| 1. Die ersten "Reaktionen" - frei nach dem Motto "Keine Antwort ist auch eine Antwort": |
Mit den ersten Erfahrungen bei meiner Suche nach Diskussions-Partnern begriff ich allmählich etwas furchtbares: Die Menschen sind zugestopft mit Wissen und Informationen, sie sind so "satt" davon, daß sie gar keinen Appetit auf neues Wissen und neues Denken haben, sie haben gar keine Lust mehr darauf, mit und in Gedanken zu spielen. Das "Denken als größtes Vergnügen der menschlichen Rasse" (Karl Marx) ist verkümmert, Denkfaulheit und Rückversicherungsmentalität (nur nichts "falsches" denken!) machen sich breit....
In dieser Situation Diskussionspartner für die mich brennend interessierenen Fragen zu finden, ist schwieriger als die berühmte Nadel im Heuhaufen zu finden. Doch bereits die Versuche, in eine wissenschaftliche Diskussion zu gehen, brachten eine Vielzahl spannender Erfahrungen. Ich werde mein Material darüber nach und nach auswerten und hier vorstellen. |
|
| 2. "Was nicht ist, kann noch werden." |
Dieser Spruch stand auf einem kleinen Bildchen über dem Sofa in unserem Wohnzimmer, nicht größer als 15cm x 15cm, von einem dunkelbraunen Holzrahmen umgeben.
Wer immer es dort angebracht hatte, wußte nicht, welche Wirkung der kleine Satz auf mich haben, welche Resonanz er bei mir auslösen würde. Von dem Augenblick an, wo ich lesen konnte, las ich diese wenigen Worte - nicht hunderte, sondern wohl tausende Male und dachte jahrelang über diesen Spruch nach.
Natürlich habe ich damals noch nicht gesehen, wie gut er zu dem Erlebnis mit meiner Puppe paßte - auch er spiegelte eine Erfahrung des Werdens und Vergehens wider: die Hoffnung auf Veränderung und noch allgemeiner gesagt, das Verhältnis von Wirklichkeit und Möglichkeit.
Toyota hat die Aussage dieses Spruches etwas anderes formuliert: "Nichts ist unmöööööglich!"
Nun also nehme ich ihn als Motto: als Hoffnungszeichen, mein Modell werde auf Resonanz stoßen, werde zur Diskussion herausfordern, werde auch anderen Spaß machen, es zu denken und durchzuspielen.
Resonanz in geistigen Prozessen meint in Analogie zur physischen Resonanz (dieser Begriff beschreibt Prozesse, die "sich gegenseitig aufschaukeln", sich energetisch verstärken) jene Reaktionen, die sozusagen "positiv-verstärkend" wirken: die die Idee aufgreifen, ausbauen, weiterführen, sachlich-kritisch auf Schwachstellen abklopfen und so in einem vergnüglichen Meinungsstreit meinem "Fridolin" beim "Erwachsenwerden" helfen.
Es gibt sie noch fast gar nicht, diese Resonanz. Doch ich bin mir ganz sicher, daß es sie geben wird: was nicht ist, kann noch werden ... |
|
| 3. Die Unterschiede zwischen Reaktionen und Resonanzen, ganz allgemein |
Resonanz und Reaktion auf mein Modell habe ich unterschieden und das hat zwei Gründe:
Resonanz ist eine spezifische Art der Wechselwirkung, so wie auch Reaktion eine spezifische Wechselwirkungsart ist. Sie ahnen es langsam: Ja, Sie haben recht:
Reaktion ist "typisch männlich": actio = reactio.
Resonanz ist "typisch weiblich" - und sie läßt sich nicht auf eine so schöne Formel bringen wie Newton es mit der Reaktion tun konnte.
Resonanz ist Wechselwirkung "in Harmonie", in Übereistimmung. Bei der Resonanz schwingen "zwei auf gleicher Frequenz". Liegt Resonanz vor, können sie "sich gegenseitig aufschaukeln". Sie erreichen so Energieamplituden, die einzeln nicht erreichbar sind. Die berstende Brücke der marschierenen Soldaten ist das "Paradebeispiel" dafür.
