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01. 07. 2009
Hexe
Weibliches Wissen, Denken und Erkennen
Stationen eines "eigen-willigen" Erkenntnisweges
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Beispiele
 
 
 

Beispiele für "typisch männliches" oder "typisch weibliches" Denken

Aus der Vielzahl geistiger, wissenschaftlicher, politischer und religiöser Strömungen habe ich vorerst drei Beispiele ausgewählt: Feminismus, Kapitalismus und Sozialismus. Auch ein  kleiner  "Test" ist dabei, der vielleicht zeigen kann, wie schwer es ist, sich in die Denkweise eines anderen Menschen hineinzuversetzen.
  1. Der Mathebuch-Test: Können Sie sich in das Denken eines anderen Menschen hineinversetzen?
  2. Feminismus als männliches Denken in Frauenköpfen
  3. Kapitalismus - ein männliches Wirtschaftsmodell
4. Sozialismus - ein weiblicher  Denkansatz wird "vermännlicht"
  5. Zukünftige Intelligenz - männlich geprägt?
... oder nur alter Wein in neuen Schläuchen?
1. Der Mathebuch-Test: Können Sie sich in das Denken eines anderen Menschen hineinversetzen?
   
 
Vielleicht spielen Sie dieses kleine Spiel einmal  mit? Dabei kommt es darauf an, sich in verschiedene Leute hineinzuversetzen, die dieses Bild gemacht, ausgewählt oder einfach nur gesehen haben.
1. Test:
Wie würde dieses Bild aus feministischer bzw. "männerfeindlicher" Sichtweise interpretiert?
2. Test:
Was mag  der Fotograf und der Verlag gedacht haben, als sie dieses Foto anfertigten und als Titelbild für ein Mathematik-Lehrbuch auswählten?
3. Test:
Wie mögen die kleinen Jungen und die kleinen Mädchen dieses Bild wahrgenommen haben?
4. Test:
Wie würde eine "feministische" Kritik an diesem Foto - so es sie denn gegeben hätte - vom Verlag interpretiert werden?
Mathebuch-Titel
 
Titelbild eines Mathematikbuches für die 3. Klasse
des Westermann-Verlages aus dem Jahr 1994, ISBN 3-14-11 1323-8
2. Feminismus als männliches Denken in Frauenköpfen
 
Unglaublich, aber wahr - die Denkstruktur des Feminismus ist "männlich"

Mit dieser Bemerkung laufe ich u. U. Gefahr, mißverstanden zu werden. Diese Bemerkung ist keine Kritik am Feminismus! Er wird dadurch auf keinen Fall abgewertet, daß ich  seine Denkstruktur als "MÄNNLICH" bezeichne! Theoretisches, abstraktes Denken ist in allgemeiner Überzeugung "männliches Denken"  - und es ist ein Glück für uns Frauen, daß wir es für uns entdeckt haben! Letztlich haben wir damit bewiesen, daß wir durchaus in der Lage sind, in der "Fremd-Denke männlich" zu denken.

Noch ein Gedanke ist in diesem Zusammenhang beachtenswert: Wenn Frauen "männliches" Denken beherrschen lernen, dann dürfte es für Männer vielleicht nicht ganz so schwierig sein, dem "weiblichen" Denken einmal etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
 
 
Der Feminismus ist in Verruf geraten. Antifeministen genügt oft schon das Wort "Feminismus", um eine  von Frauen aufgeworfene inhaltliche Frage abzuwerten oder zu ignorieren.   Diese Polarisierung in "feindliche" Lager ist ebenfalls eine typische Erscheinung männlichen Denkens.
 
