| 1.Rechenschafts-Pflicht |
Die erste Erinnerung an Gott und Kirche ist eine beängstigende. Ich bin Blumenmädchen bei der Hochzeit meines Patenonkels, vier Jahre alt. Die Kirche macht mir Angst, ich renne zu meiner Großmutter in eine der hinteren Reihen und verstecke mich. Noch heute sehe ich dieses Bild vor mir: die schrecklich hohen und dunklen Seitenteile der langen Bankreihen rechts und links, die vielen Menschen.
In dieser Kirche in Leetza bin ich getauft worden. Anders als in anderen evangelische Kirchen gab es über dem Altar sieben kleine geschnitzte und bunt angemalte Heiligenfiguren, auch Maria mit dem Kind war dabei. Sicher stammten sie noch aus der Zeit, als die Gemeinde katholisch war. Luther soll einmal in dieser Kirche gepredigt haben. Außerdem waren da noch zwei große, sich gegenläufig in wunderschön gerundeten Spiralen windende Säulen, die wie Marmor aussahen, jedoch wohl ebenfalls bemaltes Holz waren. Man sieht äußerste selten Säulen in dieser Form.
Wir Kinder wurden beizeiten angehalten, abends zu beten und unsere Sünden und Fehler dem lieben Gott mitzuteilen, der uns - so wurde gesagt - den ganzen Tag beobachtet und sowieso alles weiß, was wir tun. Darin hatte er durchaus Ähnlichkeit mit unserem Vater, der auch über jede Handlung Rechenschaft fordern konnte. Unser Vater konnte uns für die kleinsten Fehler strafen und tat dies mitunter recht heftig. Angeblich strafte Gott die Sünder auch. Was lag näher, als die Abnabelung vom dominanten Vater parallel laufen zu lassen mit der Abnabelung vom Glauben? |
Bertolt Brecht erzählte in einer seiner Keuner-Geschichten (aus dem Gedächtnis zitiert):
Eines Tages kam ein Mann zu Keuner und fragte ihn, ob es einen Gott gäbe. Keuner fragte zurück, ob sich denn das Verhalten des Mannes ändern würde, je nachdem, welche Antwort er erhielte. "Falls ja, haben Sie sich schon entschieden:
Sie brauchen einen Gott!"
Andersherum könnte es sein, daß Menschen "keinen Gott" brauchen, daß sie dem Atheismus z. B.deshalb anhängen, weil der ihnen ein bequemeres Leben ermöglicht? Einen ähnlichen Verdacht hat Platon schon dem Sokrates in den Mund gelegt. |
| 2. Christen-Lehre |
Von der ersten Klasse an besuchte ich wie alle meine Mitschüler und Mitschülerinnen die Christenlehre, die übrigens in den Räumen unserer Schule stattfand, nur zwei Häuser von meinem Zuhause entfernt - ein herrlich kurzer Schulweg. Der Kindergarten befand sich noch ein Haus weiter im Pfarrhaus, das wiederum direkt neben Kirche und Friedhof stand.
Auf den Friedhof mußten wir regelmäßig gehen, die Gräber zu gießen: das Grab meiner unbekannten Mutter, die noch vor meinem zweiten Geburtstag gestorben war, das meiner kleinen Schwester, die zwei Tage nach der Geburt starb, und die Gräber der Urgroßeltern.
Die Hochzeitsfeiern waren so schön in der kleinen Kirche, daß ich noch in der 5. Klasse meinte, später nur einen Mann heiraten zu können, der ebenfalls Christ ist.
Einmal unterhielt ich mich mit meiner Großmutter über das Sterben. Ich meinte, sterben sei nicht das schlimmste, schlimmer sei wohl, wenn man "ganz schlimm krank" sei, immer nur Schmerzen und keine Hoffnung auf Heilung habe. Obwohl sie streng gläubig war, also an ein Leben nach dem Tod glaubte, rief sie ganz entsetzt: "Kind, versündige dich nicht! Sterben ist das schlimmste."
