| 1. Das Vorspiel |
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Es begann als Spiel, als zielloses Jonglieren mit Gedanken.
Nach der Wende stürzte ich mich auf das neue Wissen in seiner ganzen Vielfalt, ohne daß ich zwischen den einzelnen Themen einen Zusammenhang sah. Ich las alles mögliche, alles, was mir im jeweiligen Augenblick interessant erschien, mit einem einzigen Ziel: dieses Wissen kennenzulernen und aufzunehmen. Doch es gab auch vielfältige andere Anregungen, die scheinbar keinen Zusammenhang zueinander und zu dem angelesenen Wissen hatten:
in einem Aquarell-Malzirkel lernte ich - wie ich immer wieder betonte - mehr das Sehen als das Abbilden, mein Keybord, das ich mir im Jahr 1996 gekauft hatte und auf dem ich autodidaktisch mehr rumklimperte als spielte, half mir, differenzierter hören zu lernen. Viele neue Themen stürzten auf mich ein, überall "wischte ich mal Staub": verschiedene Religionen, christliche Theologie, gnostisches Wissen, Esoterik, Astrologie, Alchemie, New Age, Frauenwissen, Goethes Farbenlehre, Mystik - alle diese Themen zeichnet aus, daß sie aus wissenschaftlicher Sicht suspekt sind.
Übrigens, wußten Sie, daß Isaak Newton als der "letzte große Magier seiner Zeit" galt? Er hat es für ganz natürlich gehalten, sich neben der reinen Wissenschaft auch mit dem gesamten "okkulten Wissen" seiner Zeit zu befassen. Er wird schon gewußt haben, warum.
Eine riesige Menge neuen Wissens, neuer Gedanken und neuer Erkenntnisse hatten sich angehäuft, als jener Tag im Juli des Jahres 1998 zu einem Sprung führte, zu einem so grundlegenden, einmaligen, überwältigenden AHA-Erlebnis. Es war ein höchst emotionales Erlebnis - ein Glücksgefühl ohnegleichen: ich wußte nur, daß ich soeben etwas so einmalig schönes und beglückendes erlebt hatte, wie es nicht viele Menschen erleben.
Als dann im Juli 1998 dieser eine Gedanke in meinem Kopf Gestalt annahm und mich seitdem nicht mehr losließ, wußte ich natürlich nicht im geringsten, was ich mir da aufgeladen hatte. Es war ja alles nur ein Spiel gewesen, ein Gedankenspiel, das ich spielte, weil diese Gedanken mir so große Freude machten. Es war vergnüglich, sie zu denken, der reine Selbstzweck. Wenn ich damals auch nur annähernd geahnt hätte, welche Konsequenzen das letztendlich für mich haben würde!
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Das eigentümlichste daran war, daß im Nachhinein alles zusammenpaßte. Das ganze Bild war nur erkennbar mit jedem einzelnen Stück Wissen, das ich zuvor erkannt hatte. Hätte auch nur ein einziges "Puzzle-Teil" gefehlt, hätte ich "das Ganze" nicht zusammenbringen können und es nicht erkannt und nicht verstanden. Nachdem ich mir die Einzelteile mühsam über Jahre erarbeitet hatte, benötigte das Erkennen ihres Zusammenhangs nur eine ganz kurze Zeit. Aber dann gab es kein Zurück mehr - dieses neue Wissen war überwältigend, war eine völlig neue Erkenntnisebene, die ich vorher nie und nimmer für möglich gehalten hätte.
Doch ich will versuchen, einigermaßen der Reihe nach zu erzählen .... |
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| 2. Die Puppe |
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Der erste Gedanke für mein Modell entstand, als ich etwa vier Jahre alt war. Daß er mich einmal zur Idee für ein neues Atommodell führen würde, konnte ich selbstverständlich damals noch nicht im geringsten ahnen.