Alice Schwarzer und die "EMMA" als Verkörperung des deutschen Feminismus
Alice Schwarzer gilt allgemein als die Verkörperung des deutschen Feminismus. Ihre Zeitschrift "Emma" hat viele Probleme der Nicht-Gleichberechtigung von Mann und Frau aufgezeigt. Sie hat in der deutschen Geschichte einen bleibenden Platz - ihr historisches Verdienst ist riesengroß.
Trotzdem fällt auf, daß die meisten Frauen mit diesem Feminismus nichts zu tun haben wollen. Auch hat ihre direkte Art dazu geführt, daß Frauen, die sich für Rechte von Frauen einsetzen, als "männerfeindlich" beschimpft werden:
Sorry, ich weiß nicht, ob jemand sich am  Wort "deutscher" Feminismus stört - vielleicht wäre es richtiger, "Feminismus in Deutschland" zu schreiben. Ich kann solchen  Wortspielereien wenig Sinn abgewinnen. Sie lenken eher vom Problem ab, als daß sie es lösen helfen.
actio = reactio
Ungerechtigkeit gegen Frauen führt zu Protest in Form des Feminismus. Der Feminismus gebiert den Antifeminismus - das ist typisch für "MÄNNLICHES" Denken: daß die beiden Gegensätze sichtbar gemacht werden: Feminismus und Antifeminismus sind zwei Seiten einer Medaille. Das heißt, beide sind notwendig für alles  Erkennen.  Also liegen sowohl im Feminismus als auch  Antifeminismus - erkenntnistheoretisch betrachtet -   große Möglichkeiten, die Welt zu erkennen.  Das ist einer der Hauptkritikpunkte am Feminismus, daß er die Befindlichkeit der Männer nicht oder nur ungenügend beachtet.
 
Mit der Entwicklung beider Erkenntnisebenen und Sichtweisen  - der Sicht der Feministinnen auf die Ungerechtigkeit gegenüber Frauen und der Sicht der Männer, die sich vom Feminismus bedroht fühlen - kommt es zum Teufelskreis.  Der Antifeminismus führt wiederum dazu, daß Feministinnen gegen ihn vorgehen .... - eine Verständigung der Geschlechter ist allein auf diesem Weg letztendlich nicht möglich.

Die positive Auswirkung des Antifeminismus ist, daß uns Frauen in seiner Rück-Kopplung auf den Feminismus immer mehr bewußt wird, daß es keine Lösung des Problems ist, "die" Männer als "Gegner" zu betrachten. 

Wir müssen also nach einem Weg suchen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.
Das ist keine nur rhetorische Frage, sondern eine, die auf ein Grundproblem hinweisen will:
Warum fühlen sich Männer bedroht, wenn Frauen gleiche Rechte
einfordern ?
Die Pilotin
Die  historische (!) Grenze des Feminismus war aus meiner Sicht erreicht, als Alice Schwarzer als Zeichen der Gleichberechtigung  sich für Frauen in der  Armee einsetzte. 
Die Pilotin, die auf der Titelseite einer Ausgabe der EMMA vorgestellt wurde, hat kurze Zeit später einen Selbstmordversuch unternommen, weil sie  mit den Gepflogenheiten der Armee (Macht der Vorgesetzten, Pflicht zum blinden Gehorsam usw.) nicht klarkam. Nachdem sie zwei Jahre im Koma gelegen hatte, starb sie.
Ich denke, daß hier "Gleichberechtigung" falsch verstanden wurde: man kann nicht als  Frau einerseits gegen  ein männerbevorzugendes System kämpfen und andererseits  die Machtmittel dieses Systems unterstützen wollen.
Wohin diese "Gleichberechtigung" der Frauen in der Armee führt, hat inzwischen der "Folterskandal" von US-Soldaten im Irak und der Prozeß gegen die Soldatin L. England  zur Genüge gezeigt.
Es gilt noch immer: wenn Frauen das gleiche tun, was Männer gelegentlich an abstoßenden Dingen tun, wirkt es besonders abstoßend.  
Titelseite der Emma mit Pilotin
Der "frauen-fremde" Feminismus
Mit der Analyse der "männlichen" und "weiblichen" Denkmethode stieß ich zwangsläufig auf die Tatsache, daß viele Frauen mit dem Feminismus nichts zu tun haben wollen. Welche Gründe gibt es dafür?  Sicher spielen Gewohnheiten, Traditionen, Erziehung und das Vorbild der Mutter mit hinein. Ebenso sicher ist aus meiner Sicht auch die Abneigung, die viele Frauen gegen Auseinandersetzungen haben  (oft als "harmoniesüchtig" abgeurteilt). Auch die Suche nach einem Mann, dem  man gefallen möchte,  hat sicher große Bedeutung für das Verhalten der Frauen.