Doch das ist nur die Negativkomponente der nicht beherrschten Resonanz.
Die Reaktion sieht ggf. so aus: Jemand besitzt Wissen und fühlt sich durch eine neue Idee, ein neues Modell, eine neue Hypothese bedroht. Der einzige Weg, den er sieht, ist, diese Bedrohung zu bekämpfen. Es gibt eine Reaktionsschwelle, unterhalb der es noch zu keiner Reaktion kommt. Daß neues Wissen als Bereicherung und Erweiterung des eigenen Wissens angesehen werden könnte, paßt nicht in dieses Denkschema. |
|
| 4. Die Phasen der Wahrnehmung eines neuen Gedankens, auch ganz allgemein |
Man sagt, ein neuer Gedanke, eine Idee, eine Theorie, alles Neue, mache drei bzw. vier Phasen durch:
1. Zuerst wird das Neue ignoriert. Es sind "Außenseiter", die sich trotzdem damit befassen. Anders gesagt: Menschen, die sich mit Neuem befassen, werden zu Außenseitern des Mainstreams gemacht.
2. Geht das Neue nicht mehr zu ignoreren, wird es - je nachdem - verspottet und lächerlich gemacht oder bekämpft. Manchmal tritt nur eine der beiden Komponeten auf, manchmal zuerst der Kampf, dann der Spott oder umgekehrt. Das ist von Fall zu Fall verschieden. Man kann es auch so sehen: der Spott ist nur eine der möglichen Formen, das Neue zu bekämpfen. Doch die Formen des Kampfes sind natürlich vielfältig. Meist ist die physische Vernichtung der Träger neuer Ideen heute nicht mehr so üblich: Märtyrer für neue Ideen sind gefährlich, es gibt bessere Methoden, sie zum Schweigen zu bringen: eine äußerst effektive ist die Bestechung.
3. Läßt es sich überhaupt nicht mehr vermeiden, die neuen Gedanken anzuerkennen, dann geht der Krieg los auf anderer Ebene: dann streiten sich einige, wer der Erste war mit dieser Idee. Und dann kommt es schließlich, daß alle "es ja schon immer gewußt haben".
4. Die vierte Phase ist dann die, daß die neue Idee Alltag geworden ist und niemand sich mehr vorstellen kann, daß früher einmal andere Dinge für richtig gehalten wurden.
Ein Beispiel ist die Anerkennung des Kopernikanischen Weltbildes und der Vorstellung von der Kugelgestalt der Erde.
PS.: Immer, wenn eine Idee die ersten beiden Phasen überspringt, bin ich vorsichtig.
Vor einigen Monaten fragte mich jemand, in welcher Phase der Anerkennung meiner Ideen ich denn jetzt wäre. Oh, sagte ich, ich bin schon richtig angegriffen und auch lächerlich gemacht worden. Ich hoffe also, daß die erste Phase jetzt vorbei ist. |
|
| 5. Erste Meinungen |
Es gibt einige Bekannte und auch Wildfremde, die auf meine Webseiten gestoßen sind und die mir positive Signale gaben und geben:
daß ihnen mein Modell sehr gut gefällt, daß ich damit "etwas Bleibendes geschaffen" habe, sie sehen Analogien zu eigenen Erkenntnissen und Erfahrungen oder finden es einfach gut, wie ich meine Ideen vorstelle.
Direkte inhaltliche Fragen werden dabei leider noch nicht angeschnitten. Ein Kontakt zu zwei Herren, die die Idee eines "Elektron-Positron-Modells" vertreten ist wieder eingeschlafen. Ich sehe deren Idee in meinem Modell gut aufgehoben, aber mein Modell als das umfassendere. Sie wollten vermutlich nur, daß ich ihren Gedankenansatz als den besseren erkenne.
Doch für mich ist wichtig, alle denkbaren Sichtweisen, die zu Fridolin kompatibel sind, aufzugreifen. Deshalb werde ich das Modell dieser beiden Herren natürlich auch in www.eine-weibliche-physik.de vorstellen. |
|
|