| 1. "Vögele es oder töte es!" |
So soll das Denken von Männern funktionieren. Das schrieb Ken Wilber, ein amerikanischer Wissenschaftler.
Ken Wilber
„Eine kurze Geschichte des Kosmos“, Fischer Taschenbuch Verlag Frankf. / Main, 2000, S. 22:
„aber es scheint, daß Testosteron zwei und nur zwei Antriebe hervorruft: Vögele es oder töte es.“
S. 72:
„Mit der Familisierung des Mannes beginnt aber die einzigartige, schwere, langwierige und alptraumhafte Aufgabe aller späteren Zivilisationen: die Zähmung des Testosterons”.
Die Menschwerdung begann laut Habermas und Ken Wilber mit der „Erfindung der Vaterrolle”.
Einmal abgesehen davon, daß auch ein Ken Wilber nicht frei davon ist, menschliche Entwicklungsgeschichte und Zivilisation ausschließlich am Männerbild festzumachen, fand ich bei ihm eine wunderbar sachliche Analyse der Beziehungen der Geschlechter.
|
Wie sehr diese Behauptung K. Wilbers aus dem Leben gegriffen ist und welcher Typ Mann so denkt, zeigt vielleicht folgendes Zitat, gefunden in der "taz" vom 17. 11. 2003,
S. 16 :
"Ficken und Schießen sind ein Ding."
Das soll der RAF-Terrorist Andreas Baader gesagt haben. |
|
| 2. Die Krise des Mannes: |
Von einer Krise des Mannes ist häufiger die Rede, von einer "Krise der Frau" habe ich noch nicht gehört. In den folgenden Beispielen will ich einige Anzeichen dieser Krise suchen und versuchen, die Ursachen zu finden.
Hier als erstes ein aktuelles Beispiel, aus dem eine mögliche Krisenursache abgeleitet werden kann:
|
|
| Haare |
Unter der Überschrift "Haarige Zeiten kehren zurück" wird eingeschätzt, daß die Zeiten der "Metrosexualität" (was ist das?) vorbei seien, die Zeiten, in der Männer sich ihre Körperhaare rasierten oder epilierten, wir gehen wieder haarigen Zeiten entgegen, in der der Mann zeigt, was er hat. Vorzeige-Beispiel ist Daniel Radcliffe, der "Harry-Potter"-Darsteller, der jüngst seine flaumig sprießenden Körperhaare nackt auf der Bühne eines Londoner Theaters zeigen durfte (Zitat der MZ):
|
MZ, 9. 3. 2007,
S. 24 |
| |
"Nackt die Körperhaare präsentieren - radikaler kann ein Junge sein Erwachsenwerden nicht zeigen." |
Auf diesen Satz und die Frage, wie Jungen ihr Erwachsenwerden |
| Die Krise der Kerle |
Eine erste Erklärung findet der Kölner Buchautor Thomas Gesterkamp, der das Buch "Die Krise der Kerle" geschrieben hat: |
auch noch anders zeigen könn(t)en, gehe |
| |
"Da körperliche Stärke in der Gesellschaft, die vom Lernen und Wissen lebe, immer weniger gebraucht werde, rebellierten einige bedrohte Kerle gerade jetzt mit besonders männlichem Aussehen." |
ich später ein. |
| King-Kong-Syndrom? |
Nun halte ich persönlich zwar die künstliche Entferung von Körperhaaren nur im Extremfall für angebracht und ansonsten mag ich Vielfalt von haarlos bis richtig schönes Fell auf der Brust durchaus. In diesem Sinne halte ich jedes Modediktat für bedenklich, egal, ob es viele oder wenige (keine) Haare vorschreibt.
Doch irgendwie mußte ich bei diesem Artikel an Heide Göttner-Abendroths These von der "Verwilderung" bzw. "Vertierung" des Mannes denken.
