehmen sie die "sieben Tage" der Schöpfung, von denen das Alte Testament berichtet, nicht wörtlich, sondern symbolisch, als Ausdruck, als Bild für eine längere Zeitspanne. Interessant ist, daß diese "sieben Tage der Schöpfung" ja ebenfalls eine Entwicklung erkennen lassen zwischen dem ersten und dem letzten Tag: und diese Entwicklung ist chronologisch, genau parallel zu der tatsächlichen. Diese Übereinstimmung ist in meinen Augen das eigentlich faszinierende. |
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| - creatio continua - die "ständige Schöpfung"? |
Noch einen weiteren wunderschönen Gedanken bieten die Theologen an: Die Schöpfung ist auch heute noch nicht abgeschlossen. Es findet sozusagen eine "ständige Schöpfung", eine "creatio continua" statt. |
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| - Kreationisten und Darwinisten - ein lächerlicher Krieg der Männer |
Gegenwärtig hat diese Frage : "Evolution oder Schöpfung?" in den USA die Form eines bösartigen Krieges angenommen: die "Kreationisten" (die behaupten, daß alles das Werk eines intelligenten Schöpfers ist, mehr oder weniger stark die Bibel wörtlich nehmend) sind auf dem Vormarsch. Ernsthafte Wissenschaftler wehren sich mit aller Macht gegen deren Einfluß. Die Fronten auf beiden Seiten sind verhärtet, keiner ist bereit, auf die Argumente der anderen Seite einzugehen. Dieser Kampf wird die Menschen noch lange beschäftigen - ohne daß er auch nur den geringsten Erkenntnisfortschritt bringen wird.
Beachten Sie bitte die ausgesprochen "männliche" Terminologie: Krieg, Vormarsch, Macht, Fronten, Kampf - und beachten Sie die formal-logische Herangehensweise: etweder - oder, das typisch "männlich-polare" Denkschema. |
Man mag es kaum für möglich halten - der Krieg schwappt offenbar über den großen Teich zu uns herüber.
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Nun geht es auch in Rußland los und weiter mit diesem "Krieg der Männer":
Die Überschrift ist "Darwin gerät unter Beschuß - Neue Töne in Russland"
Dort hat das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Alexi II., gegen den Darwinismus gewettert. Er fordert, daß neben Evolutionstheorie an den russischen Schulen die biblische Schöpfungsgeschichte gelehrt werden solle. Das besondere an der russisxchen Variante dieses Krieges ist es, daß die dortigen Kreationisten den Vorteil haben, "die Evolutionstheorie als Relikt der Sowjetideologie zu diffamieren" .
Es wird ein Physik-Nobelpreisträger zitiert, Witali Ginsburg "Nur Obskuranten können die Evolution leugnen." Doch jetzt wird es ernst: die Zeitung weiß außerdem zu berichten:
"Insgesamt fällt der Protest der Wissenschaftler in Russland leise aus - es scheint riskant, sich mit der Kirche anzulegen." |
aus der Mitteldeutschen Zeitung vom 17. 2. 2007 |
| - aus weiblicher Sicht: |
Wie es scheint, kann es auch keine Lösung geben - es sei denn, man sieht sich diesen Streit einmal aus Sicht der "weiblichen" Denkmethode an, dann wird er nämlich ein dummes, albernes Scheingefecht.
Weibliches Denken kann "zwei zu eins machen", kann in diesem scheinbaren Gegensatz das Gemeinsame erkennen: Schöpfung und Evolution sind nur zwei Sichtweisen, die ein und dasselbe beschreiben, sie sind gedanklich sehr wohl zu kombinieren, ohne daß dadurch "Unwissenschaftlichkeit" heraufbeschworen wird. |
siehe auch die Abschnitte 5, 8 und 9 - die intelligentere Lösung des Streites - |
| 4. Ist zielgerichtetes Handeln gleichbedeutend mit Intelligenz? |
Die Argumentationen von beiden Seiten (soweit ich sie kenne), vor allem - das muß ich leider so sagen - von Seiten der Wissenschaft vergessen, die Frage einmal ganz anders zu stellen:
Ist in der Evolution des Lebens auf der Erde eine zielgerichtete Entwicklung erkennbar oder ist eindeutig (!) nur (!) "blinder Zufall" und die aktuelle Auslese im "Kampf ums Dasein", in der Anpassung an die aktuellen Bedingungen als einzige Erklärung ausreichend?