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In der Christenlehre war es eigentlich sehr interessant: wir sangen, malten, bekamen Geschichten erzählt, die spannend waren. Daß das ein hervorragender Ethikunterricht war, sagte uns niemand. Ich glaube nicht, daß ich in diesen ersten Jahren Widersprüche sah zwischen dem Lehrplan der Schule und dem, was uns in der Christenlehre vermittelt wurde. Mehr noch, ich denke, daß diese Stunden mich sehr stark geprägt haben: Güte, Barmherzigkeit und Nächstenliebe statt Gewalt, Egoismus und Krieg - hier trafen sich vielleicht schon ein erstes Mal weibliches Denken und Religion. |
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| 3. Jugendweihe und Konfirmation |
Dann, mit Beginn der 6. Klasse (1963), zog ich zu meiner anderen Großmutter, "Großmama" nach Wittenberg. Da ich die wichtigsten Bücher der Gemeindebibliothek des Dorfes schon zweimal gelesen hatte und die Bibliotheken in Wittenberg lockten, stimmte ich dem Vorschlag mit höchster Begeisterung zu. Doch in Wittenberg war auch der Glauben nicht mehr so selbstverständlich wie auf dem Dorf. Die Christenlehre fand völlig getrennt von der Schule statt. Die Schule war eine Ganztagsschule, in der die Kinder bis zum 8. Schuljahr auf freiwilliger Basis nachmittags betreut wurden und oft gar nicht wußten, in welche Arbeitsgemeinschaft sie zuerst gehen sollten: ich war abwechselnd in der Gitarrengruppe, in einer Tanzgruppe, der Laienspielgruppe und während der ganzen drei Jahre in der Mathe-Arbeitsgemeinschaft und im Chor (jede Schule hatte einen Schulchor) aktiv. Nebenbei las ich - angeleitet und mit riesigem Interesse - in der 7. Klasse Friedrich Engels "Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen".
Christenlehre fand in einem Seitentrakt der Lutherhalle statt - am späten Nachmittag, nach den Arbeitsgemeinschaften und es nahm nur ca. die Hälfte der Schüler meiner Klasse daran teil.
Viele schwänzten und viel Anreiz hatte ich auch nicht, dort hinzugehen. Die Widersprüche zu dem in der Schule gelehrten Wissen (das ich unbesehen glaubte) wurden immer deutlicher, die "Wunder" in der Bibel waren aus physikalischer Sicht "Märchen", die physische Trennung von meinem Vater, den ich nun fast nur noch an den Wochenenden zu Gesicht bekam, entfremdete mich wohl auch von meinem "himmlischen" Vater.
Doch meine Großmutter auf dem Dorf, die Mutter meiner Mutter, erwartete, daß ich mich konfirmieren ließ, also ging ich brav weiter zur Christenlehre und bereitete mich auf die Konfirmation vor.
Im 8. Schuljahr fand jedoch erst einmal die Jugendweihe statt. Eine Vereinbarung zwischen Staat und Kirche beinhaltete, daß die Kinder an beiden Veranstaltungen teilnehmen konnten. Da der Jugendweihe-Eid kein direktes atheistisches Bekenntnis verlangte, war das auch kein Problem. Mit der 9. Klasse wechselte ich zur "EOS" (dem DDR-Gymnasium), war dort mit Schülern zusammen, von denen noch weniger gläubig waren. Eigentlich wußten wir kaum noch voneinander, wer christlichen Glaubens war, es interessierte mich auch nicht. Die Konfirmation in der 9. Klasse erhielt ich in der alten Gruppe von Konfirmandenschülern. Zu dieser Zeit hatte ich mich bereits weit vom Glauben entfernt, ohne daß ich den Zeitpunkt benennen kann, ab dem ich wirklich aufgehört hatte, "an Gott zu glauben". Für mich war die Religion eine veraltete, unwissenschaftliche Sache, die einfach nicht mehr zeitgemäß war, zurückgeblieben gegenüber dem modernen Wissen. Daraus ergab sich meine Haltung Christen gegenüber: nette Menschen, aber eben nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Bewundernswert fand ich ihren Ethos, ihre Sanftheit und Freundlichkeit.
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Unverständlich war mir, warum die Christen in der DDR so feindselig behandelt wurden.
War der Sozialismus nicht eine Gesellschaft, die "für alle" da zu sein hatte?
Woher sollte ich damals wissen, daß dieser Konflikt nicht aus dem Wesen des Sozialismus, sondern einfach männlich-polarem Denken entsprang?
Der Glaube an Gott war nicht sozialismusfeindlich. Menschen, die an Gott glaubten, konnten durchaus - wie ich es ja bei meiner Großmutter erlebt hatte- dem Sozialismus wohlwollend gegenüberstehen. Doch wenn man sie so vor den Kopf stieß, wie es damals geschah, ...
