| 1. Was Schwesterchen in dem Rauschen hören kann |
Als beide an den Bach kommen, hört Brüderchen nichts, aber Schwesterchen hört „den Bach sprechen“. Sie kann die Informationen, die dem Wasser aufgeprägt sind, hören, aufnehmen, „wahr“-nehmen. Sie hat einen „Sinn“, ein „Ohr“ für diese Informationen. Das Brüderchen ist „taub auf diesem Ohr“.
Der Bach, der von der Hexe verändert wurde, hat diese Veränderung gespeichert und gibt die Information darüber ständig ab. Der Bach sagt, daß er verändert wurde, daß er gefährlich geworden ist. Er warnt die Menschen mit seinen Signalen. Es ist anzunehmen, daß es Signale sind, die nicht in „wörtlicher“ Form gesendet und empfangen werden. Es könnte das sein, was „Intuition“, „unterbewußte Wahrnehmung“, „Gefühl aus dem Bauch“ genannt wird.
Schwesterchen sagt, was es hört, dem Brüderchen. Die Frau „übersetzt“ aus der wortlosen Sprache des Baches in die Wort-Sprache des Mannes. |
Den Informations-Aspekt des Wassers erforschen inzwischen auch Wissenschaftler. Irgendwann werden sie wohl gelernt haben, die "Sprache" des Wassers zu verstehen. Das Märchen scheint mehr Wahrheit zu enthalten, als man anfänglich vermuten mag. |
| 2. Die "weibliche" Seite des Mannes |
Der glaubt ihr nicht, denn was sie sagt, gefällt ihm nicht, ist seinem Interesse – nämlich zu trinken – hinderlich. Er hört nicht auf sie und wird zum Tier, verwildert. Vielleicht kann auch der Mann „hören“, was in dem Rauschen verborgen ist? In der Sprache der modernen Psychologie heißt das: Der Mann verleugnet seine „weibliche Seite“, er muß sie wieder zulassen. Solange er das nicht tut, bleibt er, menschlich gesehen, nur ein „halber Mensch“. Wenn er „ganz“ werden will, „heil“ werden, muß er sich auf die Suche machen. Diese Suche ist sehr schön beschrieben in dem Buch des Partnerpsychologen Hans Jellouschek: „Die Froschprinzessin – Wie ein Mann zur Liebe findet“, Kreuz Verlag Stuttgart 2001, ISBN 3 7831 1940 5. Das Buch ist auch für Frauen sehr lesenswert, denn es gibt einen tiefen, warmherzigen Einblick in die zerrissene Psyche des Mannes. |
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| 3. Die kluge Müllers-Tochter |
Das Märchen von der klugen Müllerstochter und die daraus entstandene Oper „Die Kluge“ sind sicher bekannt: Der Vater findet auf dem Acker einen Mörser, will ihn zum König bringen, die Tochter rät ab, der Vater tut es trotzdem und es passiert, was die Tochter vorausgesehen hat: der Vater wird eingesperrt, weil der König auch noch den Stößel verlangt. „Ach hätt́ ich meiner Tochter nur geglaubt.“ jammert der Vater, der König hört́ s und will das kluge Mädchen kennenlernen. Der in der DDR gedrehte Märchenfilm mit Cox Habema und Eberhard Esche in den Hauptrollen ("Wie heiratet man einen König'" - als DVD erschienen in der Reihe "Die Welt der Märchen", Best.-Nr. 19012 bei ?? DVD-Video?) hat dieses Thema übrigens sehr heiter behandelt: die Bewunderung des Königs für das kluge Mädchen, sein inneres Ringen zwischen Liebe und Machtanspruch werden wunderbar deutlich, ebenso wie die Freude der beiden an den gemeinsame geistigen Genüssen.