Je länger dieses Ereignis zurückliegt - und es sind jetzt mehr als 50 Jahre - desto erstaunter bin ich über den Platz, den es aus heutiger Sicht in meinem Leben bekommen hat. Schließlich, wer rechnet schon damit, daß ein Erlebnis im Alter von vier Jahren zum "Schlüsselerlebnis" wird - das meint, daß in ihm schon alles wesentliche an Erkenntnis angelegt war, die seitdem mein Leben geprägt hat. Es war eines von diesen "AHA"-Erlebnissen, ein "Sprung". Es gab kein Zurück in den seligen Zustand der Unwissenheit aus der Zeit davor ... |
Mehr über dieses Erlebnisses schreibe ich in "Die Physikerin", in Träume im Abschnitt
"2. Das unbewußte Erkennen"
und in Die Taufe hier im Thema..
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| 3. Leselust und Wissensdurst |
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Meine weitere Kindheit war geprägt von Neugier, Leselust und Wissensdurst. Ich las nicht, ich verschlang die Bücher.
In dem Briefwechsel mit Prof. Ewald, in dem er mir schrieb, er habe 50 Bücher gelesen, um sein Buch schreiben zu können, antwortete ich in etwa:
Ich habe mehr als 4000 Bücher gelesen - nicht nur wissenschaftliche, sondern auch Märchen und andere, die die Phantasie anregen, - um die Freiheit und den Mut zu haben, diese Idee für mein Modell denken zu können.
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| 4. Heißhunger mit "vollem Magen" und zwei Anregungen für Gedanken-Spiele während des Studiums |
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Die Neugier war geblieben, trotz des Lern-Frustes beim Studium. Mein Traum von einem Philosophiestudium war ja nur die äußere Form eines nach wie vor ungestillten Wissensdurstes.
So gingen mir z. B. diese zwei Fragen, die Auslöser erster Zweifel wurden, Jahre nach Abschluß des Studiums noch immer im Kopf herum:
- Wieso schloß man aus der Ununterscheidbarkeit zweier Elektronen auf deren "Identität"?
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Was stimmte nicht mit der Kopenhagener Deutung, warum empfand ich dabei ein unbefriedigendes Gefühl, wenn die Amplituden (bzw. ihr Absolutquadrat) der Schrödingerschen Wellenfunktion als Aufenthaltswahrscheinlichkeit des Elektrons gedeutet wurde? Für mich war die Interpretation als Dichte (ob nun Masse- oder Energiedichte) wesentlich logischer.
Hinzu kam, daß ich - unbefriedigt von dem, was ich während des Studium gelernt, vor allem jedoch, was ich nicht verstanden hatte - Lust bekam, noch einmal, nun jedoch autodidaktisch, Physik zu studieren. Doch schon in den Anfängen der Begriffsdefinitionen kamen mir nun immer mehr Fragen, immer mehr dieser Begriffe erwiesen sich als oberflächlich, einseitig, widersprüchlich bzw. hatten im Laufe ihrer Verwendung einen eigentümlichen Bedeutungswandel erlebt, der mitunter sogar wissenschaftlich bedenklich war.
Es gibt Aufzeichnungen und Skizzen aus jener Zeit, deren Themen und Inhalte mich aus heutiger Sicht verblüffen. Immer wieder mal suchte ich nach einer Vorstellung für das Elektron, für die Struktur der Materie. Immer wieder gab ich das Nachdenken auf, weil ich nicht weiterkam. Immer wieder fing ich erneut damit an, ohne mir erklären zu können, warum diese Fragen mir keine Ruhe ließen, jahrelang.
Ich werde diese Aufzeichnungen später vielleicht auswerten. |
die ersten Zweifel
siehe in
"Die Physikerin" > Studium
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| 5. Die Arbeitslosigkeit: von der Katastrophe zum "Geschenk des Himmels" - die Phase der Selbst-Erkenntnis |
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Im Sommer 1993 war ich zum ersten Mal arbeitslos geworden. Es war eine riesige Katastrophe, die mich in die tiefste Verzweiflung stürzte. In dieser Situation suchte ich besonders intensiv nach geistiger Orientierung und nach einem Halt.
Erst Jahre später sollte ich diese Phasen als "Segen" begreifen: ein normaler Arbeitsalltag hätte mir weder die Zeit gelassen noch mich zu dieser Suche angeregt.