Heute bin ich mir sehr, sehr sicher, daß die Ausgrenzung der Christen wesentlich mit Schuld trug am "Scheitern des Sozialismus in der DDR". |
| 4. Großmama - Christin und Kommunistin |
Angesichts des heftigen Kampfes, den sich Christen und Kommunisten in der DDR ansonsten lieferten, mag es erstaunen, wenn ich von meiner Großmutter erzähle, die diese beiden Weltbilder auf harmonische Art und Weise zu vereinen wußte: vom Kommunismus nahm sie alles Diesseitige: der Kampf gegen Ausbeutung, Unterdrückung, Krieg und Ungerechtigkeit und für eine bessere Zukunft der Menschen. Seine a-theistische Philosophie, die Ablehnung der Existenz eines Gottes interessierte sie nicht, störte sie nicht, war für sie nicht einmal einer Diskussion wert. Na gut, jeder sollte nach seiner Fasson selig werden und wenn diese Kommunisten meinten, daß es keinen Gott gäbe - bitteschön, ihre Sache. Das machte den Kommunismus nicht schlechter in ihren Augen. Andererseits waren die Wertvorstellungen von Jesus für sie durchaus mit den Zielen und Werten der Kommunisten vergleichbar.
Sie selbst ging zwar nicht mehr in die Kirche, bekam jedoch regelmäßig Besuch von einer "Braut Jesu", wie sich die ältere Dame nannte, die uns immer die "Frohe Botschaft", ein kirchliches Informationsblatt, brachte.
Wir lebten in äußerst bescheidenen, besser gesagt, in den ärmlichsten Verhältnissen, die man sich damals denken konnte. Oft war sogar das Essen knapp. Meine Großmutter strickte täglich stundenlang und verdiente ein paar Pfennige hinzu. Als dann die Kirche mit Forderungen kam, Kirchensteuer zu bezahlen, erklärte sie ihre Zahlungsunfähigkeit. Es kam zum Konflikt, an dessen Ende ihr Rauswurf aus der Kirche stand. Sie litt sehr darunter.
Sie blieb trotzdem Christin, auch ohne Kirchenmitgliedschaft. |
Es tut mir leid, wenn ich schon wieder extremes berichte. Solche Geschichten wie diese waren absolut nicht typisch für die damalige Zeit. Aber es scheint, als mußte ich solche Erfahrungen machen, als würde ich all diese Erlebnisse "anziehen", "ansaugen", damit sie mir Nahrung für späteres Nachdenken gaben.
Eine Freudin hat in ihrer Kindheit diese Problematik wesentlich schlimmer erfahren: ihr Vater war überzeugter Atheist, die Mutter Christin. Der Vater durfte nicht wissen, daß die Mutter die Tochter im christlichen Sinne erzog.
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| 5. Der "wissenschaft-liche Atheismus" |
Schulbildung und Universitätsausbildung in der DDR basierten auf einem strengen Atheismus, der als "wissenschaftlich" deklariert wurde und somit jenseits jeglicher Kritik stand. Erkenntnistheoretisch ist Atheismus (siehe weiter unten: "Die Gottesformel und Gottes Nesthäkchen") ein sehr interessantes Phänomen, vor allem aus weiblicher Sicht. Die allgemeineren Gedanken zu dieser Frage werde ich später in der "Weisen Alten" (Thema "Spiritualität") ausführlicher behandeln. Hier geht es nur um meine privaten Erfahrungen und Denkanstöße.
Die Zeit zwischen dem Ende des Studiums und der Wende beschreibe ich in " Selbst denken". Dort steht auch, wie es kam, daß ich Lektor in der Bildungsstätte der SED-Kreisleitung Wittenberg wurde. In dieser Tätigkeit hatte ich im Jahr 1986 ein schockierendes Erlebnis, das mich in eine tiefe Krise stürzte:
Auf einer Anleitung von FDJ-Propagandisten in der Bezirkshauptstadt Halle in Vorbereitung der nächsten FDJ-Studienjahre ging es um eben diese Grundfrage der Philosophie (siehe rechte Spalte). Ich saß ziemlich weit vorn im Raum und mußte mich umdrehen, als sich einer der reiferen Herren (ich war noch relativ jung in der Gruppe, 34 Jahre alt) zu Wort meldete: Er outete sich als Staatsbürgerkundelehrer (was für ein Horror - der Stabü-Lehrer als FDJ-Propagandist!) und erzählte stolz, wie er einer Schülerin, die sich offen zum Christentum bekannte, in der Abiturprüfung die "Grundfrage der Philosophie" als Thema gegeben habe. Diese habe das Thema sachlich richtig beantwortet, auch gesagt, wie die marxistisch-leninistische Philosophie diese Frage beantwortete, dann aber habe sie auch noch von sich gegeben, wie sie selbst diese Frage beantwortet. Darauf hin - so dieser Mann - "habe ich diese Prüfung natürlich (!) sofort abgebrochen."
Mir ging es einskalt durch den ganzen Körper. Ohne weiter nachzudenken, drehte ich mich direkt zu diesem Mann und sagte nur: "Können nur Kommunisten gute Staatsbürger sein?"
