| 1. Das Neue, das Absurde und das Einmalige |
Natürlich hatte ich in meiner Kindheit davon geträumt, etwas Neues zu entdecken, etwas Einmaliges zu vollbringen. Immer mehr hatte ich dann begreifen müssen, daß dieser Traum unmöglich in Erfüllung gehen konnte. Mitunter wünschte ich mir, in den Zeiten großer Entdeckungen und Erkenntnisse gelebt zu haben. Wie hätte ich damals für diese neuen Gedanken gekämpft, mich für die Menschen, die diese Ideen vertraten, eingesetzt!
Heute - so erschien es mir in all den Jahren - ist die Zeit geistiger Revolutionen vorbei: wir haben die feste Basis und bauen an dem Wissensgebäude weiter. Wir müssen nur noch das Vorhandene ergänzen, erweitern. Aber etwas grundsätzlich Neues ist nicht mehr zu erwarten. Denn das vorhandene Wissen ist "sicher" - nichts ist denkbar, das im Widerspruch dazu stehen könnte. |
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| die allgemeinsten Eigenschaften neuen Denkens |
Nun hatte ich jedoch das Gefühl, etwas völlig Neues gedacht zu haben: noch nie hatte ich von einem Atommodell wie dem meinen gehört. Also ergab sich eine erste Aufgabe für mein "Nach-Denken":
Ich mußte herausfinden, was die allgemeinsten Eigenschaften des "neuen Denkens" sind. Im Vergleich mit Ereignissen aus der bisherigen Erkenntnisgeschichte der Menschheit fielen mir einige interessante Phänomene auf: |
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Qualitativ neues Wissen mußte (!) aus der Sicht des üblichen Denkens "absurd" sein.
Es mußte (!) im Widerspruch zu den allgemeinen Denkgewohnheiten stehen.
Es mußte (!) völlig neue Fragen aufwerfen, auf die man aus der Sicht des alten Wissens gar nicht kam, andere - "alte" - Fragen müssen sich als gegenstandslos erweisen.
Es mußte
jedoch trotzdem eine innere Logik aufweisen, die - hatte man sie erst einmal verstanden und akzeptiert - das Wissen und Erkennen erleichterte und vereinfachte, ein tieferes Verständnis der Wirklichkeit hervorrief.
Aus der Sicht dieses "Neuen" mußte die Überlebtheit und Beschränktheit des "alten Wissens" von allein erkannt werden.
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absurd = "ungereimt, widersinnig" |
| ein Beispiel für eine neue Sichtweise und die Probleme damit |
Recht anschaulich werden diese Anforderungen an ein "neues Denken" meiner Meinung nach an folgendem Beispiel:
Als die Vorstellung, die Erde sei eine Scheibe, abgelöst wurde von dem Wissen um deren Kugelgestalt:
- war diese Vorstellung für die meisten Menschen "absurd": Von einer Kugel müßte man doch herunterfallen, da müßten doch einige mit dem Kopf nach unten hängen? Wie konnte die Kugel existieren ohne ins Bodenlose zu fallen? Diese Fragen konnten zwar nicht sofort alle beantwortet werden, nur weil man nun wußte, daß die Erde eine Kugel ist. Doch das änderte nichts an der Tatsache: die Erde war eine Kugel und es war absurd, das zu denken.
- Andererseits war beispielsweise die Frage nach dem "Rand" der Erdscheibe nun überflüssig geworden und auch die nach den Elefanten und der Schildkröte, auf denen die Erdscheibe ruhen sollte. |
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| Absurdes ist nicht notwendig neu und brauchbar |
Meine kindlichen Träume, dieses Neue und Einmalige zu denken, waren natürlich vergessen - bis zu diesem Tag im Juli 1998, als genau DAS passierte: ich hatte einen völlig neuen, einen "absurden" Gedanken, der all mein bisheriges Wissen über den Haufen warf ...
Doch war er auch wirklich "neu"? Denn nicht alle absurden und widersprüchlichen Gedanken sind schon deshalb neue Gedanken und neues Wissen.
Das Absurde ist nur eine Randbedingung, keine Definition neuen Wissens: wirklich neues Wissen muß auch gebraucht werden, brauchbar sein, es muß die Erkenntnis insgesamt weiterentwickeln - und das heißt vor allem, sie muß QUALITATIV weiterentwickelt werden. |
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| 2. Wer braucht ein neues Atommodell? |
Einige Bekannte meinten, als ich von meinem Atommodell erzählte, die alten wären doch gut genug. Mit diesem Einwand halfen sie mir sehr, eine Rechtfertigung für meinen "Fridolin" zu suchen. So entwickelte ich eine Reihe von Anforderungen, die mein Modell, wenn es denn auch für andere attraktiv sein sollte, erfüllen muß - und ich stellte fest, daß diese Anforderungen alle erfüllt waren.
Die wichtigste ist:
Schafft mein Modell es, unser Wissen über die Struktur der Materie auf eine höhere Erkenntnisstufe zu heben?
Darüber hinaus geht es um die Fragen:
- Kann es bisherige Widersprüche alter Modelle überwinden?
- Bezieht es die Wechselwirkungen zwischen den Atomen, die in den Lehrmodellen keine Rolle spielen, mit ein?
- Wird der problematische Welle-Teilchen-Dualismus in diesem Modell anschaulicher widergespiegelt?
- Wie weit bezieht mein Modell bisherige Atommodelle ein? Sind die früheren "dialektisch in meinem Modell aufgehoben" ?
