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08. 03. 2008
Hexe
Weibliches Wissen, Denken und Erkennen
Stationen eines "eigen-willigen" Erkenntnisweges
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Die Väter
 
 
 
 

Fridolins Vor-Geschichte    -   die geistigen Väter und Mütter

Von dem Wissen und den Gedanken, die in mein Atommodell eingeflossen sind, möchte ich diese sechs besonders herausheben, denn ohne sie hätte es nicht gedacht werden können.   Gut, es  war noch mehr Wissen und  noch mehr Gedanken nötig, doch diese heben sich irgendwie von allen anderen ab, da sie   "aus dem Rahmen fallen", aus dem üblichen Denkschema in  der Physik und Philosophie.  Vor allem kann ich konkret sagen, von wem ich diese Gedanken habe: von fünf Männern und einer Frau, drei von ihnen kenne ich persönlich, die Gedanken der drei anderen kenne ich nur aus Büchern.

Hier sind sie, die geistigen Väter und die zweite geistige Mutter meines "Fridolin":
  1. Der Physiker und seine Rede über die "transzendente Welt"
  2. Der ungläubige Thomas, der eine "feministische Wissenschaftskritik" verspottete und an die Objektivität der Wissenschaft glaubte
  3. Doc, der Philosoph, der wider besseren Wissens über das Werden und Vergehen davon ausging, daß Atome, Protonen und Elektronen "sich ewig gleich bleiben"
  4. Kelvin und sein Wirbelatom
  5. Jesus, der "zwei zu eins" machte, ein Prinzip, das sich in allem, in wirklich allem, was es gibt, finden läßt - also muß es auch im Atom zu finden sein
  6. Die zweite geistige Mutter
1. Der  Physiker und die "transzendente Welt"
 
Einer der Physikstudenten aus meiner Studienzeit sollte mir später noch mehrmals begegnen. Er fiel mir immer wieder durch sein augenfälliges männliches Denk-Schema auf.  
Dieser  Physiker und bekennender Christ hat mir einen Gedanken geliefert, der mich aus einer Stagnation in der Enwicklung meines Atommodells befreite. Ohne ihn hätte ich nicht den Mut gehabt, einen ganz entscheidenden Aspekt des Seins, seinen "transzendenten" Aspekt, einzubeziehen.

In einer öffentlichen Veranstaltung (ich glaube im Jahr 1995) sprach er von der "transzendenten Welt". Er sprach so von ihr, daß sie nicht als irgendeine Gedankenspielerei, sondern als objektive Realität - vielleicht jenseits von Raum und Zeit - aber doch im umfassenden Sinne als "existent" angesehen werden muß. Zuerst fand ich das ziemlich lächerlich. Doch dann  - im Juli 1998 - dachte ich: wenn ein promovierter Physiker öffentlich die "Hypothese transzendente Welt" verwenden darf, dann darf auch ich kleines Würmchen einmal versuchen, was passiert, wenn ich in meinem Atommodell annehme, daß es diese transzendente Welt gibt: Ich erlebte eine unglaubliche Überraschung!

Beim späteren gründlicheren Nachdenken über diese mögliche andere Welt und ihre Wechselwirkung mit der physischen Welt fielen mir die folgenden Eck-Gedanken ein:
Wenn es eine solche "transzendente" Welt gibt (gäbe), dann gibt  (gäbe) es sie "in jedem Punkt" der physischen Welt. Dann muß in jedem Punkt der physischen Welt die Möglichkeit der Wechselwirkung bestehen. Das ist das einzige, was sicher von ihr gesagt werden kann. 
 
 
Das beste Bild oder Modell für diese Wechselwirkung zwischen physischer und transzendenter Welt, die in jedem Raumpunkt des Kosmos möglich ist, ist mir immer noch meines - das von einer Quelle und einer Senke: aus der Quelle gelangt "etwas" aus der transzendenten Welt in die physisch-reale und über die Senke gelangt "etwas" aus unsere realen Welt in die transzendente. Nur so ist Wechselwirkung zwischen beiden im Modell darstellbar.

Eigentlich war diese meine "Hypothese einer transzendenten Welt" aus einer Widerspruchslaune entstanden. Ich war selbst lange nicht bereit, sie erst zu nehmen. Wenn man jedoch statt des  Begriffs "transzendenter Welt"  den auch mathematisch beschreibbaren  Begriff der "höheren Dimensionen" verwendet, sieht die Sache schon ganz anders aus.
Als ich dann anfing, mich mit den allgemeinsten Fragen der Dimensionen zu befassen, wurde diese Vorstellung der "höheren Dimensionen" schließlich immer akzeptabler.

Trotzdem ist mir natürlich bewußt, wie schwer es Physiker haben, das Bild von "höheren Dimensionen" in ihr physikalisches Weltbild zu integrieren, selbst dann, wenn sie in ihrem religiösen Weltbild keine Probleme mit der Anerkennung einer "transzendenten Welt" haben.