Doch das allein genügt nicht als Erklärung. Warum also ist der Feminismus "frauenfremdes Denken" geblieben in dem Sinne, daß die Mehrheit der Frauen sich damit nicht anfreunden kann? Immer wieder habe ich darüber nachgedacht, bis ich begriff: die Hauptursachen für die geringe Annahme des Feminismus durch Frauen liegt auch  in ihm selbst: seine Denkweise entspricht nicht der "natürlichen" Denkweise der Frauen, er ist vom Prinzip her "männliches Denken".
3. Kapitalismus - ein typisch "männlich" gedachtes ökonomisches Konzept
Ego-Zentriertheit und Nichtbeachten der Interessen der Gemeinschaft
Das ökonomische Konzept der Marktwirtschaft (des Kapitalismus, des Neoliberalismus) ist ein geradezu typisch einseitig-MÄNNLICH gedachtes Konzept: der Kampf der Gegensätze geht auf Kosten der Einheit des Ganzen. Das führt zur Zersplitterung ("Atomisierung") und letztlich Zerstörung der Gesellschaft, der Gemeinschaft.

Beispielsweise bezieht sich der  Begriff des Kampfes zum einen auf den Konkurrenzkampf zwischen den verschiedenen Unternehmen, zum anderen auf den Kampf der "gegensätzlichen" Interessen von "Arbeitgeber" und "Arbeitnehmer". Die gemeinsamen Interessen aller an einer gut funktionierenden, effektiven Wirtschaft geraten durch diese Kämpfe in den Hintergrund. Unsere Wirtschaft vergeudet viel Kraft, Zeit, Energie, Rohstoff usw. nur aufgrund dieser Kämpfe.

Nie war diese "Atomisierung" der Gesellschaft, der ökonomischen Interessen der Menschen so deutlich wie in der heutigen sogenannten "Finanzkrise": Einzelne haben das gesamte Wirtschafssystem aus individuellen Interessen (Ego-Zentriertheit männlichen Denkens)  in die Katastrophe getrieben.
Diese "Atomisierung" ist ein so  umfangreiches, komplexes Thema, daß ich sie hier nur antippen kann. Ausführliche befasse ich mich mit ihr auf meiner Webseite www.heitere-zukunft.de - klick hier:

zur Seite Atomisierung in www.heitere-zukunft.de
Spezialfall Faschismus
Die extremste Form "männlichen Denkens" in Politik und Wirtschaft der vergangenen 100 Jahre dürften Faschismus und Nationalsozialismus sein. Abgesehen davon, daß viele Frauen sich überhaupt nicht für Politik interessieren, ist auffällig, daß nur extrem wenige Frauen sich für diese Parteien in der Gegenwart engagieren und auch nur wenige Frauen sie wählen. Das "normale" Wählerpotential dieser politischen Strömungen sind junge Männer, meist ohne individuelle Perspektive, oft aus sozial gestörten Familien.  Psychologisch betrachtet, leiden sie  oft sowieso schon unter einem Gefühl der Ausgegrenztheit und versuchen, ihre Einsamkeit in diesen Gruppen zu kompensieren. Soziologische Analysen dieser Gruppen dürften zur Genüge vorliegen und deutlich machen, daß hinter diesen politischen Problemen soziale und psychische Probleme stecken.
Das Bedürfnis nach Gruppe, nach Anerkennung und Geborgenheit junger Männer wird von einigen mißbraucht. Was diese jungen Männer wirklich brauchen, ist Hilfe!
Es hat vielleicht den Anschein, daß ich mit der Einbeziehung des Faschismus in die Kapitalismus-Analyse vom Thema abweiche. Doch die Einbeziehung politischer Rahmenbedingungen ist nötig für das Verständnis ökonomischer Beziehungen. Da Faschismus extremstes Beispiel ist, bietet er sich in besonderem Maße zur Analyse an. Die ökonomische Seite des Faschismus zu analysieren, ist noch offen.
Marguerite Duras und ein weibliche Sicht auf Faschismus
Noch immer haben wir Deutschen große Probleme mit unsere "Vergangenheitsbewältigung". Ich kann nicht genau erkennen, was bei deutschen Männern das größere Problem ist: die nationalsozialistische Vergangenheit oder die Schmach des verlorenen zweiten Weltkrieges.
Bei M. Duras fand ich in ihrer Erzählung "Der Schmerz"  eine wunderbar weibliche Sicht auf diese Fragen:
Sie beschreibt darin  das Ende des zweiten Weltkrieges aus französischer Sicht: ihr Liebster ist noch in einem deutschen KZ, sie wartet auf ihn, als er endlich kommt, wiegt er noch 38 Kilogramm. Der Haß der Franzosen auf die Deutschen war unbeschreiblich. Ihr Versuch, sich von diesem Haß frei zu machen, liest sich so:
Marguerite Duras, franz. Schriftstellerin, berühmt geworden durch den auch verfilmten Roman " Der Liebhaber"
 
