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20. 10. 2009
Hexe
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Hexe und Teufel?
Männerpsyche - der aggressive Mann?

Ist der Mann (Mensch) wirklich so aggressiv, wie er in den Medien dargestellt wird?

Auf dieser Seite gibt es einige Beispiele und erste Gedanken zur sogenannten Aggressivität. Allgemeinere Gedanken zum Thema Aggressivität und Aggressionwerden im  "Gedanken-ABC" (in "Die weise Alte") auf der Seite "Aggressivität" (zur Zeit in Arbeit) zusammengefaßt.

Hier also die Beispiele:

  1.  "Zwang" - Das Gedicht eines Mannes, der das Kämpfen-Müssen nicht mehr ertrug
  2.  Der Aggressivitätstrieb meines Sohnes
 
 
 
  6. Die Kriegsspiele der Männer
7. Kann  man den Jagdtrieb in spielerische Bahnen lenken?
1. Ein Mann, der das Kämpfen-Müssen nicht mehr ertrug ...
Gedicht eines Mannes, der mit dem Zwang zur Aggressivität nicht mehr leben konnte, sich im Jahr 1992 im Alter von 60 Jahren das Leben nahm:

Manfred Streubel:

Zwang

Ach, daß wir immer wieder kämpfen müssen!
Ein jegliches Begegnen ist Konflikt.
Ach, wieviel Tücke noch in unsern Küssen,
in jedem Auge, das uns wach erblickt –

ach, dieses Lauern! Dieses Ducken! Packen!
In jedem Händedruck – ach, wieviel Pein!
Selbst Dank und Bitte sind zumeist Attacken,
die uns verwehren: einfach so zu sein.

Die Freundlichkeit verlangt nach Anerkennung.
Die Liebe strebt nach höherem Gewinn.
Ach, alles Treffen ist im Grunde – Trennung:
Gebrauch; Vernichtung; Notwehr; Widersinn.

Dieses Gedicht habe ich Mitte der 90er Jahre irgendwo abgeschrieben, doch ich weiß die Quelle nicht mehr.   Ich glaube, daß die Veröffentlichung im Interesse von M. Streubel ist.
2. Der Aggressivitäts-Trieb meines Sohnes
Es gab eine Zeit, da konnte mein Sohn seinen Aggressivitätstrieb nicht beherrschen: er prügelte sich sehr gern mit seinen Mitschülern. Einmal hatte er sich mit einem zu einer Prügelei auf dem Schulhof verabredet - beide hatten Spaß daran. Doch dann ging ein Lehrer dazwischen ...
Damals begann ich, über den Aggressivitätstrieb nachzudenken und darüber, wie man ihn "in die richtigen Bahnen lenken" kann: durch Verbote und Strafen sicher nicht.
3.Wie wichtig ist der Jagdinstinkt des Mannes?
Das erste Problem, das angesprochen werden muß, ist die Unterscheidung zwischen Jagd- und Verteidigungs-Instinkt. Im eigentlichen Sinne ist der Jagdinstinkt aus meiner Sicht nicht "aggressiv".
Aggressivität sehe ich eher als eine Form des Selbstschutzes: fühle ich mich bedroht, muß ich mich entscheiden: kämpfe ich oder ergreife ich die Flucht?
Lustig an dem ganzen Männergetue ist, daß diejeningen, denen man eingeredet hat, wie wichtig es ist zu kämpfen, nicht so eine hohe Lebenserwartung haben wie die Feiglinge:  die stehen sozusagen hinter der Tür,  hetzen andere aufeinander und lassen sie für sich kämpfen. - DAS ist die moderne Kunst des modernen Mannes: andere  zum eigenen Nutzen für sich kämpfen lassen. Wieso durchschauen das die Männer nicht?
 
4. Wie aggressiv sind Frauen?
Die "Aggressivitität" weiblicher Tiere ist bekannt - wenn sie Mütter sind und ihre Nachkommen schützen, zeigen sie Kraft und Kampfesstärke, die der männlichen Kampfbereitschaft mindestens ebenbürtig ist. 
Doch fällt es schwer, das als  "Aggressivität" einzustufen - es ist reine Verteidigung.
Aggressivität ist eher und allgemeiner gesagt- so würde ich einmal versuchen, es zu bezeichnen - eine Form der Durchsetzung eigener  Interessen gegen die Interessen anderer Artgenossen. Meist versteht man darunter jedoch einschränkend die Wahl solcher Formen, die den Einsatz physischer Mittel (körperliche Gewalt) beinhalten.
Unter diesem Aspekt gesehen,  sind  Frauen sicher weniger aggressiv als Männer. Ihre Formen der Interessendurchsetzung sind - biologisch und historisch bedingt - eher auf geistig-psychischer Ebene zu suchen. Nur sehr selten setzen auch sie physische Gewalt ein.
Ich denke, man muß auch unterscheiden zwischen dem  affektartigen Einsatz von physischer Gewalt   aus Abwehr  der Gewalt anderer und dem offensiven, geplanten, vorsätzlichen Einsatz von Gewalt.
Aus meiner Sicht ist der Anteil der Frauen, die ihre Interessen gegen Interessen anderer rücksichtslos durchsetzen zwar immer noch geringer als der entsprechende Anteil aggressiver und gewaltbereiter Männer unter  den Männern, doch ich fürchte, die aggressiven Frauen sind auf dem Vormarsch, anteilig im Vergleich zur Gesamtzahl der Frauen und auch anteilig im Vergleich zu den entsprechenden Zahlen unter Männern.
Dabei muß man jedoch immer noch unterscheiden zwischen machtausübenden und aggressiven Frauen:
z. B. sind die traditionellen "Mammas" in den italienischen Familien Machtpersonen, die aggressiv sein können.
Ich denke auch an die bei Männern sehr beliebten Kämpfe unter Frauen, z. B. in Filmen. Eine Szene mit einer Schlammschlacht (im wahrsten Sinne des Wortes) zwischen Frauen  und einer johlenden Männerhorde drumherum ist mir besonders in Erinnerung geblieben.  Die schlammigen Sachen klebten an den Frauenkörpern, so daß sie wie lebendige Steinfiguren aussahen, sehr sexy. Wirklich?
Wie ich hörte, soll auch das Frauenboxen olympische Disziplin werden. Ob das nun ein Zeichen von Gleichberechtigung oder von Vermännlichung der Frauen oder ein Zeichen einer immer aggressiver werdenden Gesellschaft insgesamt ist, wage ich nicht zu entscheiden.
 