Mir kommt es bei dieser Geschichte auf eine Komponente weiblichen Denkens und Wissens an, die in diesem Märchen sehr schön sichtbar gemacht wird:
Die Aufgaben, die der König der Müllerstochter stellt, sind im Rahmen der („männlichen“?) formalen ja-nein-Logik, im Rahmen des linearen Denkens nicht lösbar. Die Frau überwindet diese unrealistische Logik, indem sie zeigt, daß es zwischen dem „ja“ und „nein“ noch eine dritte Möglichkeit gibt: nicht gelaufen und nicht gefahren; nicht nackt und nicht angezogen; nicht auf dem Weg und nicht neben dem Weg, nicht mit Geschenk und nicht ohne Geschenk ...
Sehr schön an dieser Geschichte ist auch, daß die liebende Frau, als der Mann sie aus dem Schloß wirft, sie jedoch das "Liebste" mitnehmen darf, ihren Mann wählt. Auch wenn er sich noch so arrogant-machtsüchtig verhält - sie liebt ihn trotzdem, hält zu ihm und bringt so die Geschichte zu einem glücklichen Ende:
Auch das ist "typisch weiblich".
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| 4. Das Lexikon "Das Geheime Wissen der Frauen" - der Zukunftssinn |
In diesem Lexikon gibt es einen interessanten Hinweis auf weibliches Denken und Wissen, das Männern im allgemeinen nicht gegeben ist:
„Nach einer Theorie von Gilder können nur wenige Männer eine psychologische Reife erlangen, wenn sie nicht eine intime Beziehung mit einer Frau eingehen, durch die sie eine lebendige Verbindung mit dem Zukunftssinn erleben.
Die Frau hat »als Teil ihrer besonderen Sexualität
einen Sinn für die Zukunft: eine Empfindung für Entwicklung und Wachstum, die Neigung, Vergnügungen zugunsten zukünftiger Vorteile aufzuschieben, ein Gefühl für die Phasen und Abschnitte des Lebens, Verständnis für den Wert des einzelnen menschlichen Wesens. Diese Empfindungen sind die eigentliche Grundlage der menschlichen Moral.«“ ( Hervorhebungen von mir – B. K.) |
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| Männer können über ihre Vater-Rolle Anteil am Zukunftssinn erhalten. |
Kinder sind die Zukunft. Frauen sind in besonderem Maße über das Kinderkriegen und Kinderbetreuen mit Zukunft verbunden, ausgeprägter als Männer auf der biologischen Ebene.
Menschen können sich jedoch über ihre biologische Funktion hinaus entwickeln. So ist der "Vaterinstinkt" vielleicht nicht ausgeprägt, doch die "Vaterrolle" im sozialen Bereich können Männer sehr gut ausfüllen: sei es als Lehrer, Trainer, Lehrmeister, als "väterlicher Freund", als junge Menschen inspirierender Wissenschaftler, Philosoph oder Künstler.
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Zur Frage, wie wieder mehr Kinder geboren werden können in Deutschland - siehe in Klatschweib / Einmischung: Kinder |
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Das schöne an dieser Rolle ist, daß sie jenseits biologischer Bande und unabhängig von ihnen funktioniert. (Am Rande: oft können Männer sich ihrer biologischer Vaterschaft nicht sicher sein - vom untergeschobenen "fremden" Kind bis zum Verschweigen der Vaterschaft durch die Mutter ist ein weites Feld.) |
Klick auf das Logo, um zur entsprechenden Seite auf www.heitere-zukunft.de zu kommen: |
| Die wichtigste Aufgabe für die Zukunft |
Ich halte diese soziale Vater-Rolle für so wichtig für die Zukunft der Menschheit, daß ich ihr unter dem Namen "Josef-Prinzip" auf meiner Webseite www.heitere-zukunft.de einen gesonderten Platz eingeräumt habe. Das sei hier nur erwähnt, noch arbeite ich an den entsprechenden Texten. |
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| 5. Der Film "Chocolat" - und die Fähigkeit, sich in die Situation eines anderen Menschen zu versetzen |
In dieser Filmkomödie geht es um eine Außenseiterin, Vianne, in einem französischen streng katholischen Dorf Ende der 50er Jahre. Sie eröffnet eine Chocolaterie, mitten in der Fastenzeit. Die Menschen entgleiten zunehmend dem Sittenwächter und Bürgermeister der Stadt. Der sieht in ihr die "Versuchung des Teufels". Eines Tages dringt er in ihr Geschäft ein, zerstört die kostbare Schaufensterauslage. Doch dabei gerät ihm ein Stück Schokolade auf die Lippen, er erliegt der "Sünde", schlingt bis zur Erschöpfung Schokolade und Trüffel in sich hinein, schläft ein. Als er erwacht, steht Vianne vor ihm, reicht ihm ein Getränk, wohl mit Natron oder ähnlichem. Sie schimpft nicht mit ihm, sie schreit nicht nach Gerichtsbarkeit und Schadenersatz. Sie sagt nur: "Ich werde es niemandem verraten."