Während ich noch sprach, erschrak ich schon über mich: was würde jetzt wohl folgen? Würden die jetzt zur Abwechslung mich auch noch fertig machen? Ich hatte Angst vor der nun zu erwartenden Auseinandersetzung. Wenn ich aufgeregt war, - und das war ich in diesem Augenblick vor Empörung und Unsicherheit wahrhaftig - fehlten mir immer die Worte. Es passierte etwas unglaubliches: es passierte nichts! Der Seminarleiter vorn setzte die Anleitung fort, als sei nichts geschehen, kein Wort zu dem, was der Lehrer gesagt hatte, kein Wort zu mir.
Tagelang grübelte ich über dieses Erlebnis, verstand es nicht. ... (Fortsetzung dieser Geschichte in " Selbst denken ") |
Heute weiß ich, daß nichts "unwissenschaftlicher" ist als Atheismus - die Leugnung eines Gottes. Wissenschaftlich exakt wäre, die "Symptome", die Phänomene, die Gottbilder zu untersuchen und zu fragen, was sie widerspiegeln.
Die marxistisch-leninistische Philosophie, deren Grundlagen auch an der Schule, vor allem in Vorbereitung des Abiturs gelehrt wurden, stellte die "Grundfrage der Philosophie".
Mehr darüber findet sich auf der Seite Grundfrage
Genau betrachtet, war diese Grundfrage eine umgekehrte "Gretchenfrage": "Sag Heinrich, wie hältst du es mit der Religion?"
Noch genauer hingesehen, war in der links geschilderten Episode wieder ein Anlaß gegeben, daß ein sich überlegen fühlender Mann eine Frau "fertig machen" konnte.
Am Rande erwähnt: diese Schülerin hat mein Nachdenken über "Fremdwissen" und "eigenes Wissen" ausgelöst
Die Verfassung der DDR garantierte offiziell jedem Staatsbürger die Glaubensfreiheit.
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| 6. Dürfen Physiker an Gott glauben? |
Zwei Jahre später, 1988, kaufte ich eine Broschüre: Max Planck "Wissenschaft und Glaube - Religion und Naturwissenschaft" Sie sollte noch außerordentlich wichtig für mich werden.
Während des Studium - so erinnere ich mich dunkel - hat die Frage nach der Religion von Physikern in der Geschichte kaum eine Rolle gespielt. Nur einmal wurde - glaube ich - irgendwo erwähnt, daß Einstein eher aus Tradition denn aus religiöser Überzeugung sich zu einem Glauben an Gott bekannte. In der DDR war es oberste Lehrmeinung: ein "richtiger" Physiker muß Materialist sein, er kann gar nicht an Gott glauben. Ein Physiker, der an Gott glaubt, sei ein Widerspruch in sich. Denn seine Erkenntnisse stoßen ihn doch angeblich geradezu auf die "Materialität der Welt". Bis heute ist es Wissenschaftlern bei Strafe ihrer Anerkennung als Wissenschaftler untersagt, die "Hypothese Gott" in ihren Theorien aufzustellen. Irgendwie erscheint mir das jedoch ziemlich schizophren: Physiker dürfen an Gott glauben, aber ihre Theorien müssen "a-theistisch", von vornherein gottverleugnend oder zumindestens gottignorierend sein. Ist diese Spaltung des Wissens und Glaubens überwindbar?
Nun also bin ich endlich bei den spannendsten Fragen, die hinter allem steckt:
Gibt es in der Sprache der Physik die Möglichkeit, über Gott zu sprechen? |
Planck siehe Quellen
Verrückter geht es nicht mehr - das war mir entfallen: jetzt, beim Notieren der Quellenangaben, sehe ich, daß das Nachwort von Prof. Schöpf geschrieben wurde, eben jenem Professor, der mein Interesse an Philosophie geweckt hatte.
Was ich nie für möglich gehalten hätte:
diese Broschüre gab mir den Anstoß und führte mich zu der Erkenntnis, daß die Physik durchaus in der Lage ist, sich dem Begriff "Gott" zu stellen. Es geht um das "Prinzip der kleinsten Wirkung" ...
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| 7. Eine Suche beginnt... |
Es ist schwer, Außenstehenden zu veranschaulichen, wie die Situation damals war: für mich war anfangs in meiner "atheistischen" Phase mein kindlicher Glaube an Gott so etwas wie eine "Kinderkrankheit", ein geistiger Umweg, etwas, das mir nichts genutzt hatte.