Heißt das, was Herr Gesterkamp da auf uns zukommen sieht, daß je intellektueller die Menschheit insgesamt wird, desto mehr werden wir durch zu King-Kong mutierende Kerle bedroht ? |
PS.: Fall jemand das Buch "Die Krise der Kerle" gelesen hat und es für wichtig genug hält, daß es hier vorgestellt werden sollte, bitte ich um einen entsprechenden Text. Ich würde mich auch freuen, das Buch selbst hier vorstellen zu können, das geht jedoch nur, wenn es mir jemand schenkt. |
| kranke Männer, einsame Männer, unglückliche Männer, |
Nein, ich will hier auf keinen Fall eine Beispiel-Liste geben, wozu einzelne Männer in ihrer psychischen Krankheit, in ihrer Einsamkeit und in ihrem Unglück alles fähig sind. Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Nachrichten nicht wieder von einem solchen "Fall" berichten. Ich will hier nur die Frage aufwerfen, was Männer selbst tun, um sich und ihre Geschlechtsgenossen vor einem solchen Schicksal zu bewahren. Denn in den meisten dieser Fälle wird deutlich, daß der betreffende, betroffene Mann ein gestörtes Verhältnis zu Frauen hatte.
Ich will keine Schulddiskussionen heraufbeschwören im Stil: "Der hatte eine dominate Mutter." oder "Sein Vater war ein schlechtes Vorbild." Am Rande sei nur kurz erwähnt, daß alleinlebende Frauen mit ihrem Leben meist klarkommen, daß die meisten verwahrlosten Menschen allein lebende ältere Männer sind.
Mir geht es einzig und allein um die Frage: Wie kann dieser Einsamkeit und diesem Unglück in Zukunft besser vorgebeugt werden? Wo muß Erziehung (private und gesellschaftliche) einwirken, welchen Auftrag haben die Medien, was muß politisch geklärt werden? Ich denke, schon aus dem Grund, daß eheliche Bindungen heute meist nicht ein Leben lang halten, sollte die politische Richtung dahin gehen, Gruppenleben zu fördern. Das meint in erster Linie, Gruppenleben steuerlich stark zu begünstigen! Was an Steuern nicht eingenommen wird, kann dann andererseits an Folgekosten der "Schadensbegrenzung" eingespart werden.
|
Natürlich werfen diese Tatbestände auch viele psychologische Fragen auf. Doch diese gehören mehr in ein anderes, tiefergehendes Thema: die "Selbst-Bewegtheit" des Menschen. Darauf beziehe ich mich in meiner anderen Webseite: www.heitere-zukunft.de
|
| Der "Ausraster" |
Das Selbstbild der Männern ist irgendwie innerlich zerrissen. Auf der einen Seite hat er immer cool, stark und möglichst emotionslos zu sein - "nur keine Schwäche zeigen" - , auf der anderen Seite ist es gesellschaftlicher Konsens und alltägliche Normalität, daß Männer "ausrasten" dürfen: dann schreien sie rum, brüllen Untergebene, Partnerinnen und Kinder an. Sie halten das nicht nur für erlaubt und entschuldbar. Manchmal entsteht der Eindruck, daß Männer sogar glauben, mit diesem Rumbrüllen sich als Mann beweisen zu können.
Tiere brüllen sich vor dem eigentlichen physischen Kampf auch erst an, oft haut der Gegner dann erschrocken ab und der Brüller verläßt als Sieger den Platz. Ist es das, was den "Ausraster" so gesellschaftsfähig macht?
Manchmal rastet ein Mann aber auch "richtig" aus: er läuft Amok oder bringt die Partnerin um, die ihn verlassen will. Die Angst vor dem Verlassenwerden und vor der Einsamkeit ist sicher neben anderen äußeren Gründen wie der Angst vor Prestige-Verlust die Hauptursache.
Männer wollen offenbar nicht zugeben, daß sie von anderen Menschen abhängig sind.
