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01. 05. 2009
Hexe
Weibliches Wissen, Denken und Erkennen
Stationen eines "eigen-willigen" Erkenntnisweges
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Gedankengänge
 
Die "weise Alte" und ihre Gedanken - Gänge

Man kann es drehen und wenden wie man will, alte Frauen kommen in der Öffentlichkeit kaum vor. Ich meine die richtig "alten" Frauen, die über 60. Ein paar nette und verständnisvolle Omas, ewig junge alte Stars (á la Uschi Glas) und leicht boshafte alte Weiber einmal ausgenommen.  Selten sieht man eine alte Künstlerin, Lehrerin oder Wissenschaftlerin, die auf ihr Lebenswerk blickt und von der gezeigt wird, wie sie ihr Wissen und ihr Erfahrungen an die junge Generation weitergibt. Alte Männer sind vergleichsweise überrepräsentiert: alte männliche Politiker, alte männliche Wissenschaftler, alte  männliche Schriftsteller und Philosophen geben sich in den Fernsehstudios die Klinke in die Hand. Ich schätze einmal, daß das Verhältnis zwischen alten Männern und alten Frauen in den Medien ca. 10 : 1 bis 20 : 1 beträgt.

Warum haben alte Frauen in der Gesellschaft einen so schlechten Platz?
Was bleibt alten Frauen  als Lebensziel und Aufgabe jenseits des 60. Geburtstages?

Diese Fragen habe ich mir für mich gestellt: wie kann mein Leben jetzt noch weiterhin einen Sinn haben und Spaß machen, jetzt, wo die Kinder erwachsen sind, ich seit 10 Jahren arbeitslos bin und mit 56 Jahren auf dem Arbeitsmarkt zum "schwer vermittelbaren Bodensatz" gehöre.

Einmal sagte ein Bekannter zu mir: "Es gibt heute keine weisen alten Männer mehr."
Erst durch diese Bemerkung fing ich an, über weise alte Frauen nachzudenken. Und natürlich auch darüber, warum es für die meisten alten Männer kein Lebensziel ist, alt und weise zu werden. Die meisten Männer wollen lieber reiche alte Männer, mächtige alte Männer und alte Männer mit nicht nachlassender sexueller Potenz sein.

Anders gesagt: es geht hier nicht nur um weise alte Frauen, auch Männer sind herzlich eingeladen, sich dem Thema "Altersweisheit" anzunähern - und wenn es auch erst einmal durch die Brille einer alternden Frau ist.

Auf dieser Seite stelle ich einige Etappen meiner Gedanken-Gänge vor, die mich zu der obigen Frage führten:

  1. Einen ersten Einblick  in das "geheime Wissen der Frauen"
  2. Sind Frauen den Männern "überlegen"?
  3. Die "drei K" - Küche, Kinder, Kirche
4.  Frauenwissen und Matriarchat
1. Erster Einblick in das "Geheime Wissen der Frauen"
Als mir das Lexikon "Das geheime Wissen der Frauen" in die Hände geriet, mußte ich es fast wie ein normales Buch lesen: hintereinander weg, von vorn bis hinten. Es enthielt so vieles neues Wissen, so viele neue Sichtweisen und Hintergrundinformationen, vor allem so viele ganz andere Darstellungen von Ereignissen, daß ich erschüttert war: Hier tat sich wieder eine bisher verschlossene Tür zu einem Wissen auf, von dem ich mein Leben lang nicht einmal gewußt hatte, daß es dieses Wissen gab:
Das geheime Wissen der Frauen
"Das geheime Wissen der Frauen"
siehe "Frauen-Lex" in den Quellen
2. Sind Frauen den Männern "überlegen"?
Ein  bekennender Frauenfeind, Cato, soll bereits vor rund 2000 Jahren gesagt haben:
"Wenn die Frauen uns Männern gleichgestellt wären, wären sie uns überlegen."
Was hinter dieser Aussage steht, werde ich versuchen zu ergründen ...
 
3. Die "drei K"
Die "drei K" - Küche, Kirche, Kinder - symbolisieren den Rahmen weiblicher Tätigkeiten und Fähigkeiten. Ja, es stimmt, das sind traditionell die wichtigsten Tätigkeitsbereiche der Frauen. Doch ich überlegte, wie sie heute aussehen: kann man  eine Weiterentwicklung und Analogie finden? Was  könnte heute zu diesen Bereichen gerechnet werden, wenn man modernes Frauenwissen betrachtet? Es fiel nicht schwer, diese "Einteilung" zu finden:

-  Küche    =   Praxisverbundenheit weiblichen Wissens,
das meint Wissen um Natur, Gesundheit, Ernährung, das sogenannte "Hexenwissen" - die Hexe als Köchin, Kräuterfrau, Gärtnerin, Heilerin

Kirche   =   Spiritualität  und  weibliches Erkennens
dazu gehören in Erweiterung der ursprünglichen Vorstellung alle theoretischen Themen, angefangen von Religionen und Symbolsprache über Mystik bis hin zur modernen Wissenschaft aus weiblicher Sicht.

-  Kinder    =   der  "Zukunftssinn der Frauen":  
 das meint die vom Wesen her vorausschauenden Art des Denkens, das sich nicht so sehr um Ursachen, sondern um die Wirkungen des Handelns für die Zukunft dreht, einschließlich alles, was man unter dem Begriff "Beziehungswissen" zusammenfassen könnte
4.  Frauen-Wissen und Matriarchat
Bis zu dem Augenblick, als ich auf Bücher von Heide Göttner-Abendroth stieß, hatte ich völlig falsche Vorstellungen von dem, was allgemein als "Matriarchat" bezeichnet wurde und wird.

Matriarchat war keine "Frauenherrschaft", sondern eine gewalt- und machtfreie Sozialstruktur - sagt Heide Göttner-Abendroth.
Und sie meint, ähnliche Strukturen seien auch in Zukunft denkbar. Schon aus diesem Grund lohnt es sich, sich ausführlicher mit den Erkenntnissen über matriarchale Strukturen zu befassen.

Wußten Sie, daß die "Schneewittchenfarben" schwarz, weiß und rot typische Farben aus matriarchalen Kulturen sind? Offenbar hat altes Frauenwissen wieder nur in einem Märchen überlebt.
Oder wußten Sie, wie Labyrinthe als komplexe öffentliche Räume für eine Tätigkeit genutzt wurden, bei der es eine Einheit zwischen Tanz, Wissensvermittlung, Astronomie, Training des Sozialverhaltens, Psychotherapie usw. gab?

Am Rande sei erwähnt, daß die Matriarchats-ForscherInnen nach wie vor von der "herr"schenden Geschichtswissenschaft angefeindet bzw. ignoriert werden. Ich sehe darin eine noch immer subtil wirkende Form der Unterdrückung weiblichen Wissens.
 
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