Diese Fragestellung schließt die Gleichsetzung von Zielgerichtetheit und intelligentem Handeln ein. Das scheint eine einfache Frage zu sein, die eine einfache Antwort ermöglicht:
"Ja, sobald irgendwo zielgerichtetes Handeln erkennbar ist, muß die Ursache dafür eine wie auch immer wirkende Intelligenz sein. Intelligenz bedeutet, zielgerichtet - auf ein mögliches zukünftiges Ereignis orientiert - zu handeln. "
Diese Frage verlangt wiederum zu klären, was zielgerichtetes Handeln bzw. ein zielgerichteter Ablauf oder Prozeß ist - und vor allem: wie kann ich ihn erkennen, wenn er von einer möglichen anderen Intelligenz als der meinigen ausgehen sollte?
(Wenn meine Katze denken könnte, würde sie nicht verstehen, warum ich Fenster putze und denken, ich sei blöd, daß ich so etwas "sinnnloses" mache!)
Ich versuche eine Antwort:
Zielgerichtetheit, zielgerichtetes Handeln, bedeutet auch "Anpassung an (mögliche) zukünftige Bedingungen". |
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Diese Fragen nach Zielgerichtetheit sind allgemeinere Fragen als rein biologische. Sie sind wesentlich philosophischer und - das wird erstaunen - auch physikalischer Natur. Wie diese aus weiblicher Sicht beantwortet werden können, dafür verweise ich auf weitere Ausarbeitungen auf dieser Webseite (auf so vielen Seiten, daß ich sie hier nicht auflisten kann) und auch auf meiner Webseite www.eine-weibliche-physik.de. |
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| 5. Darwin und Kleinschmidt - zwei Evolutionstheorien bei gleichen Fakten |
Wo liegt
das Problem? Darwins Erkenntnisse waren erst der Anfang der Erkenntnis über die Evolution des Lebens auf der Erde. Niemand kann erwarten, daß er schon alles richtig gesehen hat. Neben ihm gab es noch mehr Wissenschaftler und Leute auf der Suche nach Erkenntnis, die ebenfalls das Phänomen Evolution erkannt hatten, aber anders herangingen. Zu ihnen gehörte auch der Wittenberger Theologe und Ornithologe Dr. Otto Kleinschmidt. Nun mag man sagen: wenn er Theologe ist, dann ist er "vorgeprägt" und kann nicht mehr wissenschaftlich exakt, nicht mehr objektiv urteilen. Genauso könnte man diesen Gedanken in sein Gegenteil verkehren: wenn jemand kein Theologe ist bzw. die Existenz Gottes ausschließt - kann er dann objektiv urteilen? Wer will sicher sein mit seiner Sicht?
Kleinschmidt hat bei der Analyse von mehr als 10 000 Vögeln (die er fangen, töten und ausstopfen ließ - oder waren es sogar 50 000?) "erkannt" (oder hat er es nur behauptet?), daß die Evolution ein zielgerichteter Prozeß ist. Verschiedene Beobachtungen lassen sich nicht mit dem Zufallsprinzip erklären, auch sei keine Vermischung der Arten erkennbar. Kleinschmidt sprach statt vom Stammbaum von einem "Rasen" der Artentwicklung. Er sah, daß die Evolution der einzelnen Arten bestimmte zeitliche Etappen durchlief, eine Zeitlang entwickelt sich eine Art sehr schnell, dann stagniert sie. Jede Art hat zu einer anderen Zeit ihre kreative Phase. Überdies vermutete er, daß es so etwas wie einen Informationsaustausch zwischen den Arten gegeben hat bzw. gibt: die ein Art signaliserte der anderen: hier geht es nicht weiter, ihr braucht das nicht auch noch mal zu wiederholen, probiert was anderes aus. Diesen Informationsaustausch zwischen verschiedenen Arten hielt Kleinschmidt für möglich, ohne ihn jedoch wissenschaftlich bewiesen zu haben.