Später sagte ich oft, daß ich nie in meinem Leben so intensiv gearbeitet habe wie jetzt, wo ich arbeitslos bin. Der Erkenntnisgewinn, der geistige Reichtum, den ich dadurch erwerben konnte, wiegt den Einkommensverlust um ein Mehrfaches auf. Ich erinnere daran, daß ich durch die Wende an geistige Quellen gekommen war, die mir bis dahin völlig unbekannt waren.
Ich bin mir durchaus bewußt, daß diese Sichtweise auf Arbeitslosigkeit bei einigen befremdlich wirken muß. Inzwischen kenne ich jedoch viele Menschen, denen es ähnlich ging oder geht und die in dieser selbstbestimmten Zeit wesentlich produktiver sind als in einer wie auch immer gearteten Lohnarbeit.
In diese Zeit fiel meine Beschäftigung mit Sinneswahrnehmungen der verschiedensten Art: malen, musizieren, intensive Leiderfahrungen.
Ich erlebte die intensivste Phase des "Mensch, erkenne dich selbst" meines ganzen bisherigen Lebens. Heute weiß ich, daß wissenschaftliche Erkenntnis (die am Objekt orientiert ist) nur halb ist, wenn sie nicht an eine intensive Selbsterkenntnis (Subjektorientierung) gekoppelt ist. |
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| 6. Religion und Theologie - Jesus, der Philosoph |
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Ein Teil des neuen Wissens, das nach der Wende lockte, waren religiöse und theologische Themen. Angefangen hatte es mit der Suche nach neuer Orientierung, ersten Einblicken in den Buddhismus und mit Kontakten zum Gemeindezentrum in Wittenberg. Dort gab es eine Selbsthilfegruppe für Alleinerziehende, Frauentreffs (alles auch für Nicht-Christen und Nicht-Christinnen) eine sehr verständnisvolle Gemeindepädagogin, mit der ich viele religiöse und philosophische Fragen diskutieren konnte.
Schließllich verhalf sie mir im Jahr 1996, in der Bibliothek des Kirchlichen Forschungsheimes ehrenamtlich als Bibliothekarin arbeiten zu dürfen. Wieder einmal hatte ich eine reiche Quelle neuen Wissens gefunden ...
Am wichtigsten wurde mir in dieser Zeit der historische Menschen Jesus, den ich aus einer damals noch eindeutig-atheistischen Sicht betrachtete: seine Morallehre, mehr jedoch seine unglaublichen erkenntnistheoretischen Äußerungen faszinierten mich immer mehr.
So geriet ich auch an die koptisch-gnostischen Schriften und an einige der Apokryphen Evangelien aus Nag Hammadie. Besonders das Thomas-Evangelium hatte es mir angetan: es ist eine Sammlung von Aussprüchen des historischen Jesus, die mir eines zeigten: Jesus ist in meinen Augen einer der herausragendsten Philosophen unseres Kulturraumes überhaupt.
In einem der Gespräche mit "Doc" (einem der Väter von "Fridolin") stritten wir uns. Ich sagte, daß ich Jesus für den größten Philosophen und Physiker halte. Doc war der Meinung, daß ja gar nicht erwiesen sei, daß diese Person wirklich gelebt habe. Das war eine äußerst interessante und nachdenkenswerte Frage: wie wichtig ist der Name einer Person und die Authentizität dessen, was sie gesagt haben soll? Für mich war es in dieser Zeit nicht so wichtig, ob da wirklich ein Jesus aus Nazareth all das gedacht und gesagt hatte oder ob es nur eine "literarische Figur" war, der mehrere anonyme Menschen ihre Erkenntnisse in den Mund legten: wichtig für mich war zuerst das Wissen, das ich aus diesen Büchern schöpfen konnte.
Dann kam der Tag, an dem diese zweitausend Jahre alten Erkenntnisse begannen, auf mein Leben einen Einfluß zu nehmen, den ich in meinen kühnsten Phantasien mir nicht hätte vorstellen können. Ein kleiner Satz, von Jesus ausgesprochen, gab meinem Leben eine unvorstellbare Wende - und es war keine "religiöse" Wende, sondern eine hin zu einer völlig neuen rationalen Erkenntnismöglichkeit. Dieser Satz erhielt später eine solche Bedeutung für mich, daß ich ihn geradezu als "Weltformel" bezeichne:
"Wenn ihr die zwei zu eins macht ..." .