„Ein kriegsgefangener Priester hat ein deutsches Waisenkind mit ins Auffanglager gebracht. Er hielt es an der Hand, . . . , er erklärte, . . daß es nicht die Schuld dieses armen Kindes sei. Die Frauen sahen ihn böse an. Er maßte sich das Recht an, schon zu verzeihen, schon zu vergeben. Er hatte keinen Schmerz, kein Warten gekannt. Er erlaubte sich, das Recht zu verzeihen, zu vergeben, jetzt, sofort, auf der Stelle auszuüben, ohne auch nur im geringsten den Haß zu kennen, in dem man lebte . . ..
... auf der einen Seite die Front der Frauen, kompakt, unnachgiebig. Und auf der anderen Seite dieser Mann, allein, der in einer Sprache recht hatte, die die Frauen nicht mehr verstanden.“
 
  und  
 
„Ich bin den Deutschen nicht mehr böse, man kann das nicht mehr so nennen. Ich konnte ihnen eine Zeitlang böse sein, das war klar, das war faßlich, verständlich und ging so weit, daß ich sie alle hätte umbringen können, die ganze Einwohnerzahl Deutschlands.“
 
 
An dieser Stelle wird wohl sehr gut deutlich, daß "faschistoides" Denken  (alle Deutschen werden als Gruppe homogenisiert und verdammt - auch das ist extrem polarisierendes Denken) sehr schnell und überall entstehen kann. Ich finde es sehr mutig von ihr, dieses Denken öffentlich zu bekennen.

Seiten später ist zu lesen:
 
 
"Wenn dieses Naziverbrechen nicht auf die Ebene der ganzen Welt ausgeweitet wird, wenn es nicht auf der Kollektivebene verstanden wird, . ... Wenn man aus den Nazigreueln ein deutsches Schicksal macht und nicht ein Kollektivschicksal, ... Die einzige Antwort, die sich auf dieses Verbrechen geben läßt, ist die, daraus ein Verbrechen aller zu machen. Es zu teilen. Ebenso wie die Idee der Gleichheit, der Brüderlichkeit. Um es zu ertragen, um die Vorstellung davon auszuhalten, das Verbrechen teilen.“
 
 
Hier hat sie  offenbar verstanden, daß sie selbst "faschistoid" gedacht  hatte.
Ihre Sicht auf die Geschichte mag den meisten unverständlich sein. Ich kann nur noch einmal betonen: das, was sie schreibt, ist letztlich "typisch weiblich gedacht". Es scheint mir auch die einzige Lösung, die Vergangenheit wirklich bewältigen zu können ...

 
Aber er ist doch gar kein Jude!
Das war der Gedanke, der mich vor Jahren durchzuckte, als ich sah, wie in dem Film "Monsieur Klein" Alain Delon als Franzose Robert Klein für einen Juden gehalten und mit anderen  Juden abtransportiert wurde ins KZ.
In diesem Augenblick brannte sich der nächste Gedanke schamvoll ins Bewußtsein: Wieso empfinde ich es als entsetzlich, daß der Nicht-Jude für einen Juden gehalten und wie diese abtransportiert wird? Ist nicht das eine so schlimm wie das andere? Voller Entsetzen hatte ich da begriffen, wie faschistoides Denken funktioniert.
Dieses "Spiel mit dem Zuschauer", ihn dahin zu bringen, daß er genau das denkt - "Er ist doch gar kein Jude, er gehört nicht ins KZ!" - , war in meinen Augen die eigentliche Absicht der Filmemacher.
4. Sozialismus-Analyse
Die Theorie und Praxis des Sozialismus - ein Paradebeispiel für ein Denk-Durcheinander
weibliches Denken überwindet Kampf, Gewalt und Konkurrenz - ist ganzheit-liches Denken
Diese theoretisch-ökonomische Idee des Sozialismus beinhaltet vom Grundprinzip her, den im Konzept des Kapitalismus überbetonten Kampf  (Konkurrenz) zu überwinden und der Sicht auf die Gesamtwirtschaft Vorrang zu geben.  Mit der  Abwendung vom Kampf, von Gewalt und hin zur Ganzheitssicht ist diese Idee eine vom typisch "weiblichen Denkmuster"  geprägtes Gesellschaftskonzept. Der erste Versuch, dieses  Konzept politisch umzusetzen, hatte logischerweise noch mit den "Muttermalen" (was für ein schönes unpassendes Wort für dieses Phänomen!)  der alten, einseitig MÄNNLICH orientierten Denkweise zu kämpfen gehabt....