Liest man dann die Arbeiten von Rupert Sheldrake, einem englischen Biologen, über sogenannte "morphogenetische Felder", die er als Träger eines umfassenden Informationsaustausch zwischen allen Lebenwesen vermutet, dann frage ich, wieso zwei verschiedene Biologen unabhängig voneinander zur gleichen Schlußfolgerung gelangen. Ich sehe in Sheldrakes Gedankenansatz eine Bestätigung und Weiterentwicklung der Vermutungen Otto Kleinschmidts.
Kleinschmidt erkannte nebenbei noch etwas: die Fälschungen, die von den Darwinisten vorgenommen worden waren bei der Darstellung von z. B. Schädelproportionen zwischen anderen Primaten und dem Menschen, und er vermutete, daß diese Fälschungen notwendig waren, um die These, der Mensch stamme von den Affen ab, zu "beweisen". Er spottete über Darwins "Hühnerhofmentalität", mit der er auf die Entwicklung der Arten gesehen habe.
Kleinschmidt ging davon aus, daß jede heute lebende Art ihren eigenen Entwicklungsweg vom Einzeller bis jetzt gegangen ist, auch der "homo sapiens" habe direkt als Einzeller begonnen. Seine kreative Phase, seine Entwicklungsphase habe dann später eingesetzt, als er die Informationen von den anderen Arten abschöpfen konnte. Dieser Gedanke erscheint mir außerordentlich spannend.
Für diese These spricht vieles, u. a. auch das Wissen um die Tatsache, daß heute nur noch ein Bruchteil der früheren Arten-Anzahl existiert.
Zumindest ist es aus meiner Sicht jedoch unwissenschaftlich, bei der evolutionistischen Erklärung des Lebens nur auf Darwin zu setzen. Noch dazu, wenn man inzwischen weiß, daß Darwin dem "Kampf ums Dasein" einseitig eine überragende Bedeutung zukommen ließ und demgegenüber die Symbiose unterschätzte. |
Man kann auch so fragen:
Darf ein Physiker an Gott glauben?
Warum darf eine physikalische Theorie die "Hypothese Gott" nicht enthalten?
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| und ein Analogieschluß ganz besonderer Art |
Was Darwins Thesen und ihren Platz in der heutigen Lehrmeinung so spannend macht, ist eine Analogieschluß ganz besonderer Art, den ich vor Jahren irgendwo las, ich glaube bei einer feministischen Wissenschafts-Kritikerin:
Darwins Interpretation der Evolution des Lebens war für den aufkommenden Kapitalismus mit seinem Konkurrenzdenken ("Kampf ums Dasein") beste biologistische Rechtfertigung. Nur deshalb habe sich Darwins Theorie gegenüber anderen Evolutions-Theorien durchgesetzt. Mit anderen Worten:
Es ist nicht auszuschließen, daß außerwissenschaftliche Interessen eine Rolle für die Anerkennung einer Theorie gespielt haben.
Jenseits aller Front-Kämpfe zwischen Darwinisten und Kreationisten sei erinnert an viele Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die die Einseitigkeit des Darwinismus kritisieren. Mit an vorderster Stelle sind hier feminstische Wissenschaftskritiken zu nennen.
Auch der Wissenschaftler Martin Landau, der sich einen Namen machte bei der Beobachtung von Bienen, wies schon vor vielen Jahren darauf hin, daß der Darwinismus mit seiner Überbetonung des Kampfes ums Dasein der Symbiose als der eigentlichen Basis des Lebens zu wenig Raum lasse. |
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| 6. Energie-Erhaltung und Entwicklung der Materie |
Die Materie ist ewig und unzerstörbar. Physikalischer Ausdruck dieses Ewigkeitspostulats ist der Energieerhaltungssatz. Er beantwortet nicht die Frage, ob Materie entstanden ist, einen Anfang hat. Schöpfungsmythen gehen von einem solchen Anfang der Welt aus.
Allgemein hat alles, was einen Anfang hat, auch ein Ende. Hat auch die Materie insgesamt ein Ende ihrer Existenz - oder wird sie endlos existieren? Beide Möglichkeiten sind denkbar, aber nicht beide "gleichzeitig" - oder doch?
Daß nicht nur das Leben auf der Erde sondern das Weltall insgesamt einen Evolution, eine Entwicklung durchmacht, ist anerkannte Tatsache. Jede Entwicklung bzw. Veränderung wirft immer die Frage auf, ob diese Entwicklung eine Richtung oder sogar ein Ziel hat, oder ob sie zufällig-chaotisch geschieht. Beobachtungen des Entwicklungsprozesses der Materie lassen eine Höherentwicklung erkennen, speziell das Leben auf der Erde liefert einen solchen Beweis.