Die Details sind auf der nächsten Seite - Die Geburt - nachzulesen.
Hier muß ich erst noch eine weitere Komponente dieses Erkenntnisweges schildern: |
Diese und weitere Gedanken über die "Weltformel" stelle ich ausführlicher in www.eine-weibliche-physik.de vor:
Ich behaupte darin u. a., daß sie bereits seit Jahrhunderten bekannt ist, nur nicht unter diesem Namen: ihre ersten Formulierungen finden sich z. B. bei Buddha, Heraklit und Jesus. |
| 7. Ein Mathematik-Gedanken-Spiel und seine Folgen |
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Eines Tages im Sommer des Jahres 1997 geriet mir in unserer Stadtbibliothek ein kleines Büchlein in die Hände:
Rosza Peter: Das Spiel mit der Unendlichkeit
Ich blätterte ein wenig darin herum, las einzelne Passagen, nicht das ganze Buch. An einer Stelle blieb ich hängen: erst jetzt merkte ich, daß es kein Mann mit Vornamen Peter, sondern eine Frau war, die das Buch geschrieben hatte. Es war ein eigenartiger Stil, heute würde ich sagen: "typisch weiblich gedacht", mit dem sie mathematische Fragen beschrieb.
An einer Stelle schrieb sie etwas über "2 = 1" und die Widerspruchsfreiheit der Mathematik. |
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Sie wurde zum Auslöser für eine ausgesprochen spannende Gedanken-Spielerei, in deren Ergebnis ich in nicht einmal vier Wochen eine Mathematik-Arbeit erstellte, der ich den Titel gab:
"2 = 1 ? - Dumme Gedanken eines dummen Weibes über die Krone der Wissenschaft, die Mathematik"
Als Blickfang hatte ich die Zeichnung einer schwangeren Frau gewählt und in der Einleitung gefragt: Ist das eine Person oder sind es zwei? |
Diese Arbeit wird nach und nach und in überarbeiteter Form in meine Website www.eine-weibliche-physik.de einbezogen: |
| 8. Wie Kelvins Wirbelatom mich in eine Krise stürzte |
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Irgendwann um das Jahr 1996 herum las ich zum ersten Mal etwas von Kelvins Wirbelatom. Dessen Gedanken paßten absolut nicht zu meinen Gedankenspielen mit dem Elektron und dem Proton und der Suche nach einer Vorstellung, was die elektrischen Ladungen sein könnten. Wenn ich das Wirbelatom akzeptierte, konnte ich meine bisherigen Gedanken wegwerfen. Wenn ich auf meinen Gedanken beharrte, hätte ich etwas finden müssen, mit dem ich dieses Wirbelatom als "falsch" oder "unbrauchbar" hätte ansehen können. Doch das ging nicht: ich spürte ohne jeden Beweis, daß Kelvin hiermit einen grundlegenden, einen genialen und faszinierenden Gedanken formuliert hatte, ohne den ich nicht weiterkommen würde.
Ein halbes Jahr befaßte ich mich nicht mehr mit diesen Themen, dann - es blieb mir ja nichts anderes übrig - begann ich noch einmal ganz von vorn, natürlich unter Einbeziehung dieses Wirbel-Ansatzes. |
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| Das Prinzip des Kelvinschen Wirbelatoms |
Ausgehend von Experimenten mit Rauchringen, deren Stabilität ihn faszinierte, entwickelte Kelvin eine Atom-Vorstellung, bei der das Atom analog dem Rauchring aus wirbelnder Energie besteht. Der Wirbelmittelpunkt entspricht dem klassischen Mittelpunkt (Schwerpunkt) eines Masseteilchens. |
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Diese Beispiele für meine Gedanken-Spiele mögen fürs erste genügen. Denn jetzt ist vor allem eines wichtig: was an diesem eigenartigen Tag im Juli 1998 geschah .... |
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