Ich nehme die Antwort auf die letzte Frage vorweg:
Ja, sie sind es - ALLE Atommodelle finden sich in meinem wieder, selbst die, die scheinbar im Widerspruch zueinander stehen. |
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| 3. Die Weltformel |
Es ist mir ein diebisches Vergnügen, immer wieder die "Weltformel" ins Spiel zu bringen: Fridolin ist eine erste bewußte (!) Anwendung dieser "Formel". Was ich noch über die Weltformel, über Weltformel-Sucher und Weltformel-Finder sagen möchte, steht auf www.eine-weibliche-physik.de - siehe rechtsstehenden Link dorthin. |
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| 4. Physik und Theologie |
Nicht umsonst hatte ich kurze Zeit später an Prof. Jürgen Moltmann geschrieben: seine Darstellung der "creation continua", der "ständigen Schöpfung" gaben meinem Modell den philosophisch-theologischen Rahmen. Ja mehr noch, ich sah in meinem Modell auf einmal die Möglichkeit, die verfeindeten geistigen Strömungen Naturwissenschaft und Theologie zu versöhnen.
Ein anderes Schöpfungsbild halte ich ebenfalls für außerordentlich zutreffend und anschaulich, und vor allem paßt es wunderbar zu "Fridolin":
Es ist in einem Satz gesagt:
"Wenn Gott aufhört zu atmen, hört die Welt auf zu sein."
Im physikalischen Bild von "Fridolin" sieht dieser Satz so aus: falls die Quellen aufhören, ihre Energie in die reale Welt fließen zu lassen, würde die Welt allmählich verschwinden - in dem Maß, wie die Senken die noch vorhandene Energie aufsaugen. |
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| 5. Das Symbol für mein Modell |
Es war natürlich auch nachzudenken, welches Symbol für mein Modell geeignet wäre.
Bekannt als Symbol oder Zeichen für das klassische Rutherfordsche Atommodell ist nebenstehende Abbildung. So oder ähnlich findet man in vielen Schulbüchern und Nachschlagewerken das Atom dargestellt: der feste Kern und die Elektronen, die ihn auf ganz bestimmten Bahnen umkreisen. Dazwischen ist viel "Nichts" - Leere, Vakuum.
Die zweite Abbildung rechts zeigt einen Uroboros, (auch Ouroborus oder ähnlich geschrieben).
Diese sich in den Schwanz beißende Schlange ist ein Symbol aus allen Kulturkreisen. Nur unsere Kultur hat ihn "vergessen". Ähnlich wie das Ying-Yang-Symbol und die Spirale bzw. Doppelspirale steht er für den ewigen Kreislauf des Werdens und Vergehens.
Mit diesem Symbol war ich meinen Vorstellungen schon sehr nahe.
Kurz nach der "Geburt" meines Modells hatte ich die Idee, die Doppelspirale als Symbol zu verwenden. Ich wußte sofort, als mir die Idee kam, daß dieses Symbol am besten geeignet ist, mein Modell darzustellen. Einer meiner ersten Entwürfe sah so aus:
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Inzwischen (Ende des Jahres 2007) habe ich ein Symbol für mein Atommodell gefunden, mit dem ich rundum zufrieden bin: eine ca. 2000 Jahre alte Darstellung eines gotländischen Wirbelrades. Besser als in diesem Symbol kann das "Fridolin-Prinzip", das Wirkprinzip meines Modells, nicht anschaulich gemacht werden. Zusätzlich zur ursprünglichen Doppelspirale, die ein Elektron und ein Proton symbolisieren sollte, kommen in diesem Wirbelrad die Vernetzungen zwischen verschiedenen Elektronen und Protonen schön zum Ausdruck.
Rechts ist die Originalabbildung zu sehen, das Logo für meine Website www.eine-weibliche-physik.de habe ich daraus abgeleitet. |
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Später werde ich im Rahmen des weiblichen Wissens, Denkens und Erkennens noch ausführlicher über Symbolsprache schreiben. Es wird dabei auch um den Unterschied zwischen einem Symbol (selbsterklärend) und einem Zeichen (vereinbarte und zu lernende Bedeutung) gehen. |
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| 6. Die Lebens-Aufgabe |
Natürlich war mein Nach-Denkens wesentlich ausführlicher als ich es in diesen wenigen Zeilen vorgestellen konnte. Schließlich und letztendlich sind meine Webseiten insgesamt ein Ergebnis dieses Denk-Prozesses. Die Frage nach dem Verhältnis von männlichem und weiblichem Denken in der modernen Naturwissenschaft, speziell in der Physik, konnte ich nun, mit den Folgearbeiten, die sich aus der Idee zu meinem Atommodell ergaben, sehr viel besser beantworten.
Eines wurde mir schon in den ersten Monaten nach diesem Tag im Juli 1998 klar: mit dem Modell hatte ich etwas begonnen, das mich für den Rest meines Lebens nicht mehr loslassen würde. Es war zur "Lebens-Aufgabe" geworden. Egal, ob ich mich dagegen wehrte, die Arbeit schleifen ließ, ob ich andere Dinge für zeitweilig wichtiger hielt - es halft alles nichts - es trieb mich immer wieder hin zu "Fridolin". Oft sagte ich, ich werde ihn einfach "aussetzen", als geistiges Findelkind sozusagen mich nicht mehr darum kümmern. Wer verpflichtet mich denn, an diesem Modell weiter zu arbeiten? Und das ist eben auch das schöne daran: ich MUSS nicht daran arbeiten, es bleibt immer noch eine freiwillige Sache, die ihre spielerische Komponente damit noch lange nicht verloren hat. |
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