Die Höherentwicklung der Materie insgesamt ist physikalisch nicht beschrieben - bisher.
Wenn die Materie eine Entwicklung durchmacht, ist es logisch, daß diese Entwicklung in jedem "Teilchen", an jedem Ort, zu jeder Zeit passiert. Dann muß auch das Atom, dann müssen auch die Elementarteilchen sich ständig verändern. Auch die Tatsache, daß diese Materie im Prozeß ihrer Evolution die Eigenschaft der "Selbstspiegelung", der Informationsverarbeitung hervorgebracht hat, findet noch immer zu wenig Beachtung. |
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| Die Grund-FRAGE der Philosophie und Naturwissenschaft |
Noch verrückter mag es manchem erscheinen, wenn von der "Vergeistigung der Materie" gesprochen wird. Da dieses Thema zu umfangreich für diese Seite ist, werde ich später an anderer Stelle darauf zu sprechen kommen.
Dieses Thema ist eng verbunden mit der allgemeinen Frage, ob das Bewußtsein in seiner menschlichen Form schon die höchste Ausprägung erfahren hat oder ob es ein Bewußtsein darüber hinaus gibt. Eine der Fragen wäre z. B., ob die Erde als Ganzes ein Bewußtsein hat.
Die "Grundfrage der Philosophie" fragte bisher nach dem Wechselverhältnis von "Materie und Bewußtsein" bzw. "Sein und Denken". Aus weiblicher Sicht muß diese Frage anders formuliert werden:
als Frage danach, ob die Evolution der Welt, des Lebens, des (menschlichen) Geistes ein Ziel bzw. einen Sinn hat oder nicht.
Das ist die Frage, auf die die Philosophie und die Wissenschaft in Zukunft eine Antwort geben muß. Das ist eine Frage, die weder von der Philosophie noch von der Wissenschaft als bereits abschließend beantwortet angesehen werden kann. |
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So einfach ist das mit dem Darwinismus und dem Kreationismus, weiblich gedacht... |
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| 7. Evolution und Vollkommenheit |
Wenn Materie sich verändert, sich entwickelt, zu höheren Formen und Strukturen übergehen kann, dann ist auch ein Endpunkt denkbar, der nicht chaotisch, sondern "vollkommen" ist: wenn die Materie das Stadium der Vollkommenheit erreicht hat, ist sie nicht mehr entwicklungsfähig. Die Evolution hat ihr Ende gefunden. Solange wir also Entwicklung in ihr wahrnehmen, ist sie noch nicht vollkommen. (Diese Satz ist richtig und falsch - mehr darüber, wie ich das meine, wird in "Dialektik" stehen, sobald ich dieses Thema ausführlicher behandle. ) Somit ergibt sich aus dem Begriff der Evolution die Frage nach dem Begriff der Vollkommenheit. ...
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Apropos chaotischer Endpunkt: das ist ja das Modell, das die Physik mit ihrem Entropiesatz denkt: in der Physik ist Vollkommenheit (bisher) nicht denkbar. |
| 8. Pierre Teilhard de Chadin ... |
... sah einen Endpunkt, einen Zielpunkt der Entwicklung, den er den "Omega-Punkt" nannte. Das war keine Spekulation, das war eine Hypothese, die er durch die Fakten, die er beobachten konnte, zu belegen versuchte.
Er war Paläonthologe und seine Forschungen zur Evolution brachten ihn zu dieser Erkenntnis.
Nun kann man sich streiten: Hat er die anfänglichen Erkenntnisse von Darwin weiterentwickelt oder hat er sie "widerlegt", weil er Darwins Zufalls-Hypothese nicht übernehmen konnte?
Doch die Konsequenz, mit der er Darwins Evolutionsgedanken selbst weiterführt, ihn über die Evolution des Lebens hinaus auf die Evolution des Kosmos und des (menschlichen) Geistes anwendet, macht ihn andererseits zu einem "Schüler" Darwins, einem Nachfolger seiner Lehre.