Die Grenzen zwischen dem alltäglichen Ausrasen und dem Mord sind fließend. Einfacher wäre es vielleicht, wenn sich unter Männern eine Kultur des generellen "Ausrasten-ist-verpönt" breitmachen könnte.... |
|
| Das "Weichei" |
Ein Mann, der höflich und freundlich ist, der nachgeben kann, auch mal was einsteckt ohne gleich in Kriegsgeschrei zu verfallen, gilt bei vielen Männern als "Weichei". Auch von Frauen wird behauptet, daß sie nicht sehr viel von solchen Typen halten.
Was ist, wenn ein Mann den Mann, der ihm die Frau "weggeschnappt" hat (was ja so klingt, als habe die Frau keinen aktiven Anteil daran) nicht "die Fresse poliert"? Dann wird er ausgelacht - von einigen Männern, nicht von allen.
Wie kann man "ein ganzer Mann" sein und trotzdem friedlich? Ich denke, das ist eine Frage, die Männer erst einmal unter sich ausdiskutieren müssen. |
|
|
| 3. Die weibliche Seite des Mannes |
Was halten Sie von der Behauptung, der Mann sei heutzutage gezwungen, seine weibliche Seite zu unterdrücken?
Was meinte Goethe, als er im "Faust" formuliert
"Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan." - ?
Haben Sie schon von den Anemonenfischen gehört? Sie werden auch Clownsfische genannt, aber unter dieser Bezeichnung gibt es noch eine weitere Art. Ich meine diejenigen, die in kleinen Gruppen von in der Regel bis zu zehn Fischen in Symbiose mit einer See-Anemome leben. Eines der Tiere ist ein Weibchen. Alle Tiere sind bei der Geburt männlich. Stirbt das eine Weibchen der Gruppe oder wird es weggefangen oder geht es sonst irgendwie der Gruppe verloren, wird das stärkste und größte männliche Tier der Gruppe zum Weibchen. Zumindest gut zu wissen, daß die Anemonenfische-Männchen keine Probleme mit ihrer "weiblichen" Seite haben. Aber für Menschen-Männer ist es halt auch nur eine Ausnahme-Lösung.
Was eigentlich damit gemeint ist, seine "weibliche Seite" zu entdecken als Mann, darüber später mehr .... |
|
| |
| 4. Der "gezähmte" Mann |
Gezähmt
Genies und Kriminelle verlieren in der Ehe ihren Elan. Diese Schlußfolgerung zieht der Psychologe Satoshi Kanazawa von der Universität Canterbury, Neuseeland, aus einer vergleichenden Studie, die im New Scientist vorgestellt wird. Für Wissenschaftler trifft demnach eine Bemerkung Albert Einsteins weitgehend zu, wer bis zum Alter von 30 Jahren keinen großen Beitrag zur Forschung geleistet habe, werde dies auch nicht mehr tun. Der drosselnde Effekt der Ehe ist laut Kanazawa ebenso bei Musikern, Malern und Kriminellen zu beobachten. Für Kriminelle gilt nach früheren Studien, daß es fast immer Männer sind, die schon als Teenager auf die schiefe Bahn geraten. Während mit der Hochzeit in der Regel eine Beruhigung eintrete, setzen die Unverheirateten ihr kriminelles Treiben fort. Eine Schlüsselrolle wird dabei dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron zugeschrieben: Wenn ein Mann heiratet, sinkt der Testosteron-Spiegel, der Betroffene wird gezähmt.(AFP)
|
Nebenstehenden Text fand ich in der taz vom 11. 7. 2003
|
| |
Spricht dieser Bericht nun gegen die Ehe oder gegen die Frauen? Oder spricht er dafür, daß Kriminelle zur Strafe verheiratet werden sollten?
Zumindest halte ich die Befreiung des Mannes und der Frau aus dem Ehe-Joch für eine dringend notwendige Kulturtat der nächsten Zeit!
