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08. 03. 2008
Hexe
Weibliches Wissen, Denken und Erkennen
Stationen eines "eigen-willigen" Erkenntnisweges
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Die Geburt
 
 
 
 

Fridolins Vor-Geschichte - der Tag, an dem die Idee geboren wurde

Dieser Vergleich mit einer Geburt eines Kindes  ist überhaupt nicht weit hergeholt. Die Parallelen sind so überwältigend: so wie das leibliche Kind das eigene Leben völlig verändert, es bereichert, es prägt in seiner Zielsetzung, Zeiteinteilung, in Wichtigkeiten und Hintenanstellen anderer Interessen, so sollte auch mein "Fridolin", mein Atommodell von  diesem Tag an  mein Leben eine völlig andere Richtung  geben. Ich unterscheide seitdem in eine Leben vor diesem Tag und in ein Leben seit diesem Tag. Das komische ist nur, das genaue Datum ist mir entfallen, es war irgendwann an einem ganz gewöhnlichen Wochentag Mitte Juli des Jahres 1998 ...

  1. Die Dialektik des Erkennens
  2. Der Neutronenzerfall - eine allgemeinverständliche Darstellung
  3. Vers 22 im Thomasevangelium: zwei zu eins machen
  4. Die Anwendung des  "zwei zu eins machen" auf den Neutronenzerfall
 

5. Die noch unbefriedigende Idee und eine erste Diskussion

  6. Ein überraschender Gedanke ...
1. Die Dialektik des Erkennens
Ein dialektisches Grundgesetz behandelt die Wechselbeziehungen von Qualität und Quantität einer Erscheinung: das beliebteste Beispiel ist der Umschlag des Wassers aus der flüssigen in die dampfförmige Phase: die Quantität Wärmemenge wird kontinuierlich hinzugefügt. Das Wasser ändert zwar seine Temperatur, bleibt aber flüssig, bis es schließlich an einem Temperaturpunkt in die andere Qualität, in Dampf übergeht: der "Qualitätssprung" erfolgt.

Qualitätssprünge sind i. a. wie in diesem Fall des Wassers, "reversibel", umkehrbar: Der Dampf kann jederzeit wieder verflüssigt werden. Es gibt andere Qualitätssprünge, die nicht umkehrbar sind: das Backen eines Kuchens beispielsweise. Er kann nie wieder in seine ursprünglichen Bestandteile zerlegt werden.

Auch die echten Qualitätssprünge in der Erkenntnis sind "unumkehrbar": man kann vom Scheibenmodell der Erde zum Kugelmodell wechseln. Wer aber die Erde als Kugel erkannt hat, wird nie wieder glauben, sie sei eine Scheibe.

Genau so einen Qualitätssprung der Erkenntnis sollte ich an diesem Tag erleben...
 
2. Der Neutronenzerfall - eine allgemein-verständliche Darstellung
Was gibt es schon über den Neutronenzerfall nachzudenken? 
Zum Beispiel überlegte ich, warum das Neutron nicht stabil bleiben kann. Ich versuchte mir vorzustellen, wie aus einem Neutron ein Elektron, ein Proton und ein Energiequant (mehr ist ein Neutrino bzw. Antineutrino in meinen Augen nicht)  hervorgehen kann. Ich begriff, daß die Zusammenfassung der "Kernbausteine" Proton und Neutron zu Nukleonen unter einem  Oberbegriff "unklug" ist: man konzentriert sich auf diese beiden "schweren" Teile und "vergißt", das Elektron einzubeziehen.  Die Einteilung der "Atomphysik" in "Kernphysik" und "Physik der Hülle" tut ein übriges. Der Zerfall des Neutron nun macht  etwas anderes sichtbar: nicht Proton und Neutron müssen gegenübergestellt werden, sondern das Neutron  auf der einen Seite und Elektron und Proton gemeinsam auf der anderen Seite müssen betrachtet werden: Das Neutron ist nur eine anderer Zustand von Elektron und Proton gemeinsam.
Diese Stufe der Erkenntnis ist nicht neu. In ihr werden Elektron und Proton   immer noch als zwei verschiedene Teile gesehen.

Nun versuchte ich jedoch, den Kelvinschen Wirbel-Gedanken einzubeziehen:
Kelvins Wirbelatom und die Suche nach einer Vorstellung, wie das Neutron seine Energie von innen nach außen und von außen nach innen dreht, wirbelten durch meinen Kopf. Dieses Bild war noch relativ faßbar. Doch wie konnten daraus ein Elektron und ein Proton entstehen, die dann ebenfalls "wirbelten", aber in zwei verschiedenen Wirbeln? Was unterschied diese drei Wirbel?
Für diese Frage fand und fand ich keine Lösung.  Doch es mußte eine Antwort geben, Elektron, Proton und Neutron mußten auch im Wirbel-Ansatz eine logische Erklärung finden. Ich war am Verzweifeln. Eine Pause tat not ...
3. Vers 22 im Thomasevangelium
Ich griff nach dem Thomasevangelium, las ausgerechnet Vers 22.
Neutron, Elektron, Proton und die Wirbel befanden sich in diesem Augenblick sozusagen noch im "Arbeitsspeicher" meines Gehirns.