5. Du sollst nicht töten!
Man darf nicht sagen, daß Soldaten Mörder oder potentielle  Mörder seien. Man kann jedoch nicht leugnen, daß der "Beruf" des Soldaten darin besteht, töten zu können. Die Ausbildung ist eine Lehre in Sachen "töten".
Du sollst nicht töten! ist das fünfte Gebot im Alten Testament in der Bibel. Es meint das Tötungsverbot Menschen gegenüber. Ausnahmslos.
Jesus hat dieses Tötungsverbot noch gesteigert, indem er die absolute Gewaltlosigkeit predigte:
"Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen."
"Du sollst auch deine Feinde lieben."
usw.
 
6. Die Kriegsspiele der Männer
Aktuell verkünden die Nachrichten, daß ein junger Mann in Berlin auf offener Straße erschossen wurde. Man vermutet, daß die Tat Teil des Bandenkrieges in der Rockerszene ist. Es geht um "Vormachtstellung".

Der  Krieg in Afghanistan unter Beteiligung deutscher  Männer eskaliert und hat bereits 35 deutschen Soldaten das Leben gekostet.  Wie viele Menschen insgesamt an den Kriegsspielen der Männer auf der Welt sterben, weiß ich nicht. Erstaunlich ist, daß die Menschen  nach wie vor nicht die  eigentlichen Ursachen und Hintergründe dieser Kriege durchschauen.

Ich wurde noch in der "Klassenkamp-Ideologie" der DDR erzogen. Erst  sehr spät hatte ich den Mut, mein Unwohlsein, das ich bei all diesen Filmen, Büchern, Unterrichtsveranstaltungen,  Nachrichten usw. empfand, als berechtigt anzuerkennen. Noch später verstand ich, daß dieses Unwohlsein aus der "typisch weiblichen Sicht" herrührte, daß die meisten Frauen (und damit von allein die Hälfte der Bevölkerung) Krieg und Klassenkampf aus tiefstem Herzen (auch diese Formulierung ist sehr, sehr wörtlich gemeint) ablehnen. Wenn man dann noch die vielen Männer hinzuzieht, die ebenfalls  Krieg und physische Gewalt  ablehnen, ist bereits ersichtlich, daß die Mehrheit der Menschen in Deutschland gegen Krieg und Gewalt sind.

Es wäre also ein Akt der Demokratie, Kriege zu verhindern oder  nicht daran teilzunehmen.
Wo also für  Kriege geworben wird, geht die Demokratie flöten. Und wo eine Regierung die Forderung der Mehrheit der Bevölkerung  nach Beendigung einer Kriegsteilnahme nicht beachtet, verliert sie - eigentlich - trotz Wahlen ihre demokratische Legitimation.

Nachricht vom
14. 8. 09
Wenn Frauen mitspielen
Wieder stelle ich die Frage, wie schon an anderer Stelle, ob die Möglichkeit für Frauen, Soldatin in der kämpfenden Truppe zu sein bzw. mit an Kriegseinsätzen teilnehmen zu "dürfen", nun eine Form von Gleichberechtigung und "Chancengleichheit" ist  oder nur eine Form der Vermännlichung von Frauen.

Eine weitere Ausnahme zu der oben geschilderten Ablehnung von Krieg durch Frauen muß ich nennen, auch wieder eine, die mich sehr betroffen machte:
Eine Bekannte erzählte mir - voller Stolz - vom Einsatz ihrer beiden Söhne in Afghanistan und im Kosevo.
Die "deutsche Heldenmutter" lebt also noch immer in uns.

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7.Kann man den Jagd-Trieb in spielerische Bahnen lenken?
Zwei Abbildungen habe ich vor langer Zeit gefunden, die mir  deshalb sehr gefallen haben, weil sie Möglichkeiten des Umgangs mit dem Jagdtrieb zeigen: In der einen wird ein Spielzeug für Hunde angeboten, das  diesen Jagdtrieb in "spielerische Bahnen" lenken soll. In der anderen wird ebenfalls bei einem Hund eine ungewöhnliche Methode angewandt, dessen Jagdtrieb zu stoppen.
Die Quellen:
Die erste Abbildung habe ich Ende der 90er Jahre einem dieser kleinen Verkaufskataloge entnommen, die man oft im Briefkasten findet. Wegen des sehr dünnen Papiers konnte ich sie nur in dieser schlechten Qualität einscannen.
Die zweite Abbildung ist aus dem Reformhaus-Kurier Nr. 5 des Jahres1998.
 
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