Damit meine ich nicht, daß lebenslange, treue Partnerschaften zwischen Mann und Frau abgeschafft werden sollen. Es soll nur der Zwang wegfallen, der juristische und der ökonomische, in ungewollten Partnerschaften verharren zu müssen. |
|
|
| 5. Mutproben + Machtproben |
Die Hatz der Stiere durch Pamplona hat es wieder einmal gezeigt: Für Männer sind Mutproben von geradezu elementarer Wichtigkeit. Die Grenzen zu Machtproben sind fließend.
Natürlich werden hier in erster Linie Beispiele aus den klassischen Männer-Macht-Bereichen zu finden sein: Politik, Wirtschaft, Finanzen, Kirche.
Ich hoffe, auch Wissenschaft, Kunst und Kultur kommen nicht zu kurz, wenn ich Beispiele suche ... |
|
| Guts-Herrlichkeiten |
Gutsherren sind geradezu typische Beispiele für das, was weibliche Historiker und Feministinnen "patriarchale Strukturen" nennen. Wie nahe wir diesen noch sind, verraten die folgende Überschrift und der Textauszug aus einer aktuellen Tageszeitung Anfang des Jahres 2009:
Die Überschrift lautet
"Seehofers Politik nach Gutsherrenart"
Zum Verständnis des Zusammenhangs:
Es geht um den Wechsel der Person im Amt des Wirtschaftsministers: von Michael Glos auf Karl-Theodor zu Guttenberg. In der großen Ankündigung des Artikels schreibt die MZ:
"Mit dem Amtsverzicht von Michael Glos nimmt das Politkarussell vor der Wahl Fahrt auf. Den Christsozialen kommt die Berliner Personalie allerdings gar nicht gelegen."
Im Text wird dann noch ausführlicher die Art des Herrn Seehofer geschildert:
"Zunächst einmal hat dieser Glos gezeigt, dass sich nicht jeder Seehofers gutsherrenhaften Führungsstil gefallen lässt."
|
MZ 10. 02. 2009, S. 5, (Artikel von Markus Decker) |
|
| 6. Die Angst des Mannes vor der Frau |
"Warum Männer Puppen vorziehen"
Die Information, die in diesem Beitrag von "polylux" vermittelt wurde, erschreckte mich zutiefst und läßt mich immer noch über das Problem einiger Männer mit Frauen nachdenken:
Da wurden Männer gezeigt, die mit "real Dolls" - mit Gummipuppen - zusammenleben. Diese, eigentlich als "Sex-Spielzeug" gedacht, sind nun auch Ersatzpartner in einer Ersatzbeziehung insgesamt. Einer der Männer sagte, das habe für ihn den Vorteil, daß die Puppe nicht spricht und er alles allein bestimmen kann.
Es wurde in der Sendung auch gesagt, daß diese Männer sich "von anderen Menschen überfordert fühlen", also auch von anderen Männern, nehme ich einmal an.
Eine Sprecherin sagte noch:
"Ein deutscher Hersteller entwickelt derzeit eine Puppe, die atmen, lächeln und sehen kann, die perfekte Freundin. Echte Frauen werden es bald immer schwerer haben, einen Mann zu finden..."
Das kann natürlich (noch) satirisch gemeint sein.
Doch was dahintersteckt und wie man das Beziehungsproblem Mann-Frau lösen kann, zeigte der Beitrag natürlich auch nicht. |
"polylux" (ARD) am 28. 2. 2008 ab 23.45 Uhr
Dem Problem, das auch hinter diesem Phänomen steckt, versuche ich in www.heitere-zukunft.de auf die Spur zu kommen, in dem Thema der "atomisierten Gesellschaft" - Klick hier:
 |
|
| 7. Männliche Archetypen |
Johann, ein Freund meines Sohnes, kommt vom Zivi-Lehrgang zurück und erzählt, daß sie auch über "Archetypen" geschult wurden. Offenbar hat ihn besonders der Archetyp des "Kriegers" beeindruckt. In dem Material, das man ihnen gegeben hat, steht, daß man diesen Archetyp nicht unterdrücken oder ins Unterbewußtsein verdrängen darf, sonst läßt er seine "negative Energie" wirken. Warum erzählt man das den Zivis?