Die "Muttermale" habe ich bei Friedrich Engels geklaut. Der sprach davon, daß die erste Stufe der neuen Gesellschaft noch mit den "Muttermalen" der alten Gesellschaft behaftet sein wird. Diese resultieren wesentlich aus der Trägheit des Denkens, das sich nicht so schnell auf die neuen Bedingungen einstellen kann.
 
eine streng wissenschaft-liche Analyse ist gefragt
Im Augenblick ist es irgendwie verpönt, Worte wie "Marxismus", "Sozialismus" und "Kommunismus" in den Mund zu nehmen. So leid es mir tut, aber ich kann diese Abneigung nur als Vorurteil gegen die Wissenschaft bezeichnen. Ein echter Wissenschaftler  (Philosoph, Historiker, Soziologe, Ökonom) sollte in der Lage sein, die unter diesen Begriffen angebotenen wissenschaftlichen Theorien auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen - ohne jeden ideologischen Vorbehalt, ohne Emotionen, ganz rational, vor allem auch mit der Fähigkeit, zwischen der Wissenschaft und den praktischen Fragen der Umsetzung dieser Theorien genau zu unterscheiden. 

So, wie man die Erkennntisse der Wissenschaft auf dem Gebiet der Kernspaltung nicht verurteilen kann, weil es Atombombenabwürfe gegeben hat und Kernkraftwerke Katastrophen auslösten, so wie man die Autos nicht abschafft, weil es Unfalltote gibt, so wenig sollte man eine  ökonomische und  philosophische Theorie danach beurteilen, welche Fehler bei ihrer Umsetzung gemacht wurden!
eine "weiblich-marxistische" Analyse
Meine Analyse wird vielen nicht gefallen. Das ist logisch, denn ich durchbreche mit ihr sämtliche Denkschablonen, unter denen die Idee des Sozialismus bisher analysiert wurde:
entweder aus "marxistisch-leninistischer" Position
oder aus der Position des Kapitals.
Auch andere Denkströmungen haben sich mit der Idee des Sozialismus auseinandergesetzt, ohne sie wirklich verstanden zu haben: Christen, Feministinnen, Künstler, ...
Ich weiß nicht, wie viele Analysen zur und Sichtweisen auf diese Idee es gibt.
Eine Analyse aus "weiblich-marxistischer" Position ist  mir bisher nicht bekannt.

Mein Hauptkritikpunkt ist, daß dieses Gesellschaftskonzept Gegensätze in der Gesellschaft in einer Form spiegelt, die bei seiner Umsetzung automatisch "Feinde" produziert: der Kapitalist, der Militarist, der Soldat eines kapitalistischen Landes wurde so geradezu automatisch zum Feind erklärt.

Der zweite große Fehler
war aus meiner Sicht, daß Menschen im Sozialismus, die nicht der herrschenden (!) Weltanschauung (dem dialektischen Materialismus, wie sich das philosophische Grundkonzept nannte, eine wissenschaftlich-atheistische Philosophie) anhingen, ebenso automatisch zu "Feinden" wurden. Besonders hart traf dieses Feindbild die Christen, die automatisch damit zu Menschen zweiter Klasse wurden, immer beargwöhnt, immer irgendwie nicht ganz "sozialismustauglich".

So kann keine  moderne, zukunftsfähige Gesellschaft funktionieren: die Ausgrenzung "feindlicher" Menschengruppen ist typisch für patriarchale, männlich gedachte Gesellschaftsstrukturen der Macht und Gewalt.
Diesem Mischmasch an modernem und veraltetem Denken war schwer beizukommen. Automatisch wurde jede - selbst die sorgenvollste, bestgemeinte - Kritik zum "feindlichen Angriff". Eine Gesellschaft, die  nicht in der Lage ist, alle Kritik - auch die böseste, feindlichste (!) - anzuhören und daraus  zu lernen, wird selbstgefällig und verfällt so der Stagnation.

