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31. 12. 2008
Hexe
Weibliches Wissen, Denken und Erkennen
Stationen eines "eigen-willigen" Erkenntnisweges
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Kitschbilder
 
 

Hexe und Teufel?
Kitschbilder von Mann und Frau  - Wer benötigt sie, wer macht sie und warum?

Wenn ich hier nach und nach einige Kitschbilder von Männern und Frauen sammeln will, dann kümmere ich mich nicht um die offizielle Definition des Wortes "Kitsch", sondern nehme die im Volksmund verwendete: Kitsch ist die  Verballhornung von Schönheitsempfinden und ästhetischem Anspruch. Die Kitschproduktion ist die Vermarktung dieses  ästhetischen Aspruches durch Produkte für arme Leute, die sich echte Schönheit nicht leisten können und deshalb mit Billig-Schönheiten vorlieb nehmen müssen. Kitsch ist auch die Übertreibung und damit Veralberung von bestimmten individuellen Wunsch- und Idealvorstellungen. Man solle nicht glauben, daß die Kitschkonsumenten wirklich glücklich sind. Die meisten wissen sehr wohl, daß es auch schöner geht.  Kitsch ist also weniger eine individuelle Geschmacksfrage, sondern eher ein Spiegelbild - und ein Armutszeugnis - einer um Grunde ästhetikfeindliche Gesellschaft, die die Schönheit so verteuert, daß sie zum Luxus für wenige wird.

 So gibt es nicht nur  Kitschbilder und Kitscheinrichtungsgegenstände allgemein, auch Bilder von Männern und Frauen werden einmal für die "gehobene Gesellschaft" produziert und zum anderen wird das Volk mit ein paar "schönen" Bildchen abgespeist. Wie es dabei mit der "Übertreibung und Veralberung von Wunsch- und Idealvorstellungen" aussieht, wird sicher sehr gut deutlich:

  1. "Vögele es oder töte es!" in Reinkultur: 007 - mit der Lizenz zum Ficken und zum Töten
  2. Supermann - der starke Held, der Retter und Beschützer der Schwachen
  3. Der Verlierer -  oder: die Glorifizierung des Helden und  Siegers verlangt, den Verlierer zu demütigen
  4. diverse Bildchen

Kitschbilder von Frauen werden nachgereicht.

Ich bitte, es nicht als "männerfeindlich" auszulegen, daß ich bisher erst diese wenigen Männerbilder gesammelt habe.  Vielleicht wird doch schon ein wenig deutlich, daß es mir hier um  etwas ganz anderes geht als darum, Männer anzugreifen. Im Gegenteil! Auch die Männer haben es verdient,  daß bessere Bilder in der Öffentlichkeit von ihnen vermittelt werden als in diesen Kitschbildern. Ich denke, auch Männer sind komplexer als diese Heldenfiguren und sie haben mehr zu bieten, als nur Sieger oder Verlierer zu sein!
1. 007 - "Vögele es oder töte es!"
    Das werden mir viele Männer und Jungen - und wahrscheinlich auch einige Frauen - nicht verzeihen, daß ich dem "besten James Bond aller Zeiten" unterstelle, er spielt nur eine "Kitschrolle" von einem Mann: gewaltverherrlichende Szenen soll es ja in dieser neuen Version des "Superhelden" noch mehr geben als zuvor. Und - nicht vergessen - wie immer: "Die Lizenz zum Töten".

Gott sagt: "Du sollst nicht töten!"
      Der offenbar über Gott stehende Auftraggeber  von 007  darf das Gebot Gottes aufheben, er hat das Recht zu sagen: "Du darfst ungestraft töten!"
Wieso hat die Kirche nichts dagegen? Wieso wettert Stoiber nicht, daß James-Bond-Filme in Bayern verboten werden? Wieso gibt der Papst nicht ein Rundschreiben raus, daß solche Filme auf den Index gehören, weil sie "Gotteslästerung" sind? Warum wehren sich Männer nicht gegen diese Versimplifizierung des Männerbildes? Brauchen sie solche "Vorbilder"? Wenn ja, wofür? Sind solche Filmrollen männlichkeitsprägend, persönlichkeitsanregend, wirklich herausfordernd? Oder sind sie nur  abgenutztes Klischee,  ständige Wiederholung ein und desselben dümmlichen Mannbildes?
007?   -   Oder doch nur 0815?