Einmal, noch zu DDR-Zeiten, hatte ich ein Gespräch mit jemandem, der als Kind ebenfalls eine christliche Erziehung erfahren und sich dann zum Atheismus bekehrt hatte. Ich hoffte, mit ihm über diese Frage reden zu können:
"War alles, was wir durch Christenlehre und den Glauben erfahren haben, "schlecht", oder hat es auch etwas positives für unsere Entwicklung gebracht?" Er hatte keinerlei Interesse an diesem Thema. So mußte ich wieder sehen, wie ich allein damit klarkam...
Es zeigte sich mir allmählich, daß diese kindlich-christlich-moralische Prägung zur Nächstenliebe und Gewaltfreiheit sowie das geschichtliche und religiöse Wissen ein kostbarer Schatz war. Besonders bei der Erziehung meiner Tochter merkte ich, daß Christentum nicht nur eine religiöse, sondern auch eine äußerst wichtige kulturelle Dimension hat. Als wir einmal in der Gemäldegalerie Alter Meister in Dresden standen und sie nichts von den biblischen Geschichten wußte, die die Basis vieler Gemälde waren, schenkte ich ihr eine Kinderbibel und erzählte ihr hin und wieder kleine Geschichten aus der Bibel. Erst durch diese Erlebnisse begriff ich, daß die schulische Bildung ohne die Vermittlung von Grundwissen zum christlichen Glauben zu einem kulturellen Defizit führt.
Die neue Suche begann im Sommer 1994. Sie führte mich nach Berlin zur Buddhistischen Gesellschaft - mich interessierte diese Religion, die ohne einen Gott auskam. So interessant und wichtig das Wissen war, das ich mir dadurch aneignete, eine "religiöse Heimat" fand ich dort nicht. Das interessanteste war die Haltung der Buddhisten zu den verschiedenen Strömungen ihrer Religion: sie waren der Meinung, daß es für jeden Buddhisten gut sei, sich diese verschiedenen Strömungen anzusehen - eine Haltung, die für Christen bis heute einfach nicht vorstellbar ist: als Wittenbergerin nehme ich den bis heute aktuellen Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten sehr intensiv wahr. Wie soll man ihn erklären? Jesus selbst würde ihn nicht verstehen können. Hat sich hier wieder männlich-polares Denken eingeschlichen: wer ist der Stärkere, wer hat recht? |
Ich weiß, daß vielen gläubigen Menschen das, was ich hier schreibe, ziemlich absurd erscheinen muß und sie meine "Probleme" mit dem Glauben nicht nachvollziehen können. Ich will mit diesen Schilderungen nur zeigen, daß - durch diese Erfahrungen bedingt - für mich weder Wissen noch Glauben ein Garantieschein fürs ganze Leben sind, es durchaus neue Erkenntnisse geben kann, die alles bisher gewußte und bisher geglaubte in Frage stellen können. Anders gesagt, dieser jahrelange Erkenntnisprozeß war eine äußerst spannende, interessante, sehr aktive und letztendlich beglückende Sache, die ich aus heutiger Sicht um keinen Preis missen möchte. |
| 8. Die Christin |
Kurz nach der Wende lernte ich eine Frau kennen, die früher für die Jugendarbeit in der Kirche zuständig war und nun Frauenarbeit leistete. Nach der Wende von allen Seiten ausgegrenzt, erfuhr ich bei ihr zum ersten Mal "trotz meiner Vergangenheit" wieder Akzeptanz als Mensch. Einmal sagte sie mir: "Wenn ich nicht Christin wäre, wäre ich Marxistin."
Sie hat mir in den vielen Jahren unserer Bekanntschaft und späteren Freundschaft sehr viele geistige Anregungen gegeben.
Viele Literaturanregungen verdanke ich ihr, z. B. Erich Fromms "Haben oder Sein", Fritjof Capras "Wendezeit" und - nachdem ich auf die Mystik aufmerksam geworden war - das Buch von Dorothee Sölle: "Mystik und Widerstand". |
Diese Bemerkung: daß man nur Christ oder Marxist sein kann, halte ich für extrem wichtig. In ihr spiegelt sich das Denkschema der formalen Logik sehr schön. Ähnliche Gegenüberstellungen sind häufig
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| 9. Der Jesus-Film |
Am Karfreitag des Jahre 1995 passierte ein für mein Leben äußerst wichtiges Ereignis. Wie bei allen großen Ereignissen war die Wirkung nicht sofort sichtbar, erst Jahre später erkannte ich die ganze Tragweite dieses Tages. Am Vormittag hatte ich eigentlich anderes zu tun als fernzusehen. Der Fernseher sollte nur nebenbei laufen: doch auf 3Sat begann gerade ein Film, der Titel ist mir entfallen:
Jesus in traditioneller Darstellung war zu sehen: ein gütiges Gesicht mit langem blond gewelltem Haar. Dann fährt die Kamera zurück. Während man erkennt, daß hier nur das Spiegelbild eines Schauspielers in der Maske zu sehen ist, reißt der sich die Perücke vom Kopf, eine Glatze kommt zum Vorschein, er weigert sich, Jesus mit den typischen äußeren Attributen darzustellen. Er spielt Jesus mit Glatze - und nie zuvor habe ich einen Jesus-Film gesehen, bei dem ich so sehr von der Handlung mitgerissen wurde. Der Film folgt dem Johannes-Evangelium fast wörtlich. Ich hole die Bibel und lese die Dialoge und Ereignisse streckenweise mit. Am Ende des dreistündigen Filmes sitze ich fassungslos weinend da. ...