Ich denke, an den Erkenntnissen von Teilhard de Chardin wird sehr gut deutlich, wie sinnlos der Streit der Kreationisten und Darwinisten ist. Man muß es einmal so sehen: in den Augen der verfeindeten Lager, aus der Sicht beider Pole des denkbar Möglichen ist dieser geistvolle und intelligente Mann Teilhard de Chardin "doof".
Sein "Harmoniesucht", die kriegerischen Parteien zu versöhnen, kann als "weibliches Denken" interpretiert werden. Doch seine Leistung ist mehr:
Wenn man weiß, daß die "Weltformel" heißt, "zwei zu eins zu machen", und daß sie auch in Erkenntnisfragen gilt, dann hat Theilhard genau dieses getan: er hat einen sowohl aus wissenschaftlicher als auch aus theologischer Sicht nachvollziehbaren Weg gezeigt, wie Evolution und Schöpfung zusammengeführt werden können. |
siehe auch in Quellen
und auf meiner Website www.die-besten-gedanken.de - klick hier:
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Daß nicht alle Wissenschaftler und nicht alle Theologen dieser Erkenntnis folgen können, ist nur ein Randproblem. Ich sehe in Teihards Arbeiten eine wesentliche Grundlage zukünftiger Erkenntnis. |
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| 9. Hat die Evolution eine "weibliche" Seite? |
Das Buch von Sarah Blaffer Hrdy nennt sich
"Mutter Natur -
Die weibliche Seite der Evolution"
Auf dem Rückdeckel kann man lesen (Hervorhebungen von mir - B. K.)
"Mutter Natur ist eine grundlegende Studie über die Frage, wie und warum sich im Lauf der Evolution verschiedene Formen von Mutterschaft herausgebildet haben. Dem Klischee der "scheuen" Frau und aufopferungsvollen Mutter setzt Hrdy Erkenntnisse der Soziobiologie entgegen und offenbart die Seite der Evolution, die Darwin erfolgreich unterschlagen hat: die weibliche. Das faszinierende Buch wurde von Bild der Wissenschaft" als "Wissenschaftsbuch des Jahres 2001" ausgezeichnet.
"Hrdy ist ein Glücksfall für ihre Disziplin und für uns Mütter ... Sie füllt eine schmerzliche Lücke in der Theorie von Charles Darwin." (Die Zeit)
"Mutter Natur ist ein Standardwerk, das für viele Jahre Bestand haben wird, das Lebenswerk einer herausragenden streitbaren Wissenschaftlerin." (Die Welt)
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Ausführlichere Informationen über dieses Buch gibt es in Hrdy, Sarah B. |
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Ich verweise auch auf die 24 Thesen einer neuen Frauenbewegung von Sabine Lichtenfels in den Fremdtexten. Dort heißt es in These 9:
"Partnerschaft ist ein hohes und noch wenig erreichtes Ziel in der menschlichen Evolution. Sie ist die höchste Stufe in der Entwicklung frei liebender Menschen."
In These 23 heißt es:
"Weiche Macht ist das Prinzip der Evolution, das sofort in Kraft tritt, wenn die Lebewesen keine Angriffsfläche mehr haben für ihre Bosheit. Weiche Macht ist letztlich auch die Kraft, die einen Graskeimling befähigt, eine 5 cm dicke Asphaltdecke zu durchdringen, um ans Licht der Welt zu kommen. Es ist das Organisationsprinzip und das Kraftprinzip der Natur und die eigentliche Entelechie ihrer Lebewesen."
Was sagt dieses Beispiel?
Sabine Lichtenfels´ Wissen über Evolution ist typisch weibliches Wissen, das kein Problem damit hat, die Evolution als zielgerichtet zu denken. |
Hervorhebungen in den Zitaten von mir - B. K.
Alle 24 Thesen sind zu finden in Lichtenfels, S. |
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Es dürfte kaum verwundern angesichts der Ignorierung bzw. Verdrängung weiblichen Wissens im Rahmen des männlichen Wissens allgemein, daß auch der weibliche Gedanke der Zielgerichtetheit der Evolution es schwer hat, von Männern überhaupt als bedenkenswert beachtet zu werden. |
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| 10. Dialektik, Evolution und Ziel |
Immer wieder werde ich auf die Möglichkeiten zu sprechen kommen, die die Dialektik bietet, die Welt zu erkennen. Nicht nur, daß sie "die Gegensätze vereint", somit auch die Denkmethode ist, die den Streit der Kreationisten und Darwinisten schlichten könnte, sie ist auch mit ihren allgemeinsten theoretischen Erkenntnissen in der Lage, in diesem Streit wichtige inhaltliche Orientierung zu geben.