Ergänzung im Oktober 2008 :
Nun verstehe ich diese Figur besser, hat doch am 18. 10. 2008 der Sender Kabel1 ein Porträt des Erfinders von "007" gebracht, von Ian Fleming: Ich habe mir nicht die Zeit genommen, es in Gänze anzusehen, was ich in ca. 10 Minuten zu sehen bekam, war mir ausreichend:
Ian Fleming, aus begütertem Elternhaus, Vater als Kriegsheld gefallen, Mutter dominant: sie verfügt noch im Erwachsenenalter des Sohnes über dessen Ausbildung, Berufstätigkeit - und über dessen Liebesleben. Die erste Freundin, die er mit nach Hause bringt, wirft sie hinaus. Danach entwickelte er sich zum "Frauenschwarm", der die Frauen "eroberter" - wie seine Kunstfigur auch.   Psychologen mögen hier  noch mehr sehen ...
Auf diesem Filmposter eines älteren 007-Filmes wird das "Vögele es oder töte es!" besonders schön sichtbar.
James-Bond-Filmposter
2.  Supermann - der Retter und Beschützer der Schwachen
Wie sich die Bilder (siehe unten) gleichen: die alte Supermann-Figur ist in den wesentlichen Eigenschaften beibehalten, nur leicht dem Design der heutigen Zeit angepaßt - albern sieht er so und so aus mit seinen Strumpfhosen und dem betonten Becken.

Was hat sich der, der sich diese Figur einfallen ließ, wohl dabei gedacht ? Wollte er einfach mal testen, wie weit er das Publikum verarschen kann?  Hatte er gewettet? Oder war es ihm ernst mit seiner Heldenfigur?
 
   alter Typ eines Supermanns   neuer Typ eines Supermanns
Jemand sagte einmal, daß Helden nur möglich sind, wenn es Opfer  gibt, die beschützt oder gerettet werden müssen. Wie schön für die Helden, wenn andere Männer zu Tätern werden.

Die Polarisierung von Männern in Täter und Retter,
Terroristen und Beschützer,
Böse und Gute, läuft auf Hochtouren.
Im Soldaten - dem "guten" für die einen und dem "bösen" für die anderen Staaten - finden beide Pole wieder zusammen.
   
3. Der Verlierer
Da hat einer einen Boxkampf verloren - na und? Bei jedem Schachspiel, jedem Lottospiel gibt es Sieger und Verlierer. Kleine Kinder müssen erst lernen, zu verlieren. Da hilft "Mensch-ärger-dich-nicht"-Spielen wunderbar. Wer die Magie des Spieles entdeckt hat, dem ist es egal, ob er verliert oder gewinnt, der genießt die einzelnen Situationen und die Kommentare der Beteiligten.
Doch nun hat Axel Schulz es noch einmal wissen wollen, ob er Sieger werden kann in einem für die meisten Menschen der Welt völlig unwichtigem Spiel, einem "Boxkampf". Boxen, das ist die Fähigkeit, einem anderen Menschen "erlaubtermaßen" die Faust ins Gesicht zu drücken, so daß dort Blutergüsse, Platzwunden und ggf. gebrochene Nasenbeine zurückbleiben. Das ganze nennt sich "Sport". Inzwischen soll es sogar Frauen geben, die diese Fähigkeit trainieren. Das muß ziemlich schwer sein, denn man muß dabei ja  lernen, eine Menge angeborener Reflexe und antrainierter Normen des Umgangs mit anderen Menschen wieder auszuschalten.
Nun also hat Axel Schulz einen Gegner gehabt, der ihn zusammengedroschen hat.  Das passiert laufend, wie gesagt, daß einer in einem Boxkampf verliert, das ist die normalste Sache der Welt.

Und nun kommt der Kitsch:
Wie geht man mit einem Verlierer um? Man macht ihn ein zweites Mal fertig. Ich habe noch nie erlebt, daß die Medien so sehr über einen Verlierer hergezogen sind wie jetzt über A. Schulz:
Es fallen Worte (BILD allen voran) wie: Blamage, Schande, Schämen, Niederlage, Pleite. Sat1 Videotext macht (27. 11. 2006) gleich eine TED-Umfrage daraus: "Schulz-Comeback peinlich?"

Früher, ja früher, da hatte man noch Stil: da gaben sich Sieger und Verlierer die Hand und der Verlierer konnte sogar mitunter etwas Mitgefühl und Anteilnahme erwarten.

Warum muß man heute  eine Niederlage so verkitschen?
 
4. diverse Bildchen
Der Satz zum Einstellen der Schriftart in meinem Textbearbeitungsprogramm "WordPerfekt" ist:

"Zwei Boxkämpfer jagen Eva quer durch Sylt."

So ein Satz sollte alle Buchstaben enthalten und es ist sicher schwer, einen solchen Satz zu finden. Mein Respekt, meine Herren, die Sie sich diesen Satz ausgedacht haben.
 
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