Als das Umdenken der Führung in der DDR in den 80er Jahren begann, war es längst zu spät.
Erst nach der Wende stieß ich auf ein Buch, in dem das weibliche Denken und das Konzept des Sozialismus eine wunderbare Verschmelzung erfuhren:
Erich Fromms "Kultbuch"
"Haben oder Sein -
Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft"
Was ist der Maßstab für Fortschritt?
Die Kulturgeschichte, der Fortschritt in der Entwicklung der Menschheit läßt sich an verschiedenen Kriterien messen. Während Ken Wilber  (das ist der mit dem "Vögele es oder töte es") meint, der Fortschritt der Kulturgeschichte der Menschheit läßt sich an der "Zähmung des Testosterons" messen, meinte Friedrich Engels, daß Fortschritt nur dann und dort passiert, wo die Menschen - individuell, als Gruppen, Völker und als Menschheit insgesamt -  einen höheren Freiheitsgrad erreichen: und er meinte damit mehr Handlungsspielraum für das, was sie tun.
Eine Analyse des Sozialismus muß also davon ausgehen, wie man Fortschritt definiert. Koppelt man ihn an den Begriff "Freiheit", steht nicht nur die Frage zur Debatte, ob der reale Sozialismus mehr oder weniger Freiheit für den Einzelnen sichern konnte als der reale Kapitalismus, sondern es steht auch die Frage, ob dieser Sozialismus (der ja laut Kritikeraussagen "kein richtiger Sozialismus" war) in seiner Potenz, in seinen Möglichkeiten, in seinem Spielraum, seinem theoretischen Konzept und seinen praktischen Entwicklungsmöglichkeiten langfristig mehr Freiheit garantieren kann als der Kapitalismus.


Ausführlichere Informationen biete ich auf meiner Website www.heitere-zukunft.de - klick hier:

zur Seite Atomisierung in www.heitere-zukunft.de
Das "Reich der Freiheit"
Zumindest was den "realen Kapitalismus" betrifft, sehe ich, daß er gerade dabei ist, bisherige Freiheiten immer mehr einzuschränken. Das im Grundgesetz der Bundesrepublik noch garantierte "Grundrecht" auf freie Wahl des Arbeitsplatzes ist durch Hartz IV schon seit Jahren ausgehebelt worden und  bewirkt letztendlich Freiheitseinschränkungen für Millionen Menschen.   Wenn dann noch von "Kauflust" der Menschen geredet wird, fühlt sich jeder, der mit den  entwürdigend dargereichten Almosen dieser Gesellschaft auskommen muß, verarscht.
Die "Sicherheitspolitik" erlaubt Zugriff auf Privatdaten in einem Umfang, der nicht mehr mit dem Begriff der "Freiheit" und "Demokratie" kompatibel ist.

Damit dürfte das Ende der "Freiheit im Kapitalismus" besiegelt sein. Somit ist die Überprüfung des Freiheitskonzeptes des Sozialismus ein Teil der Suche nach Alternativen.

Friedrich Engels sprach davon, daß mit dem Übergang zum Kommunismus die Menschheit aus ihrer historischen Vorstufe in ihre eigentliche Entwicklungsphase eintreten wird - in das "Reich der Freiheit".   Dieser Vision muß man erst einmal etwas entgegenstellen können, wenn man heute als Politiker wagt, das Wort "Freiheit" in den Mund zu nehmen.
5. Zukünftige Intellligenz - männlich geprägt?
Ganz was neues   ...
Kürzlich wurden wir von Nachrichten über eine  Studie beglückt, in der  (wieder einmal) herausgefunden worden war, daß Jungen in Mathematik besser sind als Mädchen.  Mädchen können zwar besser lesen, aber in Mathematik sind sie "schlechter" .
Allerdings gehen trotzdem mehr Mädchen als Jungen aufs Gymnasium und mehr Jungen als Mädchen in die Hauptschule. Sofort erhob sich ein Geschrei, daß Jungen - folglich - in der Schule "benachteiligt" werden. Schuldige wurden schnell benannt: die Erzieherinnen im Kindergarten und die Grundschullehrerinnen ziehen Mädchen vor.