|
|
| Der Krieger - der Soldat |
Der Soldat ist ein Mann (dank "Gleichberechtigung" legen inzwischen auch einzelne Frauen Wert darauf, Soldatin werden zu dürfen), der dressiert wird, seinen Arterhaltungstrieb und seine Tötungshemmung gegenüber Artgenossen auszuschalten. Damit Männer bereit sind, Soldat zu werden, erzählt man ihnen etwas von "männlichen Archetypen". Das dürfte für die meisten (je dümmer, desto williger) Soldaten zu hoch sein. Deshalb genügt es, Fernsehprogramme und Computerspiele so einzustellen, daß Gewalt und Töten enttabuisiert und "normalisiert" werden.
Erstaunlich, wie viele Männer diesen Trick nicht durchschauen. Sie lassen sich zum Soldaten machen wie bis vor 100 Jahren die Frauen zum willigen Haustierchen.
Wann emanzipiert sich der Mann von seiner Soldaten-Rolle? |
|
| |
Dann, irgendwann stellt man verwundert fest: Der Soldat hat ja Probleme mit seinem Soldat-Sein:
"Erstmals werden Bundeswehr-Soldaten bei Auslandseinsätzen mit Verletzten und Toten konfrontiert. Bei den meisten hinterläßt dies tiefe Spuren in der Seele. Die Folge sind wiederkehrende Horrorvisionen, Aggressionen oder sogar Gefühlsstarre. ..."
Ein noch viel schlimmeres Problem kann in einem einzigen Wort benannt werden: Kindersoldaten. Was macht z. B. ein Bundeswehrsoldat, der im Auslandseinsatz auf feindliche Kindersoldaten trifft? |
15. 11. 06 ARD, 21.45 - 22.15, ARD-exklusiv: "Gezeichnet fürs Leben", aus dem Videotext zur Sendung
|
|
| 8. Faulheit |
"Der Mensch ist von Natur aus faul."
Mein Biolehrer, der diese These immer wieder in den Raum stellte, mußte es ja wissen. Er liebte diese Aussage deshalb, weil er sie als Begründung dafür ansah, daß der Mensch seine Intelligenz entwickelt hatte - eben aus Faulheit. Intelligenz ist in diesem Sinne die Fähigkeit, eine Handlung zu optimieren, sie mit geringstem Aufwand auszuführen.
Faulheit ist also ein anderes Wort für Energie-Minimierung.
Das psychische Problem im Zusammenhang mit dem Vergleich von Männern und Frauen liegt jedoch noch auf einer anderen Ebene (und ich weiß, wovon ich rede, nachdem ich einen Sohn großgezogen habe):
Es ist sehr schwer, einen Mann dazu zu bringen, etwas zu tun, wenn es nicht unvermeidlich ist: aus "Hunger und aus Liebe" (siehe Schiller und die beiden Triebkräfte des Menschen) handelt der Mensch, respektive der Mann, mit anderen Worten: wenn er einen für sich erkennbaren Nutzen darin sieht. Wo es möglich ist, delegiert er "Dreckarbeiten" gern auf andere ...
Handeln ohne persönlichen Nutzeffekt, nur "für andere", liegt dem Manne normalerweise nicht. Das ist "weibliches" Handeln: Fürsorge für den Nachwuchs beispielsweise. In diesem Sinne ist "Faulheit" bei Frauen weniger anzutreffen. Frauen "sehen, was getan werden muß". Die Trümmerfrauen nach dem 2. Weltkrieg haben ein einmaliges Beispiel geliefert für die Fähigkeit, etwas zu tun, das anderen nützt. Heute verlagert sich dieses Tätigkeitsfeld - mehrheitlich von Frauen betrieben - auf Suppenküchen usw.