Sie hatte sich - typisch weiblich - in seine mißliche Lage hineinversetzt, ihn verstanden, ihm jede Peinlichkeit erspart, ihm geholfen, mit Anstand den Platz zu verlassen. |
Chocolat ... ein kleiner Biss genügt!
Film mit Johnny Depp und Juliette Binoche |
| 6. Erfahrungen und Beweise |
Vieles Wissen ist längst bekannt, wird jedoch oft von der Wissenschaft nicht akzeptiert, weil es nicht "bewiesen" ist. Wenn es dann gelungen ist, diesen Beweis mit den Methoden der Wissenschaft zu führen, wird er als großer wissenschaftlicher Erfolg hinausposaunt. Sicher gibt es vieles, was behauptet wird und sich bei einer wissenschaftlichen Prüfung als unexakt oder sogar falsch herausstellt.
Empirisches Wissen deshalb zu ignorieren oder herabzuwürdigen, dürfte nicht der erkenntnisoffenste Weg sein.
Was schafft die Wissenschaft letztendlich - wie im nebenstehenden Beispiel? Sie kann nur empirische Vermutungen und Erfahrungen quantitativ bestätigen oder nicht. Der Anstoß kommt jedoch "von außen".
Vieles empirisches Wissen, viel "weibliches Wissen", wartet immer noch darauf, die Hürde der Ignoranz und Arroganz der Wissenschaft zu nehmen und endlich wissenschaftlich ausgewertet zu werden. |
Vor Jahren wurde in der Presse informiert, daß eine "Studie" nun "bewiesen" habe, daß Kinder im Vorschulalter nicht so krankheitsanfällig sind, wenn sie nicht in einer sterilen, superhygienischen Umgebung aufwachsen, wenn sie barfuß auch bei kaltem Wetter laufen usw. Die Erkenntnisse dieser Studie dürften kaum eine Kindergärtnerin überrascht haben. ... |
| 7. Dachte Jesus weiblich? |
Eine ähnliche Geschichte wie in "Chocolat" gibt es in der Bibel, im Neuen Testament. Jesus kommt nach Jericho. Der dortige Oberzöllner Zachäus, der sich schamlos an den Juden bereichert hat, will Jesus sehen, klettert auf einen Maulbeerbaum. Jesus sieht ihn und die Situation ist für den unbeliebten Zöllner ziemlich peinlich. Jesus tut das einzig mögliche, ihn aus der mißlichen Lage zu befreien. Er bittet ihn, herunterzusteigen, damit er, Jesus, in dessen Haus einkehren kann. Die anderen murren, daß er bei einem Sünder einkehrt. Jesus macht dem Zachäus keinerlei Vorwürfe. Er ehrt ihn, indem er mit ihm redet, und nimmt so den anderen die Möglichkeit, über den Zöllner zu spotten. Ganz von sich aus wollte der später all seine Fehler und Verbrechen wieder "gut machen".
Es gibt Stimmen unter feministischen Theologinnen, die behaupten, Jesus sei wegen dieser seiner "weiblichen" Art zu denken und zu handeln ermordet worden.... |
siehe
Bibel, Neues Testament, Lukas, Kapitel 19,
Vers 1 - 10
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