Es war die Tragik dieses Mannes, dessen Werte und Ideale sich in 2000 Jahren nicht hatten realisieren lassen, die mich so verzweifeln ließ. Eine Religion, die ihn als Gründer angab, hatte es in einer so langen Zeit nicht geschafft, das Gebot der Nächstenliebe und der Gewaltfreiheit zwischen den Christen durchzusetzen. Waren seine Ideale zu hoch, oder woran lag es? Ich begann, mich intensiv mit diesem Jesus zu beschäftigen - mit dem historischen Menschen. Ich glaubte nicht an Gott, nicht an die Wunder, nur seine ethische Botschaft waren mir wichtig.
Als ich in einem Gesprächskreis im Wittenberger Kulturbund einige Monate später eine kurze Einführung in das Thema "Die Beziehungen von Mann und Frau in der heutigen Gesellschaft" gab, wagte ich aus weiblicher Sicht meine Vorstellungen von Männern, mein "Wunschbild" eines Mannes zu äußern. Ich sagte: "Ein wenig wünsche ich mir den heutigen Mann wie Jesus." - Es ist hier nicht der Ort, ausführlich die Reaktion der männlichen Diskussionspartner wiederzugeben. Nur so viel: ich hatte in ein Wespennest gestochen.... |
Erst wesentlich später stieß ich auf Franz Alts Buch:
"Jesus, der erste neue Mann",
in dem er genau auf diese Frage hinwies: das neue "Männer-Bild" ...
Ich versuchte, mit mehreren Christen über Jesus ins Gespräch zu kommen, vor allem darüber, daß sie es den Menschen außerhalb der Kirche zu schwer machten, sich dem Leben und Werk von Jesus anzunähern.
Nach dem Prinzip "Alles oder Nichts" konnten sie es nicht akzeptieren, daß Atheisten Jesus "nur" als Morallehrer ansehen könnten. Eine schrittweise Annäherung an den Glauben war für sie unvorstellbar: auch das ist ein typisches Beispiel für das "entweder - oder" - Denken, das eher von Männern als von Frauen praktiziert wird. |
| 10. Mystiker |
Im Mai 1995 stieß ich auf eine katholische Frauenzeitschrift. Darin stand ein Satz, der mir sofort das Gefühl gab, auf eine kostbare Weisheit gestoßen zu sein. Zitiert wurde ein mir bis dahin unbekannter Karl Rahner, der - wie ich später erfuhr - katholischer Theologe und Jesuit war: |
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"Der Christ der Zukunft wird
ein Mystiker sein,
oder es wird keinen Christen mehr geben." |
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zu werfen: dort biete ich als Beispiel einen mathematischen "Beweis", der mit Hilfe des "mystischen Erkennens" funktioniert. |
| 11. Christen und Marxisten im Verein |
Irgendwann in dieser Zeit erfuhr ich von einer "Gesellschaft zur Förderung des christlich-marxistischen Dialogs" in Berlin (West). Ich wurde Mitglied und fuhr zu Veranstaltungen nach Berlin.
Freundliche Herren monologisierten über ihre Weltsicht - sehr abstrakt, sehr theoretisch, sehr tolerant. Ein Mönch war dabei, auch der Chefideologe der PDS, Professor Michael Brie war einmal als Gast geladen.
Mein erster Eindruck war, daß sie weit weg von den realen Problemen der Zeit waren und daß es in diesem Dialog wichtigere, praktischere Fragen zu diskutieren gäbe: Was ist jetzt praktisch zu tun? Wie können Kommunisten und Christen gemeinsam für eine friedliche und menschliche Zukunft sorgen?