Inzwischen ist es ja durchaus gesellschaftsfähig, diese in der Physik und Mathematik "höhere Dimensionen" genannte Welt zu postulieren. Burkhard Heim ist einer der Vertreter dieser Idee, aber auch die Stringtheorie hat damit keine Probleme.
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2. Der ungläubige Thomas
 
Das war der, der die "feministische Wissenschaftskritik" so sehr verspottete, daß er, der Dialektiker, darüber vergaß, daß Wissenschaftskritik - egal aus welcher Richtung sie kommt - lebenswichtig für die Existenz und Weiterentwicklung der Wissenschaft schlechthin ist.  Wenn er also Wissenschaftskritik von Frauen ignoriert, ignoriert er Wissen und Denken von Frauen ganz allgemein. Er gab mir mit seiner Arroganz, seinem Hohn, seiner Überheblichkeit und seiner Verachtung gegenüber Frauen sehr viel Kraft und Mut, vorhandenes Wissen in Frage zu stellen und mich  aus meiner so verinnerlichten Unterlegenheitsrolle gegenüber Männern in der Wissenschaft zu befreien.
Letztlich habe ich ihm also den Mut zu verdanken, meine Gedankenspielerei irgendwann ernst zu nehmen.
Einer seiner Glaubenssätze war: "Wissenschaft ist objektiv!" -
Natürlich ist sie das, aber das heißt nicht, daß jeder Wissenschaftler es ist!
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3. Doc, der Philosoph
 
Doc, der so stolz auf sein angehäuftes Wissen war, daß er  sich mir so überlegen fühlte und mir vorschreiben wollte, was ich denken darf und was nicht, half mir auf eine ganz und gar spannende Weise: durch die Art und Weise, durch die Grenzen seines Denkens.  Er war in seinem Wissen und in seinem Überlegenheitsgefühl so sehr gefangen, daß er nie auf die Idee gekommen wäre, ich könnte auch kluge Gedanken haben. Er brauchte immer sehr lange, ehe er sich vom Boykott und Angriff auf meine Gedanken schließlich doch dazu durchrang, mit mir darüber zu diskutieren und  einiges auch herablassend anzuerkennen. 
Einmal sprachen wir über die Mikrostruktur der Materie, über Elektronen und Protonen und den ganzen Elementarteilchenzoo, als er erwähnte, daß er sicher weiß und davon ausgeht, daß die stabilen Teilchen (Elektron, Proton) sich immer gleich bleiben. Ich wollte von ihm wissen, ob die sich denn nie verändern, nie altern oder so. Da war er "ganz sicher", daß sie das nicht täten.

Dieser Widerspruch zu den sonstigen Eigenschaften der Materie, eben zu altern und sich zu verändern,  reizte mich außerordentlich: woher nahm er die Sicherheit, mit der er seine  Behauptungen aufstellte?   Er zeigte doch eindeutig, daß er darüber nicht nachgedacht hatte, sondern nur nachplapperte, was Philosophen vor ihm seit rund 2000 Jahren mehr oder weniger intensiv behaupteten.

Also nahm ich aus Protest, aus einer "Kontra"-Stellung heraus hypothetisch die gegenteilige Position ein: diese Teilchen sind  ebenso in ständiger Veränderung wie alle Materie, auch sie können altern, "werden und vergehen".  

Doc hatte mir geholfen, mich von der männlich-statischen Sicht auf die Atome frei zu machen. Damit war mein Gehirn frei, Fridolin überhaupt denken zu können.

Das spannende an "Fridolin" ist in diesem Zusammenhang, daß in diesem Modell sowohl die ständige Veränderung als auch das ständige "Sich-gleich-bleiben" ein Bild gefunden haben: indem die "Teilchen" nicht statisch sind, sondern einen ständigen Energiezufluß und Energieabfluß haben, "reinigen" und "erneuern" sie sich ständig und bleiben so "ewig jung". Doc hatte recht: die "Teilchen" altern wirklich nicht -  in meinem dynamischen Modell ebensowenig wie in seiner statischen Sicht.
 
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4.  Kelvin und das Wirbelatom
 
Kelvins Wirbelatom darf ich nicht vergessen, wenn ich die wichtigsten Ideen, die in mein Modell einflossen, benennen will.  Da ich an anderen Stellen sehr viel darüber schreibe, kann ich es mir hier leicht machen und nur darauf verweisen. 

In "Das Spiel" schreibe ich, wie mich die Nachricht über Kelvins Wirbelatom in eine tiefe Krise stürzte, in www.eine-weibliche-physik.de  (dort im Thema "Struktur der Materie", auf der Seite "Kelvin") schreibe ich mehr über Kelvins Modell aus physikalischer Sicht:
sieheDas Spielund
zur Seite KELVIN in www.eine-weibliche-physik.de
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5. Jesus und das "zwei zu eins machen"
 
Nur noch einmal der Vollständigkeit halber will ich ihn auch an dieser Stelle erwähnen. Denn seine ausschlaggebende Rolle bei der Entwicklung meines Atommodells habe ich ausführlich auf der Seite "Die Geburt "  beschrieben:

"Wenn ihr die zwei zu eins macht ...." wurde zum alles entscheidenden Gedanken, auch Elektron und Proton nur noch in Beziehung aufeinander zu sehen, sie nur zusammen als "eins " zu sehen: jedes für sich ist nur ein "Halbes", für sich allein nicht lebensfähig.
siehe Die Geburt
6. Die  zweite geistige Mutter von "Fridolin"
 
Diese Seite wäre nicht vollständig, wenn ich nicht auch erwähnen würde, daß es neben diesen geistigen Vätern noch eine zweite geistige Mutter für mein Modell gibt: Rosza Peter und ihr Buch "Spiel mit dem Unendlichen". Ich habe sie bereits im Thema  "Die Physikerin" auf der Seite  "Mathematik" erwähnt. Sie hatte auf eine recht eigenartige Weise darauf verwiesen, daß eine logische Kette falsch sein muß, wenn man in ihr auf  eine Gleichung
                   2 = 1
stößt.
Dieses "zwei gleich eins" oder "eins und eins ist eins" oder "Wenn ihr die zwei zu eins macht ...." war schließlich der Auslöser für die Idee zu Fridolin. Durch Frau Peter angeregt, hatte ich mich bereits im Herbst 1997 mit diesen Fragen aus mathematischer Sicht befaßt.
siehe
Physikerin » 
Mathematik
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