Aber da ist noch etwas: der Mensch ist mit einem natürlichen Tätigkeits- , Bewegungs- und Aktivitätsdrang ausgestattet. Ein Mensch ist erst dann wirklich "faul", wenn dieser Drang verkümmert ist. Auch Männer entwickeln selbst in ihrer Freizeit ungeheure Kreativität und Aktivität, nicht nur beim Sport oder im Kleingarten! Nichts da mit "Faulheit"!
Und nun kommt etwas ganz schlimmes:
Ich mußte erkennen, daß bei vielen Männern dieser natürliche Drang, tätig zu sein, von den eigenen Ehefrauen eingeschränkt oder gar zerstört wird. Diesen Satz lasse ich vorerst so im Raum stehen.
Andererseits: müssen wir Frauen unsere Männer für jeden kleinen Handschlag immer gleich über den grünen Klee loben, damit sie auch in Zukunft bereit sind, den Spülkasten zu reparieren oder den Müll rauszuschaffen? |
In diesem Sinne ist also Intelligenz auch nur eine spezifische Bedingung der Durchsetzung des Prinzips der kleinsten Wirkung. Damit ergibt sich eine Kopplungs-Möglichkeit von Physik und Psychologie. |
|
| 9.Der weise alte Mann |
Einmal beklagte sich ein Mann, es gäbe keine weisen alten Männer mehr. Was soll man dazu sagen - als Frau? Wo sind die Lehrer, die Jungen zu weisen alten Männern machen? Oder sind es wieder einmal die Mütter, die das tun müssen?
Viele Männer wollen reiche alte Männer werden, sie wollen mächtige alte Männer werden, sie wollen Männer werden, die viele Frauen gehabt haben.
Warum ist es für Männer nicht so wichtig, weise alte Männer zu werden? |
Dezember 2008:
Das aktuelle Beispiel - siehe lose Gedanken 2008-04- liefert Herr Waigel mit seiner Idee eines "Rates der Alten" (Männer) |
| |
| 10. Der friedliche Mann |
Im Einzugsbereich des Christentums sollte man ein Männerbild erwarten können, das sich am Wesen des Religionsgründers Jesus orientiert. Franz Alt widmete ihm ein Buch "Jesus, der erste neue Mann", in dem es um dieses männliche Rollenverständnis ging.
Die Frage, wie der Mann bewegt werden kann, seine Aggressivität zu bremsen, sich selbst zu erziehen, beantwortet der Dalai Lama wohl besser als der Papst.
Der Krieg zwischen Protestanten und Katholiken, die Weltherrschaftsgebahren der sich christlich gebenden USA-Regierung, insbesondere des Oberchristen Bush, der "das Böse bekämpfen" (sprich gegen die von ihm als "böse" Definierten Krieg führen) will, strafen alle religiös-friedlichen Leitbilder des Christentums Lügen:
"Wer zum Schwert greift, soll durch das Schwert umkommen."
"Wenn man dich auf die linke Backe schlägt, halte die rechte hin."
"Du sollst nicht töten."
Gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma?
Ich kann mir nur folgenden denken:
1. Die Kirche selbst nimmt schnellstens in einer spektakulären riesigen Aktion Einfluß auf dieses alte aggressive Selbstbild des Menschen-Mannes, indem sie es für unwürdig und mit dem christlichen Glauben für unvereinbar erklärt. Sie nimmt Einfluß darauf, daß gewaltverherrlichende Sendungen im Fernsehen nicht mehr ausgestrahlt werden und Gewaltspiele für Computer usw. auf einen Index geraten.
2. Die Politik hilft den jungen, heranwachsenden Männer, ihre aggressiven Veranlagungen auf spielerischer Ebene abzureagieren.
usw. |
siehe auch "Lose Gedanken" 2006-03über den Krieg im Nahen Osten |
| |
3. Vernünftige und friedliche Männer propagieren in der Öffentlichkeit (marktwirtschaftliche Terminologie: "machen Werbung für") das friedliche Zusammenleben der Menschen, egal ob auf der individuellen oder der politischen Ebene. |
|
|