Nun erreichte mich am 23. 6. 2009 ein Newsletter des P.M. - Magazins, der  berichtete (Zitat):
geschrieben im Juni 2009

Siehe auch auf der Startseite die Bemerkung:
"Jungen sind besser in Mathematik als Mädchen!"
 
COMPUTERSPIELE
Die Zukunft der Intelligenz
Von "World of Warcraft" bis zu "Spore": Heutige Computerspiele sind viel mehr als bloße Unterhaltung. Sie machen unseren Geist fit für die Anforderungen des 21. Jahrhunderts, glauben immer mehr Wissenschaftler."

Auf der Webseite dann war  in dem Auszug aus dem ganzen Artikel (den man auch einzeln kaufen kann, wenn man das ganze Magazin nicht haben will) zu finden:
"Rund 11,5 Millionen Menschen weltweit spielen »World of Warcraft«. Als waffenstarrende Krieger oder trickreiche Magier streifen sie durch die Zauberwälder von Azeroth, um ihre Aufgaben, ihre »Quests«, zu erledigen. Oder sie hocken in mittelalterlichen Tavernen, um sich über die lohnendsten Jagdgründe, die besten »Gilden« und die mächtigsten Zauberwaffen zu unterhalten. Sie erlernen Berufe, treiben Handel, plündern, organisieren Schlachtzüge oder helfen anderen Spielern, die in Schwierigkeiten stecken. Oft Hunderte von Stunden lang – mehrere Stunden täglich. "
Am Rande bemerkt: eine Teilüberschrift lautete
"Töten kann anspruchsvoll  sein" - also doch:
"Vögele es oder töte es!"-?

Verzapft hat den Artikel ein gewisser Thomas Vasek.
... oder nur alter Wein in neuen Schläuchen?
DAS ist die Herausforderung an die Intelligenz der Zukunft? Daß ich nicht lache!

Wer ist übrigens gemeint mit "unser", deren Geist da fit gemacht werden soll für Anforderungen der Zukunft? Soviel ich weiß, sind es vorwiegend Jungen und Männer, die sich diesen  virtuellen Kriegen und Kämpfen hingeben.

Eine Feministin alten Schlages würde aufschreien:
"Ja, da haben wir es  - mit  dieser These soll nur das alte männliche Denken in seiner Vormachtstellung zementiert werden."

Meiner Meinung nach sind die Schreiberlinge solcher Texte nur nicht informiert genug über das sogenannte "weibliche Denken" und dessen Zukunftsfähigkeit.

Meine These sei noch einmal genannt:
Die Menschheit geht unter, wenn sie es nicht schleunigst schafft, sich aus dem einseitig-männlichen Denkschema zu befreien und endlich das weibliche Denken als gleichberechtigt-ebenbürtig in politische Entscheidungen einzubeziehen.
Natürlich gilt das auch für alle anderen Bereiche des Lebens.


Dieses "weibliche" Denken lernt man - sorry - nicht bei Computerspielen, sondern nur im realen Leben.
 
PS
Warum Mädchen schlechtere Leistungen im Fach Mathematik in der Schule zeigen, hat eine ganz einfache, simple Begründung. Doch ich wette, die wird schwer anzuerkennen sein:
Mathematik-Methodik ist auf das Denken der Jungen bzw. auf männliches Denken zugeschnitten. 

Es gibt eine Behauptung über Mathematik (bzw. über das, was in der Schule unter diesem Begriff gelehrt wird), deren Quelle ich noch suche und die besagt, daß beim mathematischen Denken deshalb viele Menschen (beide Geschlechter)  Schwierigkeiten haben, weil das Gehirn damit unterfordert (!) ist. Es möchte eigentlich komplexer, anspruchsvoller denken.

Die Behauptung, daß der Mathematikunterricht auf das "männliche Denken" zugeschnitten ist, möchte ich hiermit aus eigener Erfahrung ausdrücklich bestätigen: mir fiel Mathematik deshalb so leicht, weil ich diese Denkmethode beherrsch(t)e.

Drastisch ausgedrückt, ist die Bemerkung von den besseren Leistungen der Jungen in Mathematik etwa vergleichbar mit:
"Jungen können besser im Stehen pinkeln."
Im Buch
"Das Mathe-Gen"
von Keith Devlin
(dtv)  habe ich diese Aussage nicht direkt gefunden. Aber das Buch empfiehlt sich sehr im Zusammenhang mit dieser Frage.
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