Ich wollte auch etwas beitragen und hatte mich sehr umständlich vorbereitet. Schon als ich mich outete, weder Kirchenmitglied noch Mitglied der PDS zu sein, erlebte ich eine spannende Situation: keiner der anwesenden "Parteien" war mir nun wohlwollend gesonnt - von beiden Seiten wurde ich mißtrauisch beäugt. Lediglich die Vorsitzende der Arbeitsgruppe "Christen in der PDS" sprach ein paar freundliche Worte mit mir.
So sehr hatte ich gehofft, meine Idee einer "heiteren Zukunft" vorstellen zu können - mitten in meinem kurzen Beitrag wurde mir das Wort entzogen....
Der Herr, der das tat, hatte es nicht einmal aus Höflichkeit für erforderlich gehalten, mich ausreden zu lassen. Daß er und die anderen versuchen würden, mich zu verstehen, war eine totale Illusion. Es ist ein weiter Weg, ehe Frauen in Männergesprächskreisen "ernst" genommen werden. |
Später, 1999, besuchte ich noch eine Veranstaltung dieser Gesellschaft in Dresden, auf der Prof. Friedhelm Hengsbach, Wirtschaftsethiker und Jesuitenpater, sprach. Die Auswertung seiner Rede auf einem Kreisparteitag der SPD, deren Mitglied ich 1996 geworden war, brachte mir Spott und Redeverbot.... |
| 12. Das kirchliche Forschungsheim und die Evolution |
Das kirchliche Forschungsheim in Wittenberg kannte ich noch aus meiner Kindheit. Damals hatte man gemunkelt, daß die Leute dort versuchen, Darwin zu widerlegen. Das empfanden wir dank unserer wissenschaftlichen Schulbildung natürlich als ziemlich albern und zurückgeblieben.
Im Jahr 1996 bot sich die Gelegenheit, dieses Forschungsheim kennenzulernen: eine Ausstellung über seinen Gründer, Dr. Otto Kleinschmidt, lockte mich: ich erfuhr, daß er nicht nur Theologe, sondern auch Ornithologe gewesen war. Die Ausstellung zeigte Details seiner Evolutionstheorie, die er als Wissenschaftler (nicht als Theologe) erarbeitet hatte.
Vielleicht kann ich später an anderer Stelle noch ausführlicher darauf zurückkommen, jetzt geht es nur um die Auswirkungen dieses Besuchs: für fast ein Jahr betreute ich ca. 10 Stunden pro Woche die Bibliothek des Forschungsheimes ehrenamtlich - sie wurde eine neue Fundgrube für meine Leselust. Eine völlig neue geistige Welt tat sich auf: Namen wie Henry Drummond, Pierre Teilhard de Chardin und Rupert Sheldrake begegneten mir erstmals und erweiterten meinen Horizont. |
Das ist die Frage,
kann man das in diesem Fall trennen - wenn jemand beide Berufe hat, Wissenschaftler und Theologe ist:
kann er überhaupt "wissenschaftlich" arbeiten? Wie objektiv bzw. wie stark durch den Glauben vorgeprägt werden seine Erkenntnisse sein?
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| 13. Das Thomas-Evangelium, die Weltformel und Fridolin |
In dieser Zeit stieß ich auch auf das Thomasevangelium und weitere Texte , die nach 1945 in Nag Hammadi in Ägypten gefunden wurden. Auch diese Texte verdienen eine ausführliche Betrachtung (vielleicht später einmal). Doch das wichtigste an ihnen war, daß ich darin einen Satz fand, ohne den ich mein Atommodell nie hätte entwickeln können. Es war, als hätte dieser eine Satz eine Vielzahl von einzelnen Kettengliedern meines bisherigen Wissens zu einem Ring zusammengeführt: an diesem Tag im Juli 1998 las ich: |
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"Wenn ihr die zwei zu eins macht und wenn ihr das Innere wie das Äußere macht und das Äußere wie das Innere und das Obere wie das Untere, und wenn ihr das Männliche und das Weibliche zu einem Einzigen macht, so daß das Männliche nicht mehr männlich und das Weibliche nicht mehr weiblich ist - ... dann werdet ihr ins Reich eingehen." |
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Zitat aus dem Thomasevangelium, Vers 22 |
| 14. "Ich bin, der ich sein werde." |
Natürlich beschäftigte ich mich auch mit der Bibel selbst. Doch alles wurde in den Schatten gestellt von einer Stelle, in der ein so völlig anderes Gottbild gezeichnet wurde, als ich es aus meiner Kindheit in Erinnerung hatte: Im Alten Testament trifft Moses in der Wüste auf Gott, der ihm aus einem brennenden Dornbusch auf die Frage, wer er ist, antwortet:
"Ich werde sein, der ich sein werde."
(Manchmal auch übersetzt: "Ich bin, der ich bin.")