Ich muß ein wenig ausholen und kurz andeuten, was Dialektik
ist und kann:
Sie ist nicht nur eine Denkmethode, sondern gibt auch die allgemeinsten Gesetze für die Entwicklung vor. Wenn ich "allgemeinsten" schreibe, dann bedeutete das: alle konkreten Naturgesetze, ob in der Physik oder Biologie, alle konkreten Erkenntnisse in der Geisteswissenschaft lassen sich auf die "dialektischen Gesetze" zurückführen, sind nur deren Anwendungsformen.
Oben am Beispiel des Satzes von der Onthogenese und Phylogene habe ich es bereits gezeigt:
Dieser Satz ist nur ein konkreter Anwendungsfall des allgemeineren Gesetzes
"Das Teil spiegelt das Ganze - das Ganze spiegelt sich im Teil."
Wenn man diesen allgemeinen Satz kennt, kann man ihn auf alles anwenden - oder noch anders gesagt: wenn man ihn in den konkreten Dingen sucht und findet, kommt man durch "selbst denken" weiter - ganz ohne konkrete Bildung, ohne Lehrer, ohne Lehrbuch. |
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Im Grunde benötig mal also nur eine Liste aller dieser allgemeinsten Gesetze und kann sich in jedem Wissensgebiet leicht orientieren, Denkfehler erkennen, selbständig Schlußfolgerungen ziehen.
Sieht man sich jetzt weitere allgemeinste dialektische Gesetze an und fragt, wie sie in der Evolution erkennbar werden, kann man sehr schön "die Spreu vom Weizen trennen":
Hier will ich nur ein weiteres Beispiel nennen:
Die drei bekanntesten
"dialektischen Grundgesetze" geben die Ursache, die Art und Weise und die Richtung eines Entwicklungsprozesses an.
Über die Richtung der Entwicklung sagt das "Gesetz der Negation der Negation", daß diese vom "Niederen zum Höheren" geht. Ein andere Wort für "Höheres" kann " Ausprägung der Vollkommenheit" sein.
Damit ist gemeint, daß immer komplexere Strukturen (von Systemen, Organismen) sich herausbilden. Da dieses Gesetz auch die Entwicklung des Bewußtseins beschreibt, wird so auch deutlich, daß die Erkenntnis selbst eine Evolution zu immer komplexerer, höherer, vollkommener, "besserer" Erkenntnis durchläuft. ... |
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| 11. Kampf oder Kooperation - der Spermien-Mythos |
Spermien-Mythos
Kein Kampf - kein Wettschwimmen
So ist der Beitrag auf der Webseite des WDR überschrieben.
Wissenschaftler mussten nun zugeben, dass die Spermien sich auf ihrem Weg zum Ei überhaupt nicht wie Kämpfer und Krieger verhalten, sondern im Gegenteil äußerst kooperativ arbeiten, um gemeinsam das Ziel - die Befruchtung der Eizelle - zu erreichen. Es scheint Spermien zu geben, die im Rahmen der Gruppe nur einen Auftrag haben: das Immunsystem auszutricksen, indem sie sich als Angriffsfläche zur Verfügung stellen, damit die anderen weiterkommen. Die Spermien schwimmen auch nicht um die Wette und der Stärkste siegt. Sie werden von außen bewegt und sie "knacken" gemeinsam das Ei. Welches der Spermien dann eindringt, ist eher zufällig, beliebig. Da sie sowieso alle die gleichen Information bzw. Gene tragen, wäre es auch etwas eigenartig, wenn die Hülle (die körperliche "Stärke" eines Spermiums) wichtiger wäre.
Wieso konnte es bisher zu dieser anderen Sicht kommen? Offenbar wurde da der "Kampf ums Dasein" nur reininterpretiert. An dieser Stelle ist er offenbar völlig sinnlos.
Der Link zu dem ganzen Beitrag in voller Länge:
www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2010/0713/004_koerper.jsp |
Zur entsprechenden Seite auf www.wdr.de |
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