Nun las ich:
 
 
Wenn ihr die zwei zu eins macht und wenn ihr das Innere wie das Äußere macht und das Äußere wie das Innere und das Obere wie das Untere, und wenn ihr das Männliche und das Weibliche zu einem Einzigen macht, so daß das Männliche nicht mehr männlich und das Weibliche nicht mehr weiblich ist – wenn ihr das Auge durch ein anderes Auge ersetzt und eine Hand durch eine andere Hand und einen Fuß durch einen anderen Fuß, ein Bild durch ein anderes Bild – dann werdet ihr ins Reich eingehen.
 
4. Die Anwendung des "zwei zu eins machen"
Es liest sich so hübsch profan: "Die Anwendung des ..."  - Was dann passierte, war jedoch eine Eruption, eine gigantische Erschütterung, eine Explosion, ein Lustgefühl ohnegleichen.

Schlagartig begriff ich, daß Elektron und Proton  keine "zwei" Dinge sind, sondern nur eines!  Wenn man sie jeweils als einzelne  (ganze) Teile (Dinge) betrachtet, verliert man die wichtigste Eigenschaft aus dem Blick: ihre völlige Bezogenheit aufeinander: Elektron und Proton sind ohne das jeweils andere Teilchen nur "halbe Teilchen, halbe Dinge"!

Ich will es mit einem Tee-Ei vergleichen: Man kann die beiden Hälften betrachten, so viel man will: ihr Sinn, ihre Funktion, ihr Bau, ihre   Bewegungsspielräume (Freiheitsgrade), ihre Beziehung zueinander erschließen sich nur und erst, wenn man erkennt, daß erst das zusammengeschraubte Tee-Ei ein ganzes Ding ist: Die einzelnen Teile des Tee-Eies sind keine "ganzen" Teile, sie sind nur "Hälften".
Wenn Planck, Einstein und Co. damals glaubten, "den Boden unter den Füßen zu verlieren" angesichts der neuen Theorien, dann hatte ich das Gefühl zu fliegen, zu schweben, eine neue Dimension des Denkens erreicht zu haben.
5. Die noch unbefriedigende Idee und eine erste Diskussion
Nach diesem unglaublichen Gedanken ging es mit hohem Denk-Tempo weiter: Das Wirbel-Problem war  ja trotzdem nicht gelöst. Wie konnte man sich die beiden halben Dinge in zwei Wirbeln  (die beiden "Halbheiten") als Ganzheit denken? 
Jahrelang hatte ich Spiralen und Doppelspiralen gezeichnet.   Auch während ich jetzt fieberhaft nachdachte, kritzelte ich  auf einem Stück Papier herum: eine Doppelspirale entstand, die ich immer wieder nachzeichnete - bis es erneut "klick" machte:
Jetzt hatte ich es: jetzt kam Kelvins Wirbelatom  wieder ins Spiel. Auf einmal sah ich ganz deutlich vor mir: der Wirbelring des  Kelvinschen Wirbel-Atoms war nicht ein Wirbel, sondern - im einfachsten Fall des Wasserstoffatoms, das nur aus einem Proton und einem Elektron besteht - zwei Wirbel: ein Proton-Wirbel und ein Elektron-Wirbel, die miteinander verbunden waren - ihre Verbindung bestand in einem Energiefluß von  Proton zum Elektron (oder vom Elektron zum Proton).
Jetzt hatte ich das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. Es hielt mich nicht mehr zu Hause. Ich bat meine Tochter um ihren Trabbi und fuhr zu meiner Schwester. Sie ist Lehrerin für Mathematik und Physik. Dort, als ich ihr meine Idee erklären wollte, hörte sie mir geduldig zu. In diesem Gespräch wurde die Schwäche des Modells brutal deutlich:
Wenn Energie von einem Teilchen-Wirbel zum anderen fließt, muß sie auch wieder zurückkommen.  Aber wie sollte das geschehen?
6. Ein überraschender Gedanke ...
Wer immer meine Gedankenkette  geduldig bis hierher gefolgt ist, der wird nun vor ein riesiges Problem gestellt: bisher ist ja alles noch relativ logisch, teilweise geradezu trivial. Doch was nun kommt, ist  vielleicht eine hübsche, phatastische Gedankenspielerei -  aus physikalischer Sicht ist es schlicht und einfach absurd! Diesem letzten Gedankenschritt zu folgen, wird also ganz und gar nicht leicht sein. Er bricht völlig mit allen bisherigen Bildern von Energie und Materie in der anerkannten Physik und Philosophie.  Auch ich hielt diesen Gedanken, der sich in dem Gespräch einfach aufdrängte, zunächst für "unmöglich", dumm und unbrauchbar:

 Es war die  Vorstellung, daß dieser Energiefluß von Proton zu Senke ähnlich funktioniert wie der Wasserzufluß und -abfluß in einer Badewanne: Das Proton wurde zu einer Energiequelle, das Elektron zur Energiesenke. Aus der Quelle floß Energie in die reale Welt, durch die Senke floß sie - verbraucht und mit Informationen angereichert - wieder aus der physischen, der raumzeitlichen Welt. Doch woher kam die Energie, wohin ging sie?  Eine "andere Welt", höhere Dimensionen, das Nichts?

Das alles waren Vorstellungen, die ich nicht so leicht annehmen konnte. Mein bisheriges Wissen wehrte sich mit aller Kraft dagegen.
Doch auf der anderen Seite lockte eine Stimme: spiel es  doch mal weiter durch, so schlecht klingt es doch gar nicht. 

So begann an diesem Tag die eigentliche Arbeit: die Rechtfertigung meines Modells, das "Nach-Denken".
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