Der Sinn ändert sich völlig, wenn man statt obiger statischer Sicht eine "dynamische" Sichtweise ausprobiert:
"Ich bin, der ich sein werde."
Hatte ich bis zu diesem Augenblick - sozusagen "gottlos" nur den historischen Jesus und seine Morallehre betrachtet, begann ich nun, mich stärker mit den verschiedenen Gottbildern auseinanderzusetzen.
Dabei entdeckte ich, daß hinter all diesen religiösen Darstellungen ein tiefes philosophisches Wissen steckt, von dem ich bis zu dieser Zeit keine Ahnung hatte. ... |
Weitere Gedanken
zum Gott-Bild
habe ich notiert in
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| 15. Die Gottesformel und Gottes Nesthäkchen |
Eine rational sehr ansprechende Darstellung des philosophischen Hintergrundwissens zu allen (!) Religionen und allen (!) "Göttern" (bzw. den Bildern der Menschen von dem, was sie "Gott" nennen) fand ich in dem Buch von Thomas M. Waldmann "Die Gottesformel".
Wenn ich weiter oben frage, ob die Physik die Möglichkeit hat, in ihrer Sprache sich dem Gottesbegriff zu stellen, so fragt Waldmann in seinem Buch u. a., ob die Sprache der Mathematik es zuläßt, Gott zu beschreiben.
Was es mit "Gottes Nesthäkchen" auf sich hat, sei vorerst nur kurz angedeutet: Waldmann schreibt über die verschiedenen Aspekte bei Gott, darunter den "Nichts-Aspekt", der durch den Atheisten widergespiegelt wird. Daraus entstand bei mir der Gedanke, ob es für Gott wirklich so eine wichtige Frage ist, daß ein Mensch an ihn glaubt und ihn anbetet. Aus all dem Wissen über Gott, das ich bisher gesammelt hatte, wurde mir klar: Ein Atheist ist sozusagen Gottes "Lieblingskind", sein "Nesthäkchen": wenn ein Mensch, der Güte, Nächstenliebe usw. praktiziert, ohne auf Anerkennung und Belohnung durch Gott zu hoffen, dann kann man ihm zumindest nicht unterstellen, daß er das alles nur aus Egoismus ( auch wer Nächstenliebe nur praktiziert, weil er um das eigene Seelenheil fürchtet, ist ein ganz gewöhnlicher Egoist) tut.
Was ich zum Wechselspiel zwischen göttlichem Willen und menschlichen Handeln noch sagen möchte, wird später an anderer Stelle zu lesen sein. Denn es geht um viel, viel mehr als nur darum, sein Seelenheil zu gewinnen, es geht darum, Gottes Willen zu erkennen und sich bewußt zu seinem Werkzeug zu machen - oder für Atheisten:
Es geht darum, über sich selbst hinauszuwachsen und als Teil eines höheren Ganzen (der Menschheit, der Erde, des Kosmos) seine Individualität zu entfalten und einzubringen in das Gesamtgefüge.
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Dieses Buch stelle ich ausführlicher in
www.die-besten-gedanken.de
vor - klick hier:
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| 16. Arroganz auf beiden Seiten der Front |
Bewußt wähle ich ein Wort aus der Kriegsterminologie: "Front". Von beiden Seiten - der Seite der Wissenschaft und der Seite der Theologie - konnte ich erleben, daß die Denkweise, die beiden geistigen Richtungen zugrundeliegt, völlig identisch ist: jeder glaubt, dem anderen in Sachen Wissen und Erkenntnis überlegen zu sein, als einziger die letztgültige Wahrheit gepachtet zu haben. Es ist auf beiden Seiten eine so selbstsichere Arroganz zu beobachten, die offenbar vergessen hat, was schon Sokrates wußte:
"Ich weiß, daß ich nichts weiß."
und was bei Voltaire heißt:
"Sie waren sicher und sie irrten sich doch."
Viele haben bereits versucht, Wissenschaft und Glauben wieder anzunähern, bisher vergeblich. Vielleicht ist die Lösung viel einfacher als bisher angenommen: eine Analyse dieser Denkmethode aus weiblicher Sicht könnte u. U. einen Weg aufzeigen, wie beide wieder "eins" werden können ... |
Mir erscheint die gegenwärtige Situation so, daß die beiden alten Gegner nun eine Art "Waffenstillstand" vereinbart haben: jeder hat sein Territorium, in das er den anderen nicht hineinläßt und keiner begibt sich auf das Territorium des anderen: ein aus erkenntnistheoretischer Sicht verheerender "Stillstand", der heute zum Haupthindernis
schlechthin für Erkenntnisfortschritt geworden ist. |
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